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„Wir brauchen wieder mehr Message in unserer Musik!“

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Ein Rückblick. Vor dem ekstatischen Jurassic 5-Poolbar-Gig traf Joachim Mangard (W&W) Producer-Legende und Grammy-Gewinner Burt Blackarach.

WANN & WO: Wie verlief die bisherige Tour mit Jurassic 5?
Burt Blackarach: Für mich eine große Ehre. Sie sind live einfach unantastbar – sechs Leute, die mit dermaßen viel Energie interagieren. Diese exklusive Zusammenarbeit macht mich unheimlich stolz. Die Band hat mich in ihre Mitte aufgenommen und gibt mir das Gefühl, ein Teil von ihnen zu sein.

WANN & WO: Wie ist die Zusammenarbeit entstanden?
Burt Blackarach: DJ Nu-Mark und ich sind schon seit der High School befreundet, wir haben unsere erste Drum Machine, eine SP-12, zusammen gekauft und angefangen aufzulegen. Wir haben uns auch immer gegenseitig angetrieben.

WANN & WO: Wann wurdest du vom Hip Hop-Virus infiziert?
Burt Blackarach: Ich kann mich zwar nicht mehr an den Song erinnenrn, nur noch an das Cover der Platte – sie zierte ein grünes Label. Ich habe mich gefragt, wie die das machen. Vorher habe ich Bass gespielt, der Song hat mich dermaßen getroffen, dass ich sofort etwas Ähnliches produzieren wollte. Hip Hop hat mich viel über Strukturen in der Musik gelehrt.

WANN & WO: Als Kind von Musikern – wie haben dich deine Eltern beeinflusst?
Burt Blackarach: Musik war immer allgegenwärtig. Mein Vater war Keyboarder und Organist und arbeitete mit Leuten wie Bob Dylan oder The Pointer Sisters. Wir hatten auch ein eigenes Ton-Studio, ich habe tonnenweise unveröffentlichtes Material, mein musikalischer Schatz. Auch meine Mutter, eine kanadische Sängerin hat mich stark geprägt. Das Verhältnis zu meinem Vater war gespalten. Er sah sich als den „Star“, eines Tages verkaufte er meinen Bass, den mir Bassisten Legende Chuck Rainey persönlich geschenkt hatte, für Kokain. Vor acht Jahren sprach ich mit Chuck und erzählte ihm die Geschichte. Er kam dann nach Los Angeles, nahm mit mir einige Songs im Studio auf und schenkte mir einen neuen Bass.

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Fotos des Abends: Gallery.

WANN & WO: Du hast viel mit Public Enemy zusammengearbeitet. Chuch D ist Teil der neuen Super- Group „Prophets Of Rage“. Was hältst du davon?
Burt Blackarach: Atemberaubende Combo. Nach dem Ausstieg von Zach war Rage nie mehr die gleiche Band. Und mit Chuck D haben sie einen ähnlich energetischen Frontmann. Ich liebe es, vielleicht bekomme ich sogar die Chance, einen Song auf ihrem Album unterzubringen (schmunzelt).

WANN & WO: Wie wichtig ist politische Message für Musik?
Burt Blackarach: Ich habe immer Musik mit Aussage geliebt und auch produziert. Früher haben mich Conscious Rapper wie Public Enemy oder KRS One berührt und meinen Charakter geformt. Ich glaube, diese Musik wird angesichts der politischen Entwicklungen wieder kommen. Die Labels haben versucht, Musik so flach wie möglich zu halten. Lyrics hatten auf einmal keine Bedeutung mehr. Meine Musik und die Leute, die mit mir zusammen arbeiten, sind da derselben Meinung wie ich: Wir brauchen mehr Message in unserer Musik!

WANN & WO: Public Enemy, KRS One, Method Man, Redman, ... du hast mit vielen „Big Names“ zu tun. Wie schwierig ist die Zusammenarbeit mit solchen Superstars?
Burt Blackarach: Interessanterweise waren die großen Namen, mit denen ich zu tun hatte, immer die umgänglichsten. Mehr Probleme machen unbekanntere Künstler, die ebenfalls auf dem Album eines Stars vorkommen und dann schon Superstar-Allüren an den Tag legen. Einem sollte ich persönlich sogar Sushi servieren – was für ein A... Am meisten beeindruckt hat mich Chuck D, er ist ein Musterbeispiel für einen echten Profi und inzwischen auch einer meiner besten Freunde.

