Poolbar Blog

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Vice launcht Noisey Alps

Nach zahlreichen Ankündigungen macht Vice Media sein unter Noisey publiziertes Musikprogramm nun auch für Österreich und die Schweiz offiziell auf - der Start von Noisey Alps wird u.a. mit einer großen Party in Wien gefeiert.

 

Das Verhältnis von Vice Germany und Vice Austria ist ja legendär schlecht. Da ist es nur konsequent, dass man die internationalen Struktur von Vice – mittlerweile gibt es ja einige Submarken, für News, Schlägersport, Tech oder Mode – auch so nachbaut, wie man sich in den einzelnen Ländern aufgestellt hat. Also bekommt Österreich eine eigene Vice-Musikecke, einen Noisey Kanal, getrennt vom bereits bestehenden Noisey Germany. Seit Anfang 2014 wird Noisey Österreich konsequent aufgebaut, gelauncht wurde das neue Musikportal Anfang März. 

Dadurch kann die fröhlich polternde, nationale Szene nur profitieren. Nachdem sich in den letzten Jahren viele gedruckte Musikmagazine schleichend verabschiedeten und sich eigentlich keine bleibenden Blogs etabliert haben, kommt mit Noisey nun ein Meinnungsmultiplikator nach Österreich, der einigermassen unabhängig mit einem eigenem Blickwinkel und einer eigenen Sprache über Musik berichten wird (nur einigermassen unabhängig, weil Vice eben auch eine Agentur ist, die Acts bezahlterweise vermarktet und dafür dann praktischerweise auch gleich die glaubhafte Medienpower im eigenen Haus hat). Unterm Strich bedeutet das wieder mehr Vielfalt, mehr unterschiedliche Ansätze, die der cooleren Musik hierzulande dabei nur gut tun können. Und genau dafür wird es bei Noisey ein ehrliches Interesse geben.

Natürlich werden nebenbei auch so wie bei Vice Austria internationale, englische Artikel angeliefert werden, die dann übersetzt und ausgespielt werden. Man wird dort gut an internationale Kampagnen angebunden sein. Ätzereien gegen den Kanal wird es genauso geben. Das ist bei Vice so, das ist bei The Gap so, und sogar bei Volume, das gehört dazu. Musik ist eben etwas Höchstpersönliches. Da lässt sich niemand gern in die Suppe spucken. Und Noice und Visey tun das ja besonders gern. Wenn sie nicht gerade Haftbefehl hypen.

http://noisey.vice.com/alps/

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Erika Kronabitter - Nora. X.

Erika Kronabitter ist österreichische Schriftstellerin und Künstlerin mit Lebensschwerpunkt Feldkirch und leitet (gemeinsam mit der Band Sofa Surfers) bei der Workshopreihe poolbar/generator den Workshop "Text". Wir stellen ihren 2013 erschienenen Roman "Nora. X." vor.
 
 
Erika Kronabitter, geboren 1959 in Hartberg/Steiermark, arbeitet nach ihren Studien der Germanistik, Vergleichenden Literaturwissenschaft und Kunst- geschichte interdisziplinär in den Bereichen Literatur und Kunst und lebt seit 1965 als Autorin und bildende Künstlerin in Feldkirch.
Sie hat zahlreiche Preise erhalten, unter anderem den Theodor-Körner-Förderungs- preis (2001) und den Prosapreis Brixen/Hall (2001). Neben "Nora. X." sind einige ihrer weiteren Veröffentlichungen die Romane "Mona Liza" (2007) und "Viktor" (2009) und der Lyrikband "Einen Herzschlag nur bist du entfernt" (2010). Sie ist außerdem Initiatorin und Organisatorin des Feldkircher Lyrikpreises.
 
http://poolbar.at/system/asset/filename/18173/Erika_Kronabitter_Portrait.jpg
 
In dem zuletzt erschienenen Roman "Nora. X." erzählt Erika Kronabitter ihre mit "Mona Liza" begonnene und mit "Viktor" fortgeführte Familiengeschichte weiter. Dass sie auch Lyrik schreibt, lässt sich dabei nicht leugnen, die einzelnen Kapitel wirken teilweise wie immer neue Strophengebilde. Trotz dieses Potpourris an kapitelhaften Gedanken, Reflexionen und Erzählungen ist daraus ein Roman geworden.
 