WANN & WO: Was ist das Geheimnis deines Erfolgs?
Burt Blackarach: Ehrlichkeit und der Glaube an sich selbst und seine Fähigkeiten. Wenn man sich von anderen beeinflussen lässt und sich in Schubladen drängen lässt, verliert man sich selbst. Harte Arbeit und viel Disziplin gehören einfach dazu, es dreht sich nicht alles um Geld und Frauen – und ich mache auch keinen Trap, nur weil es gerade angesagt ist. Ich bleibe mir treu. Darum kann ich auch jeden morgen in den Spiegel blicken.

WANN & WO: Was hältst du von der Plattenindustrie und dem Online-Vertrieb?
Burt Blackarach: Ich liebe es und hasse es gleichermaßen. Einerseits muss man sich nicht mehr einem Label anbieten und genießt viel Freiheit. Andererseits hat die Masse der Musik viel an Qualität eingebüßt. Ich fühle mich aber gewappnet, da ich schon sehr lange im Business bin.

WANN & WO: Was steht bei dir nun auf dem Programm?
Burt Blackarach: Ich habe noch viel vor. Ich arbeite gerade an einer Doku über meinem Vater und bin mitten in einem Projekt mit Aloe Blacc. Mein Ziel bleiben sechs Top-Ten-Records in sechs verschiedenen Genres!

Zur Person: Burt Blackarach
Burt Blackarach aka. Amani K. Smith wurde 1971 als Sohn von Keyboard-Legende William „Smitty“ Smith in Los Angeles geboren. Als DJ und Producer machte er sich weltweit einen Namen und arbeitete mit Public Enemy, Method Man, Redman, Ludacris, KRS One oder Busta Rhymes. Für eine Kollaboration mit The Tempations erhielt er einen Grammy. Aktuell ist er mit Jurassic 5 auf Tour.

Erschienen am Sonntag, 24. Juli 2016.

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Den „Pool“ voll im Griff

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Foto (c) VN, Bernd Hofmeister

 Vorarlberger über die man spricht: Christoph Selner (29). Produktionsleitung, Ticketing oder Social Media: Christoph Selner hat beim Poolbar-Festival den Überblick.

FELDKIRCH. (VN-tag) Christoph Selner kann sich noch genau an sein erstes Konzert beim Poolbar-Festival erinnern. 13 Jahre ist das nun her. „Damals gaben die Sportfreunde Stiller ein Konzert, und ich war auf Anhieb von diesem Festival und der tollen Atmosphäre angetan“, erinnert sich der 29-Jährige. Heute ist Christoph Selner selbst Teil des beliebten Festivals im Feldkircher Reichenfeld, das jährlich mehr als 20.000 Besucher aus dem gesamten Bodenseeraum anlockt.

Seit neun Jahren ist der Feldkircher beim Poolbar-Festival in verschiedenen Aufgabenfeldern tätig, anfänglich als Bereichsleiter. „Irgendwann hat mich Poolbar-Gründer Herwig Bauer gefragt, ob ich Lust hätte, auch die Geschäftsführung zu unterstützen“, berichtet Selner. Heute ist er als Assistent der Geschäftsleitung neben dem Personal auch für die Sponsoren, die Social-Media-Plattformen, das Ticketing und die Produktionsleitung zuständig. Seit fünf Jahren ist der Musikfan auch fixes Mitglied des Programmteams. Jahr für Jahr bemüht er sich gemeinsam mit dem gesamten Team, hochkarätige Acts und Newcomer in die Montfortstadt zu holen. „Wir schauen ganz genau, was momentan in der Musikszene angesagt ist, oder wo vielleicht irgendwann ein Hype entstehen könnte. Diese musikalische Mischung macht das Poolbar-Festival aus“, erklärt Selner, der sich in diesem Jahr vor allem auf Bands und Künstler wie Bilderbuch, Romano, Quantic oder Nada Surf freut.

Plattform für Ländle-Bands

Doch nicht nur die großen Namen der Musikszene sind es, die die Qualität des Poolbar-Festivals jedes Jahr aufs Neue ausmachen. Auch auf das musikalische Nischenprogramm und die regionale Musikszene im Ländle wird sehr viel Wert gelegt, wie Selner betont: „Wir wollen vor allem auch jungen Vorarlberger Bands, die sonst nicht die Möglichkeit haben, auf großen Bühnen zu stehen, eine Plattform bieten.“
Am 07.07. öffnet das Poolbar-Festival mit der Wiener Band Bilderbuch seine Türen für Tausende Musikliebhaber. Dann steht das Reichenfeld-Areal sechs Wochen lang im Zeichen von guter Musik, Poetry Slam, Kino, Tanz und spannenden Filmreihen. Doch bis dahin gibt es für Christoph Selner noch einiges zu tun. „Eine gewisse Anspannung ist immer da, aber wenn die erste Band auf der Bühne steht und das erste Bier geflossen ist, kann ich mich etwas zurücklehnen und das Festival genießen.“

Zur Person
Christoph Selner
CEO-Assistent bei der Poolbar
Geboren: 11. September 1986
Wohnort: Feldkirch
Ausbildung: Studium der Politik und Soziologie in Innsbruck
Laufbahn: seit 2007 beim Poolbar-Festival tätig, seit Mai Assistent der Geschäftsleitung
Hobbys: Lesen, Musik, Games, Filme

>> Bericht als PDF lesen <<

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Vertrauen ist oft mehr wert, als das große Geld.

http://poolbar.at/system/asset/filename/22338/crop/13_Holzbaupreis_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_058.jpg Festivalgelände 2015 // Foto: Matthias Rhomberg

Ein Interview von baeckstage.ch – Über zwei Jahrzehnte gibt es das poolbar//festival in Feldkirch bereits. Da es nahe der Schweizer Grenze liegt, ist das Festival auch für das junge Schweizer Kulturmagazin Bäckstage interessant. Bäckstage nutzte die Chance und befragten den einen Geschäftsführer Herwig Bauer zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Festivals. Er spricht offen aus dem Nähkästchen und gibt interessante Einblicke.


baeckstage.ch: Als Einstieg würde ich gerne wissen, was für euch das poolbar//festival besonders macht?

Herwig Bauer: Das Zusammenspiel vieler Dinge: Ein vielseitiges und ausgesuchtes Programm zwischen «Nischen und Pop», das auch Kabarett, Literatur, Tanz oder Film berücksichtigt. Die einzigartige Location eines stilvollen, alten Hallenbades – und das mitten in einem Park gleich beim Stadtzentrum. Die liebevolle Gestaltung auf allen Ebenen – von der Grafik über Mode bis hin zur jährlich neuen architektonischen Gestaltung des Geländes.

Und: Das Festival dauert einen Sommer lang und die Leute kommen gezielt zu ihren Lieblingsbands – dementsprechend gut ist die Stimmung und das Verständnis zwischen KünstlerInnen und Publikum. Bei großen Festivals ist das ja oft anders: da stehen 20.000 vor der Bühne, und 15.000 warten hauptsächlich auf die Band danach oder reden über die Band davor. Ah, und das bunt gemischte Publikum aus allen Szenen, allen Ländern, allen Schichten, aller Altersgruppen

 

baeckstage.ch: Das Festival besticht durch ein sehr vielseitiges Programm. Wie entscheidet ihr, was ins Programm aufgenommen wird? Worauf wird der Fokus gelegt?

Herwig Bauer: Große Namen sind uns generell natürlich herzlich willkommen, wenn das, was sie machen, in unseren Augen richtig gut ist. Wir wollen aber v.a. dafür stehen, dass man zum poolbar//festival kommen kann, auch ohne die Bands zu kennen – dass man darauf vertrauen kann, dass man bei uns Großartiges entdecken kann, manchmal auch die Stars von morgen.
In der Programmgruppe wird viel diskutiert, wir sind uns nicht immer einig – und genau diese vielfältigen Interessen einiger Musik-Nerds machen es dann wohl auch aus.

 

baeckstage.ch: Wie wertvoll sind  Kontakte, die über die Jahre entstanden sind, wenn es darum geht, einen Act zu bekommen?

Herwig Bauer: Vertrauen ist oft mehr wert als das große Geld. Letzteres haben wir nicht, daher ist unsere Hauptwährung Vertrauen, dass die Agenturen und Bands über die Jahre zu uns aufgebaut haben. Wir versuchen die Acts technisch, gastronomisch und menschlich hervorragend zu betreuen und ihnen perfekte Rahmenbedingungen und ein enthusiastisches Publikum zu bieten. Wenn das zuverlässig gelingt, schicken die Agenturen ihre besten Pferde zu uns.