Die Vorarlberger Autorin schreibt die Geschichte einer jungen Frau, die in Spanien landet, um mehr vom Leben zu haben, als es irgendwo an einem tristen Ort in Österreich möglich wäre. Bevor sich jedoch eine Klischeefalle auch nur auftun könnte, lässt Kronabitter die Szenerie kippen.
Nicht einer Schwermut der Romanfigur oder einer Belehrigkeit der Autorin ver- danken wir die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit des Landes, mit der Diktatur, mit Garcia Lorca – die Verweise auf ein Zeitkolorit, das Zitieren von frag- würdigen Behauptungen, an denen Menschen ihre Lebensentwürfe verankern, hat Methode. Bezüge zu den Figuren aus Kronabitters früheren Werken, wie "Mona Liza" und "Viktor", werden klar.
Mit der Erzählung von Nora und ihrem Bruder X rückt die Autorin die Loslösungs- thematik, das Hinterfragen des Fremdbestimmtseins in ein – auch formal – sprachlich spannendes Licht.
 
(Buchrezension von Christa Dietrich, 14. September 2013, Vorarlberger Nachrichten)
 
http://poolbar.at/system/asset/filename/18174/Kronabitter_NoraX_Cover.jpg
 
 
Liebe passiert, so wie einem ein Regentag passieren kann, genauso aber, wie die Wolken den Himmel passieren, vorüberziehen, zieht sie bei vielen wieder vorbei, passiert die Liebe den Lebensweg der Liebenden, ein Vorüberziehen, Vorbeigehen, man entlässt den Geliebten, lässt ihn los, lässt die Geliebte weiterziehen – im besten Falle ein glückliches Abschiednehmen. Jenen, die lebendig genug sind, ideenreich, beziehungsvoll oder was immer es ist, jenen gelingt es dann und wann und eher selten, die Liebe zum Bleiben zu animieren.
Es ist nicht leicht, junge Frau zu sein, denkt Nora. Die Mädchen träumen von Taylor Lautner und stellen ihre privaten Filme auf YouTube. Insgeheim träumt jede davon, ein Star zu werden. Die jungen Frauen essen Chicken Wings und Spicy Noodles, albern herum und necken sich. Die Liebe ist kein Irrtum. Sie ist lediglich kurzfristig. Manchmal kurzfristiger als angenommen. Kommt und geht. Die meisten glauben nur an das „kommt“.
 
Erika Kronebitter - Nora. X.
Roman, 184 Seiten.
2013, Limbus Verlag. Reihe Zeitgenossen.
 
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"Mut ist nur ein Anagramm von Glück"

Poetry Slam reloaded: Mit ihrem letztjährigen Auftritt bei einem Poetry Slam Wettbewerb in Bielefeld avanciert die Schauspielerin Julia Engelmann derzeit zu einer Internet-Sensation und trifft mit ihren wortgewandten Gedanken den Nerv der Zeit.

 

Eigentlich kennt man Julia Engelmann als Schauspielerin aus der Serie "Alles was zählt", doch seit kurzem macht sie in einer ganz anderen Rolle Furore. Die 21-jährige gebürtige Bremerin trat im vergangenen Mai 2013 beim "5. Hörsaal-Slam der Universität Bielefeld" an und präsentierte dort einen eigenen Text, der an Brisanz und Aktualität seither nicht verloren hat. Dass sie mit ihrem gesellschaftskritischen Rap den Zeitgeist einer ganzen Generation getroffen hat, zeigt sich daran, dass der Mitschnitt ihres Auftritts auf Youtube (erst jetzt bzw. noch immer!) boomt und zum ersten Internet-Phänomen 2014 zu werden vermag.

"Meine Liste ist so lang, aber ich werde eh nie alles schaffen – also fang ich gar nicht an. Stattdessen hänge ich planlos vorm Smartphone, warte bloß auf den nächsten Freitag."