DAS GANZE INTERVIEW BEI BÄCKSTAGE.CH ZUM NACHLESEN.

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„Perlen“ der Acts – eine Playlist

Das Line-Up für das Poolbar Festival steht fest. Aloe Blacc komplettiert neben Pusha T, Patrice, Wanda, William Fitzsimmons, Charlie Winston und Kele als letzter Headliner das Lineup.

Elektro Guzzi, HVOB, M185, The Pains of Being Pure at Heart sowie zahlreiche DJs, Filme und Präsentationen vervollständigen außerdem das Programm. Aus diesem Grund fragte Wann & Wo bei Poolbar-Macher Herwig Bauer nach und erkundigte sich nach den „Perlen“ der heurigen Acts.

„Lässigkeit bis zum Exzess

Wir möchten die Playlist hier mit euch teilen. Sie ist ein schöner Mix aus allen Musikrichtungen, ist lässig, ist exzessiv, macht Laune und neugierig auf das kommende poolbar//festival. So vielseitige wie Herwigs aktuelle Playlist ist, wird sich auch das Festival zeigen. Für jeden Geschmack ist was mit dabei – viel Spaß damit. //liebe Grüße aus der Poolbar-Redaktion

Playlist zum Reinhören

Aloe Blacc – Wake me Up // Ja, die Avicii-Version mit den darüber gelegten Beats verkauft sich besser (knapp eine Milliarde Views auf Youtube), aber das Original geht tief unter die Haut, das Video macht betroffen, traurig, wütend – und es motiviert.


  

Kele – Tenderoni // Der Sänger von Bloc Party kommt mit mit seinem Live-Projekt samt Visual-Show auch zu uns in den pool. Bewusst in den pool – denn diese treibenden Beats gehören in einen Club, hier muss getanzt werden.



Darwin Deez – Radar Detector // So muss Indie: Musikalisch großartig und verspielt, sich selber nicht ernst nehmend und augenzwinkernd grandiose synchron-Moves auf die Bühne choreografieren. Das Darwin Deez poolbar-Konzert wird ein rauschendes Fest.



Etienne de Crécy feat. Madeline Follin – You // Plötzlich ist der Urvater des French House / Frech Touch wieder in den Charts.



Pusha T ft. Tyler, The Creator - Trouble On My Mind // Ich bin definitiv kein HipHopper. Aber wenn sich einer jenseits von BlingBling und Gewalt mit Intelligenz seinen Platz neben den ganz großen US-Rap-Stars wie Pharell Williams oder Kanye West erobert, verdient das Respekt.



Dillon - Thirteen Thirtyfive // Ein wunderschöner Song, um sich mit dem eigenen Weltschmerz hinterm Ofen zu verkriechen. Verträumtes Klavier, im Hintergrund James-Blake-Elekronik und eine zerbrechliche Stimme, die über Liebe, Trauer, Sehnsucht, Vergänglichkeit  singt...mehr als 20 Millionen Views auf Youtube zeigen, dass die Welt nicht nur Party will. Einige Views davon habe ich beigesteuert.

 
Robb – fourbyfour // Ein unglaublich entspannter, zurückgelehnter Sommersong mit souliger Stimme. Passt perfekt ins „Freibad“ beim poolbar//festival: Hier haben wir jeden Samstag um halb Acht Open Air Konzerte bei freiem Eintritt.


Colour Haze – Inside // Hier darf man ausnahmsweise „Kultband“ sagen. Sie führen  - als Eröffnungsact des poolbar//festivals am 10.Juli - das Beste der alten Black Sabbath mit der Schwere von Kyuss zusammen. Stonerrock de Luxe.

 

Gewinnspiel: Tickets für Aloe Blacc und Wanda!