In Anlehnung an das Lied "One Day / Reckoning Song" von Asaf Avidan ruft sie dazu auf, sich nicht der allgemeinen Lethargie hinzugeben, sondern sein Leben zu leben: "Lass uns möglichst viele Fehler machen und möglichst viel aus ihnen lernen."

Ihr großer Appell am Schluss der Rede: "Das Leben, das wir führen wollen, das können wir selber wählen – also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gerne erzählen, und eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein, und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind."

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poolbar reloaded 2013

Auch im neuen Jahr versorgt uns Radio Proton mit Rückblicken auf das vergangene poolbar-Festival und füttert euch fleißig mit Infos zum bevorstehenden Festival 2014 und dem neuen Projekt poolbar/generator.

Um euch dafür richtig in Stimmung zu bringen, lohnt es sich, das offizielle poolbar #20 Aftermovie anzusehen: Publikumsstimmung, Poetryslam-Einlagen, Konzertmitschnitte, Laufstegmode, Interviewsequenzen, Openair-Atmosphäre und jede Menge Diskolichter - was will man mehr!

 

Radio Proton sendet den großen Rückblick am

Donnerstag, 2. Jänner 2014
20 bis 22 Uhr
Radio Proton
radioproton.at

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poolbar-Festival #20: In Höchstform

Mit einem spektakulären Auftritt von Casper wurde das diesjährige poolbar-Festival im Alten Hallenbad in Feldkirch am Donnerstag, den 15. August beendet.
erschienen auf vol.at



Der deutsche Intelligenz-Rapper sorgte abschließend für eine volle Halle und einen hochkarätigen Ausklang der gut sechs Wochen dauernden Veranstaltung. Mit 166 Programmpunkten, vom Popkonzert über Filmabende bis zur Lesung, schaffte es das poolbar-Festival, seinem Credo “Kulturelles von Nischen bis Pop” gerecht zu werden. Über mehrere Wettbewerbe wurde zur Ideenfindung in den Bereichen Kunst, Mode/Design und Architektur geladen. Die poolbar-Architektur und die Festival-Grafik widmeten sich heuer erstmals gemeinsam einem Thema, dem Dadaismus. Die Geschäftsführung (Heike Kaufmann, Herwig Bauer) freut sich gemeinsam mit dem mehr als 100-köpfigen Team des poolbar-Festivals über knapp 20.000 Gäste aus dem In- und Ausland. Vor allem aber darüber, dass das poolbar-Festival mit seinem speziellen Ambiente für Begeisterung sorgte.

Das musikalische Programm beim poolbar-Festival in Feldkirch umfasste internationale Headliner wie MY BLOODY VALENTINE, LITTLE BOOTS, KATE NASH, FRANK TURNER & THE SLEEPING SOULS, VISTA CHINO, PATRICK WOLF, DONAVON FRANKENREITER, TOCOTRONIC, GOLDIE, BAD RELIGION, JAMES, MONSTER MAGNET, SHOUT OUT LOUDS, CASPER oder auch in den einschlägigen Blogs und Magazinen abgefeierte Hipster, die sämtliche Erwartungen übertrafen, so etwa SOHN, LE1F, YARAH BRAVO, CATASTROPHE & CURE, JAPANDROIDS, AUSTRA, RANGLEKLODS oder DRY THE RIVER. Gepaart wurden die internationalen Acts immer wieder mit lokalen und regionalen Bands, die häufig die hoch gelegte Qualitätslatte mühelos überwanden.

Das Spezielle des poolbar-Festivals

Zahlreiche ausverkaufte Konzerte und spannende Neuentdeckungen sind für die Veranstalter natürlich erfreulich, oft aber sind es die weniger breitenwirksamen Erfolge, die – neben dem besonderen Ambiente und der beinahe intimen Atmosphäre – die Besonderheit des Festivals ausmachen: Die im Vorjahr eingeführten neuen Formate wie die “polymorphe Liechtensteiniade”, die die schräge Liechtensteiner Szenekultur über die Grenze schwappen ließ, die “lebende Kunstinstallation” des Düsseldorfer Künstlers Christian Jendreiko, die teilweise in Feldkirch, teilweise im Kunstmuseum Liechtenstein stattgefunden hatte oder die “Ticketliteratur” – Literatur und Illustrationen waren integrierter Bestandteil der e-Tickets für die Konzerte – fanden allesamt 2013 ihre Fortsetzung.

Die spektakulärste Neuerung war sicherlich die Premiere des “poolbar auf der Wiese”-Open Airs, das im Feldkircher Reichenfeldpark eine Mischung aus Picknick- und Rockfestival-Ambiente schaffte. Großartige Stimmung bei idealen Wetterbedingungen.
Ebenfalls außergewöhnlich: Das 5-tägige Kino-Open-Air, das gemeinsam mit dem Rio-Kino in der Feldkircher Innenstadt veranstaltet wurde. Die Besonderheit: Der Projektor wurde mit Strom gespeist, der über fünf Fahrradgeneratoren vom Publikum selbst produziert wurde. Der Ton war nur über Funkkopfhörer zu hören.

Die wichtigste Neuerung jedoch war sicherlich der Erwerb des “Green Event”-Labels für das poolbar-Festival durch besondere Anstrengungen im Bereich der Nachhaltigkeit – unter anderem galten Festivaltickets als Freifahrschein in öffentlichen Verkehrsmitteln und es wurde ein Fahrrad-Rikschataxi zum und vom Festival angeboten.

Mehr & bessere Luft für die Gäste

Die Stadt Feldkirch als Eigentümerin des Alten Hallenbades hat pünktlich zum Festivalstart eine komplett neue, zusätzliche Lüftungsanlage fertiggestellt; Frostige Temperaturen waren natürlich angesichts des Tropensommers nicht zu erwarten, aber das Kulturvergnügen war deutlich versüßt – und der Sauerstoffgehalt in der Luft spürbar höher.
Als Anerkennung für 20 Jahre kultureller Schwerstarbeit hat Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold im Namen der Stadt Feldkirch dem poolbar-Team darüber hinaus den mit EUR 7.300.- dotierten Feldkircher Kulturpreis überreicht.

Organisatorische und finanzielle Herausforderungen

Knapp 20.000 Besucherinnen und Besucher, aber kein gröberer Zwischenfall beim Sanitätsdienst – das ist die aus organisatorischer Sicht besonders erfreuliche Bilanz. Trotz zufriedenstellender Besucherzahlen stehen in den kommenden Jahren einige finanzielle Herausforderungen an – nicht zuletzt legen die Veranstalter Wert darauf, dass die mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausnahmslos nicht ehrenamtlich arbeiten, sondern fair bezahlt werden.

poolbar-Architektur wird verkauft – Platz für 2014!

2014 wird dringend Platz für die neue poolbar-Architektur benötigt – ein Teil der Rikschas sowie Elemente der diesjährigen poolbar Architektur werden daher via poolbar.at/shop verkauft. Eine weitere Gelegenheit dazu bietet sich aber auch beim Messestand des poolbar-Festivals bei der Artdesign in Feldkirch im Oktober.

Das poolbar-Festival 2014 – die Nummer 21 – findet vom 4. Juli bis 17. August statt. Die kleine Schwester des poolbar-Festivals, poolbar mit pratersauna in Wien, wird in der Bundeshauptstadt wie gewohnt Mitte Mai über die Bühne laufen. 

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Breit aufgestellt in die Pedale treten

Kaum ist das poolbar-Festival vorbei – und uns schwirrt der Kopf nach wie vor nach dieser tollen Ausgabe – muss man auch schon an die Zukunft denken. Die VN haben dazu Herwig Bauer interviewt. Das Programmteam um Heike Kaufmann wird nach einer kurzen Pause gleich wieder mit dem Programmieren loslegen und aus der aktuellen Ausgabe allerlei Input mitnehmen...



Zur großen Ansicht geht es HIER!

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"The best location ever!"