Als besonderen Anreiz verlost WANN & WO jeweils 2x2 Tickets für die Poolbar-Konzerte von Aloe Blacc (22. Juli) und Wanda (16. Juli). Das Konzert der österreichischen Schartstürmer Wanda ist bereits komplett ausverkauft! Wer mitmachen möchte, schreibt einfach eine E-Mail mit dem Wunschkonzert an wannundwo@poolbar.at

Text: WANN & WO, Herwig Bauer, Poolbar Redaktion

 

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poolbar ganz privat

Die Vorarlberger Nachrichten haben Herwig Bauer  - gemeinsam mit Heike Kaufmann ist er Geschäftsführer der poolbar GmbH - zur Geschichte und der aktuellen Entwicklung des Festivals befragt. Er verrät im Interview, wie er den Spagat zwischen Kultur und Wirtschaftlichkeit schafft, wie wichtig Sponsoren sind, und wie das poolbar-Festival immer am Puls der Zeit bleibt.

 

Sie sind vor 21 Jahren mit einer Kursreihe gestartet. Heute ist die Poolbar eine der größten Kulturveranstaltungen im Land. War der Erfolg absehbar?

Bauer: Es steckte damals eigentlich eine egoistische Ambition dahinter. Ich habe mich selbst künstlerisch betätigt und an verschiedenen Kursen teilgenommen. Da habe ich gedacht, so etwas könnte ich selber auch organisieren. Zum Festival hat es sich dann im Laufe der Zeit gewandelt. Bei vielen Dingen haben wir aus dem Bauch heraus agiert und das hat nach wie vor hohe Priorität. Man spürt, dass wir nicht im Auftrag der Gewinnmaximierung arbeiten. Wir machen Dinge, die uns selber auch gefallen.

http://poolbar.at/system/asset/filename/19630/herwig-bauer-poolbar-vn_by_lerch.jpgHerwig Bauer mit einem der neuen poolbar-Möbel. Das Konzept zur Neu-Nutzung der Becher wurde an der HTL Rankweil (Kolleg für Holztechnik und Innenraumgestaltung) von Student Thomas Nagel entwickelt. Fotos: Lerch

 

Inwieweit hat sich das Festival über die Jahre verändert?

Im ersten Jahr gab es eine Abendveranstaltung und in Folge ein Konzert. Da hat sich herausgestellt, dass das mehr Spaß macht als die Workshop-Sache. Wir haben verschiedene Varianten ausprobiert, wie man die Workshops anders gestalten kann und sind dann bei den Wettbewerben gelandet. Denn wir wollten das klassische Schüler-Lehrer-System durchbrechen und stattdessen Leute einladen, mitzugestalten. Diese Wettbewerbe sind nun die Methode, wie man das ursprüngliche Gedankengut der Workshops in eine passendere Variante umwandeln kann.

Bei der Poolbar gibt es einen Architekturwettbewerb, Musik, Kino und einen Ableger in Wien. Verzettelt man sich da nicht?

Eigentlich überhaupt nicht. Dass wir eine ganz große Bandbreite anbieten, war immer das Spezielle an der Poolbar. Wenn man zu uns kommt, wird man programmtechnisch mit viel Unerwartetem konfrontiert und auch beim Ambiente stößt man auf gute Gestaltung.

Verliert man bei der Planung nicht mit den Jahren das Gespür dafür, was ein junges Publikum will?

Wir haben das große Glück, dass wir nicht nur für das junge Publikum interessant sind, sondern auch junge Menschen im Team haben, mit denen wir uns absprechen. Man kann natürlich auch über die Medien selber verfolgen, was gerade angesagt ist, aber es ist immer gut und wichtig, dass man mit den Jungen direkt Kontakt hat und sich austauscht. Wir stimmen uns also mit dem personifizierten Puls der Zeit in Form von jungen Menschen ab.

 

Wie viel Zeit nimmt das Festival in Anspruch?

Jede verfügbare Sekunde. Parallel arbeite ich für einen Verlag in Wien, das ist allerdings eine sehr flexible Geschichte. In Zeiten wie jetzt ist der Anteil am Wien-Job quasi nicht vorhanden. Unterm Strich habe ich aber immer zu wenig Zeit.

Beim Festival treten Stars auf, überhaupt muss ein mehrwöchiges Festival finanziert werden. Welche Rolle spielen dabei Sponsorengelder?

Bauer: 18 Prozent sind öffentliche Förderungen, 32 Prozent Sponsoren, 30 Prozent Gastronomie-Einnahmen und 20 Prozent Ticket-Verkäufe. Wir haben das Glück, dass wir mittlerweile einen großen Namen haben. Wenn österreichweit agierende Unternehmen im Westen etwas suchen, stoßen sie auf uns, wenn es um ein junges Publikum geht. Das macht es leichter, aber dennoch ist es eine Wahnsinns-Arbeit. Denn der Leistung der Sponsoren muss eine zählbare Gegenleistung gegenüberstehen, sonst finden wir niemanden.

Sie sind inzwischen einer der größten Kulturveranstalter Vorarlbergs. Wie gehen Sie persönlich mit der wirtschaftlichen Verantwortung um?

Es ist immer das große Zittern, wenn der Steuerberater Heike und mir die Bilanz übermittelt, und man steht mächtig unter Druck. Momentan sind wir finanziell etwas ins Eck gedrängt, aber der Optimismus war und ist immer Teil unserer Grundeinstellung. Dieser ist nach wie vor ungebrochen und ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind, um uns finanziell auf soliden Füßen zu halten.

http://poolbar.at/system/asset/filename/19631/herwig-bauer-im-gespraech-mit-den-vn.jpgHerwig Bauer im Gespräch mit den VN in der HTL Rankweil. Hier werden gerade die Möbel fürs Festival gefertigt.

 

Müssen Sie künstlerisch Kompromisse eingehen um dem Anspruch an Wirtschaftlichkeit gerecht zu werden?

Definitiv. Es wäre naiv zu glauben, es wäre nicht so. Es gibt viele Dinge, die wir gern hätten, aber die nicht leistbar sind. Gerade heuer haben wir ein Jahr, in dem wir das machen, was wir uns leisten können. Das bedeutet auch, dass wir anstelle von zwei Vorgruppen nur eine haben. Dabei geht es aber nicht nur um die Wirtschaftlichkeit, sondern auch darum, die Belastbarkeit des Teams in Grenzen zu halten. Denn nur wenn das Team mit Freude und Energie bei der Sache ist, funktioniert das Festival. Daher an dieser Stelle ein großes Dankeschön von Heike Kaufmann und mir an alle, die gemeinsam helfen, das Festival umzusetzen.

 

Der vollständige Artikel ist auf der Homepage der Vorarlberger Nachrichten nachzulesen.

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FM4 Amadeus Award 2014 goes to Bilderbuch

Das Geheimnis ist gelüftet: Letzte Woche wurden die Gewinner_innen der diesjährigen Amadeus Austrian Music Awards bekanntgegeben und die Trophäen bei einer fulminaten Show im Wiener Volkstheater vergeben. Unter den prämierten Acts finden sich auch Bilderbuch, die am 4. Juli das poolbar-Festival 2014 eröffnen werden.

 

In insgesamt 15 Kategorien wurden am 6. Mai die begehrten Trophäen, die Amadeus Awards, bei einer großen Gala im Wiener Volkstheater verliehen. Viele Künstler_innen und Bands strahlten über ihre gewonnen Preise, u.a. zählten auch Bilderbuch zu den Gewinner_innen des Abends, denn sie konnten in der Kategorie "FM4 Award" das Rennen für sich entscheiden und performten ihre Hit-Single "Maschin" auch live vor Publikum, das ihnen mit Standing Ovations zu ihrem Preis gratulierte.

http://poolbar.at/system/asset/filename/19448/bilderbuch-amadeus_2014.jpg

and the Amadeus goes to ...

Auch das restliche Show-Programm punktete mit tollen Live-Acts, hohem Unterhaltungswert und prominenten Laudatoren, wie HIER in der Videoaufzeichnung zu sehen ist: LINK

 

Bilderbuch werden am 4. Juli 2014 bei der Eröffnung des diesjährigen poolbar-Festivals im Alten Hallenbad in Feldkirch auftreten. Tickets HIER

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Vice launcht Noisey Alps

Nach zahlreichen Ankündigungen macht Vice Media sein unter Noisey publiziertes Musikprogramm nun auch für Österreich und die Schweiz offiziell auf - der Start von Noisey Alps wird u.a. mit einer großen Party in Wien gefeiert.

 

Das Verhältnis von Vice Germany und Vice Austria ist ja legendär schlecht. Da ist es nur konsequent, dass man die internationalen Struktur von Vice – mittlerweile gibt es ja einige Submarken, für News, Schlägersport, Tech oder Mode – auch so nachbaut, wie man sich in den einzelnen Ländern aufgestellt hat. Also bekommt Österreich eine eigene Vice-Musikecke, einen Noisey Kanal, getrennt vom bereits bestehenden Noisey Germany. Seit Anfang 2014 wird Noisey Österreich konsequent aufgebaut, gelauncht wurde das neue Musikportal Anfang März. 