Samstag in der Poolbar: Das Alte Hallenbad war bis zum Beckenrand gefüllt: Francis International Airport, Chad Valley und Elektro Guzzi.
Text von Christian Pausch, erschienen auf fm4.orf.at (dort auch mit drei Galerien zum Nachschauen!)

Der Samstagabend beginnt für mich direkt vor der Poolbar, wo man fast wie jeden Abend nie so genau weiß, was sich die junge Kunst- und Kulturszene einfallen hat lassen.

Diesmal steht dort ein extrem sympathischer junger Mann mit Akustikgitarre und covert Songs für das Laufpublikum. Unter anderem den Oasis-Klassiker ("Keine Sorge: nicht Wonderwall!") "Don't look back in anger". Und als ich da so sitze, rund um mich herum die Berge und irgendwo dazwischen das Rauschen des Flusses, da spüre ich es schon a priori: "in anger" wird man auf diesen Abend nicht zurückblicken müssen.

A great great deal
Die fünf Bandmitglieder von Francis International Airport waren tagsüber noch am Chiemsee die Aussicht genießen und kommen daher vollkommen entspannt in der Poolbar an. Der Soundcheck, dem ich nachmittags beiwohnen darf, läuft reibungslos und es ist mehr als offensichtlich: Hier sind Profis am Werk. Immerhin kann die Band schon auf eine fast zehnjährige Geschichte zurückblicken und drei großartige Alben präsentieren. 

Francis International Airport
Foto: FM4 / Alex Wagner

Das dieses Jahr erschienene namens "Cache" wird als große Weiterentwicklung und als Neuerfindung des Francis-Sounds beschrieben, das kann man auch live in der Poolbar spüren. Der Sound ist dunkler, melancholischer, natürlich synthielastiger als früher. Mitten im Set baut sich ein Noise-Gewitter auf, dass dann, so schnell es aufgebraust ist, auch sofort wieder abflaut und in die Single "The Right Ones" übergeht. Gänsehaut pur!

Die Zugabe ist dann aber ein alter Hit: "Amnesiacs", mit positiverer Grundstimmung: "It's gonna be a great great deal for all of us", singt Sänger Markus. Auf den weiteren Verlauf des Abends umgemünzt, soll er damit auf jeden Fall Recht behalten.

Drowning in sounds
Ich treffe Hugo Manuel alias Chad Valley am Nachmittag im Park vor der Poolbar, die Feldkircher_innen sonnen sich vor uns auf der Wiese, ein großer schwarzer Hund holt Stöckchen und in der Musikschule nebenan spielt jemand Mozart am Klavier bei offenem Fenster. "We are in Austria, of course somebody has to play Mozart", lacht Hugo.

Fast könnte man die Szenerie als kitschig beschreiben, aber das stört den talentierten Musiker gar nicht. "I like cheesy things. I like cheesy music. I think my music is cheesy." Na, na, na, nicht so tief stapeln Herr Valley!

Chad Valley
Foto: FM4 / Alex Wagner

Chad Valley liebt Duette, wie man schon auf seinem Album gemerkt hat, immerhin hat er da mit u.a. Twin Shadow eines gesungen. Deshalb hat er sich heute Abend auch eine Sängerin mitgenommen, die ihn live unterstützt. Perfekt fügen sich die beiden Stimmen zusammen, während die fast schon hymnischen Synthie-Melodien das alte Hallenbad füllen. Drowning in sounds, ein wunderschönes Gefühl, dass noch lange in mir nachhallen wird.

Elektro Guzzi
Den Abschluss machen dann die drei Herren von Elektro Guzzi. So schnell kann ich gar nicht schauen, kann man von einem Konzertabend (wie bieder das schon klingt!) gar nicht mehr sprechen, denn die Poolbar ist innerhalb von Minuten zu einem Club avanciert und das Hallenbad zu einem einzigen großen Dancefloor.

Electro Guzzi
Foto: Matthias Rhomberg

Mit ihrer live eingespielten elektronischen Musik erreichen die Guzzis alle: jene, die gerne Leuten beim Musizieren zusehen, und jene, die gerne zu elektronischer Musik abshaken, ohne sich darum zu kümmern, wie sie eigentlich entsteht. Ich sehe schmusende Pärchen, glücklich lächelnde Tänzer_innen und zufrieden nickende Musikkritiker_innen.