Dadurch kann die fröhlich polternde, nationale Szene nur profitieren. Nachdem sich in den letzten Jahren viele gedruckte Musikmagazine schleichend verabschiedeten und sich eigentlich keine bleibenden Blogs etabliert haben, kommt mit Noisey nun ein Meinnungsmultiplikator nach Österreich, der einigermassen unabhängig mit einem eigenem Blickwinkel und einer eigenen Sprache über Musik berichten wird (nur einigermassen unabhängig, weil Vice eben auch eine Agentur ist, die Acts bezahlterweise vermarktet und dafür dann praktischerweise auch gleich die glaubhafte Medienpower im eigenen Haus hat). Unterm Strich bedeutet das wieder mehr Vielfalt, mehr unterschiedliche Ansätze, die der cooleren Musik hierzulande dabei nur gut tun können. Und genau dafür wird es bei Noisey ein ehrliches Interesse geben.

Natürlich werden nebenbei auch so wie bei Vice Austria internationale, englische Artikel angeliefert werden, die dann übersetzt und ausgespielt werden. Man wird dort gut an internationale Kampagnen angebunden sein. Ätzereien gegen den Kanal wird es genauso geben. Das ist bei Vice so, das ist bei The Gap so, und sogar bei Volume, das gehört dazu. Musik ist eben etwas Höchstpersönliches. Da lässt sich niemand gern in die Suppe spucken. Und Noice und Visey tun das ja besonders gern. Wenn sie nicht gerade Haftbefehl hypen.

http://noisey.vice.com/alps/

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Erika Kronabitter - Nora. X.

Erika Kronabitter ist österreichische Schriftstellerin und Künstlerin mit Lebensschwerpunkt Feldkirch und leitet (gemeinsam mit der Band Sofa Surfers) bei der Workshopreihe poolbar/generator den Workshop "Text". Wir stellen ihren 2013 erschienenen Roman "Nora. X." vor.
 
 
Erika Kronabitter, geboren 1959 in Hartberg/Steiermark, arbeitet nach ihren Studien der Germanistik, Vergleichenden Literaturwissenschaft und Kunst- geschichte interdisziplinär in den Bereichen Literatur und Kunst und lebt seit 1965 als Autorin und bildende Künstlerin in Feldkirch.
Sie hat zahlreiche Preise erhalten, unter anderem den Theodor-Körner-Förderungs- preis (2001) und den Prosapreis Brixen/Hall (2001). Neben "Nora. X." sind einige ihrer weiteren Veröffentlichungen die Romane "Mona Liza" (2007) und "Viktor" (2009) und der Lyrikband "Einen Herzschlag nur bist du entfernt" (2010). Sie ist außerdem Initiatorin und Organisatorin des Feldkircher Lyrikpreises.
 
http://poolbar.at/system/asset/filename/18173/Erika_Kronabitter_Portrait.jpg
 
In dem zuletzt erschienenen Roman "Nora. X." erzählt Erika Kronabitter ihre mit "Mona Liza" begonnene und mit "Viktor" fortgeführte Familiengeschichte weiter. Dass sie auch Lyrik schreibt, lässt sich dabei nicht leugnen, die einzelnen Kapitel wirken teilweise wie immer neue Strophengebilde. Trotz dieses Potpourris an kapitelhaften Gedanken, Reflexionen und Erzählungen ist daraus ein Roman geworden.
 
Die Vorarlberger Autorin schreibt die Geschichte einer jungen Frau, die in Spanien landet, um mehr vom Leben zu haben, als es irgendwo an einem tristen Ort in Österreich möglich wäre. Bevor sich jedoch eine Klischeefalle auch nur auftun könnte, lässt Kronabitter die Szenerie kippen.
Nicht einer Schwermut der Romanfigur oder einer Belehrigkeit der Autorin ver- danken wir die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Landes, mit der Diktatur, mit Garcia Lorca – die Verweise auf ein Zeitkolorit, das Zitieren von frag- würdigen Behauptungen, an denen Menschen ihre Lebensentwürfe verankern, hat Methode. Bezüge zu den Figuren aus Kronabitters früheren Werken, wie "Mona Liza" und "Viktor", werden klar.
Mit der Erzählung von Nora und ihrem Bruder X rückt die Autorin die Loslösungs- thematik, das Hinterfragen des Fremdbestimmtseins in ein – auch formal – sprachlich spannendes Licht.
 
(Buchrezension von Christa Dietrich, 14. September 2013, Vorarlberger Nachrichten)
 
http://poolbar.at/system/asset/filename/18174/Kronabitter_NoraX_Cover.jpg
 
 
Liebe passiert, so wie einem ein Regentag passieren kann, genauso aber, wie die Wolken den Himmel passieren, vorüberziehen, zieht sie bei vielen wieder vorbei, passiert die Liebe den Lebensweg der Liebenden, ein Vorüberziehen, Vorbeigehen, man entlässt den Geliebten, lässt ihn los, lässt die Geliebte weiterziehen – im besten Falle ein glückliches Abschiednehmen. Jenen, die lebendig genug sind, ideenreich, beziehungsvoll oder was immer es ist, jenen gelingt es dann und wann und eher selten, die Liebe zum Bleiben zu animieren.
Es ist nicht leicht, junge Frau zu sein, denkt Nora. Die Mädchen träumen von Taylor Lautner und stellen ihre privaten Filme auf YouTube. Insgeheim träumt jede davon, ein Star zu werden. Die jungen Frauen essen Chicken Wings und Spicy Noodles, albern herum und necken sich. Die Liebe ist kein Irrtum. Sie ist lediglich kurzfristig. Manchmal kurzfristiger als angenommen. Kommt und geht. Die meisten glauben nur an das „kommt“.
 
Erika Kronebitter - Nora. X.
Roman, 184 Seiten.
2013, Limbus Verlag. Reihe Zeitgenossen.
 
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"Mut ist nur ein Anagramm von Glück"

Poetry Slam reloaded: Mit ihrem letztjährigen Auftritt bei einem Poetry Slam Wettbewerb in Bielefeld avanciert die Schauspielerin Julia Engelmann derzeit zu einer Internet-Sensation und trifft mit ihren wortgewandten Gedanken den Nerv der Zeit.

 

Eigentlich kennt man Julia Engelmann als Schauspielerin aus der Serie "Alles was zählt", doch seit kurzem macht sie in einer ganz anderen Rolle Furore. Die 21-jährige gebürtige Bremerin trat im vergangenen Mai 2013 beim "5. Hörsaal-Slam der Universität Bielefeld" an und präsentierte dort einen eigenen Text, der an Brisanz und Aktualität seither nicht verloren hat. Dass sie mit ihrem gesellschaftskritischen Rap den Zeitgeist einer ganzen Generation getroffen hat, zeigt sich daran, dass der Mitschnitt ihres Auftritts auf Youtube (erst jetzt bzw. noch immer!) boomt und zum ersten Internet-Phänomen 2014 zu werden vermag.

"Meine Liste ist so lang, aber ich werde eh nie alles schaffen – also fang ich gar nicht an. Stattdessen hänge ich planlos vorm Smartphone, warte bloß auf den nächsten Freitag."

In Anlehnung an das Lied "One Day / Reckoning Song" von Asaf Avidan ruft sie dazu auf, sich nicht der allgemeinen Lethargie hinzugeben, sondern sein Leben zu leben: "Lass uns möglichst viele Fehler machen und möglichst viel aus ihnen lernen."

Ihr großer Appell am Schluss der Rede: "Das Leben, das wir führen wollen, das können wir selber wählen – also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gerne erzählen, und eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein, und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind."

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poolbar reloaded 2013

Auch im neuen Jahr versorgt uns Radio Proton mit Rückblicken auf das vergangene poolbar-Festival und füttert euch fleißig mit Infos zum bevorstehenden Festival 2014 und dem neuen Projekt poolbar/generator.

Um euch dafür richtig in Stimmung zu bringen, lohnt es sich, das offizielle poolbar #20 Aftermovie anzusehen: Publikumsstimmung, Poetryslam-Einlagen, Konzertmitschnitte, Laufstegmode, Interviewsequenzen, Openair-Atmosphäre und jede Menge Diskolichter - was will man mehr!

 

Radio Proton sendet den großen Rückblick am

Donnerstag, 2. Jänner 2014
20 bis 22 Uhr
Radio Proton
radioproton.at

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