"That is definitely the best location we ever played. I mean: it's an empty pool!", strahlt Chad Valley, während er selbst zu Elektro Guzzi in die Nacht hineintanzt.

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Austra: Olympia

Murder on the Dancefloor: Austra fühlen sich wohl, wenn es in der Disko düster ist. Die Beats dürfen hämmern, aber das Gefühl darf nicht verloren gehen.
 
Opernmusik ist nicht jedermanns Sache. Die Stücke dauern oft vier oder mehr Stunden, und den Inhalt bekommt man, ohne den Text mitzulesen, sowieso oft nicht mit. Um diese hohe Form der Musikkunst verstehen zu können, braucht es wahrscheinlich eine gewisse Reife. Katie Stelmanis hat schon mit zehn Jahren im kanadischen Kinder-Opernchor mitgesungen. Keine Überraschung also, dass sie als Frontfrau und Sängerin der mittlerweile sechsköpfigen Band Austra ihre gewaltige Stimme dementsprechend in Szene setzt. Die Reife spielt dabei aber keine so große Rolle.
Die Songs handeln zwar von großen Gefühlen, aber dennoch lässt es sich großartig dazu tanzen. Und auch Techno steht der Band ausgezeichnet. Das Debüt der Kanadier_innen „Feel It Break“ erschien 2011, und Austra ernteten dafür Lorbeeren aus aller Welt. Darauf fanden sich 80er-Jahre-Popperlen in cool und glasklaren Synthiesounds, die eine gewisse Bedrohlichkeit ausstrahlen. Noch heute gelingt es kaum, Hits wie „Lose It“ und „Beat And The Pulse“ aus dem Gedächtnis zu streichen – nicht, dass man das jemals wollte.
 
 
Angekommen im Jahr der Schlange, steht ein neues Album an: „Olympia“ macht einen Schritt in der Dunkelheit, der sich anfühlt, als würde er in die richtige Richtung gehen. Es bleibt das Düstere. Die Texte werden persönlicher und der Rhythmusfraktion wird größeres Augenmerk geschenkt.
Sängerin Stelmanis sagt zur neuen Platte: „This is the album where we discovered rhythm.“ Zwischen den elektronischen Synthiesounds finden sich nun also auch Kongos und Marimbas. Tropisch wird es deswegen noch lange nicht. Es fühlt sich an, als hätten die Aufnahmen allesamt nach Mitternacht stattgefunden – kurz bevor es in den Club ging und die seelischen Laster noch abgeworfen werden mussten. In der ersten Singleauskopplung „Home“ behandelt Stelmanis beispielsweise die Angst, wenn sie die ganze Nacht darauf wartet, bis die Geliebte zurückkehrt – ein pianolastiger Ohrwurm und ein Aushängeschild für das Album: Große Melodien spielen einmal mehr die Hauptrolle. Eingebettet in treibende Discobeats findet sich genug Platz für dichte Harmonien und den klassischen Gesang Stelmanis’.
 
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Auf der Bühne fungiert die starke Frontfrau als Dirigentin: Die Gesten sind überschwänglich und passen sich ihrem Gesang perfekt an. Die Band folgt, zieht das Publikum in ihren Bann; und man weiß plötzlich, warum man nicht mehr stillhalten kann. Der Klassikunterricht hat sich also gelohnt. (Benjamin Agostini)
 
Und live: Austra bespielen am 1. August den Pool des poolbar Festivals!
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Punkrock wie die Welt ihn braucht!

Bad Religion präsentieren sich mit ihrem aktuellen Werk "True North" kurz und bündig wie lange nicht mehr. Manche nennen es Old-School, doch hinter der sechzehnten Studio-LP stecken mehrere Gründe. Bernd Eger hat sich für das österreichische Online-Musikmagazin enemy.at durch das neue Album von Bad Religion gehört.

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Die Band-Chefs Greg Graffin und Brett Gurewitz hatten sich darauf geeinigt, dass man sich dieses Mal nicht mehr so experimentierfreudig wie beim 2010er Album "The Dissent Of Men" zeigen möchte. Dabei hatte man damals eine Platte abgeliefert, die viele - dank der vielschichtigen Songs - in ihrer Frische überraschte.

Bei "True North" halten es die sechs Herren aus L.A. recht knapp und auf den Punk(t) gebracht. Ein Großteil der Songs reicht gerade mal an die Zwei-Minuten-Marke heran. Gerüchten zufolge lag das vor allem am letzten Pennywise-Album "All Or Nothing", das Sänger Greg Graffin dazu inspiriert hatte, ein "schnelleres" Album zu machen. Man wollte damit wieder an das Jahr 1989 ("No Control") anschließen.

Das ist Bad Religion mit "True North" auch gelungen. Songs wie "Robin Hood In Reverse", "Land Of The Endless Greed", "My Head Is Full Of Ghosts", "In Their Heart It's Right" oder der Titel-Track überzeugen sowohl musikalisch als auch textlich(!) wieder auf ganzer Länge. Und mit der Single "Fuck You" überraschten die Punk-Veteranen sogar noch mal mit einem rotzfrechen, aber auch klugen Text.

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Die Bandleader Graffin (er arbeitet als Universitäts-Professor und Buch-Autor) und Gurewitz (ist Chef vom Punk-Label Epitath) ließen sich zuletzt zu der Aussage hinreißen, dass man letztendlich nur mehr neue Alben veröffentliche, um den anderen Bandkollegen auch Arbeit und ein Einkommen zu sichern. Ob diese Aussage nun wirklich ernst zu nehmen ist, ist fraglich. Denn andernfalls wäre es schon eine sehr unmotivierte Herangehensweise.

Nichtsdestotrotz wirkt an diesem Album nur ein Song wirklich unmotiviert: "Hello Cruel World", der einzige langsame Track auf "True North". Als zweiter kleiner Kritikpunkt könnte erwähnt werden, dass das Album mit 16 Songs vielleicht etwas zu lange ist. Denn bei diesen kurzen Stücken bewirken so viele Nummern fast eine kleine Reizüberflutung. Aber eines ist dennoch sicher: Bad Religion sind auf "True North" noch immer Punkrock, und zwar so, wie die Welt ihn braucht! Punkseidank haben Bad Religion noch immer was zu sagen! Auch wenn es immer nur in knappen zwei Minuten ist...

 


Bad Religion - "True North" erschien am 01. Jänner 2013 auf Epitath Europe/Indigo.

Am 06. August spielen Bad Religion live beim Poolbar Festival.

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Herwig_bauer_foto_th_wunderlich1___2_
Punkrock wie die Welt ihn braucht!
bauer, 22.04. 14:26 h

SOHN eröffnet das Poolbar Festival 2013

Ein Engländer macht seit einigen Monaten mit seinem besonderen Mix aus mitreißenden Beats und eingängigen Melodien in der Musikbranche von R&B bis Electronic von sich reden. Sein Name? SOHN. Sein Wohnort? Wien.

 

Von hier aus wird via London die Welt erobert. Der Plan scheint aufzugehen, Presse und internationale Blogs sind begeistert, die Likes, Views und Listens auf Facebook, Twitter, Youtube und Soundcloud schnellen unaufhaltsam in die Höhe. Nach Liveauftritten in Europa und Amerika gab SOHN am 12. April sein mehr als erfolgreiches Wien-Debüt im Rahmen des sound:frame Festivals und begeisterte dabei seine Wahlheimat.

Dieser Begeisterung entkommen auch wir nicht, und daher wird SOHN als Headliner nach Feldkirch kommen und das Poolbar Festival 2013 am 03. Juli eröffnen.

 http://poolbar.at/system/asset/filename/15276/sohn.jpg

Stillstand passt nicht ins Konzept des Engländers, und dementsprechend wurden in den letzten Tagen gleich zwei großartige Dinge verkündet:

Das angesehene englische Plattenlabel 4AD (aktuell u.a. Bon Iver, Efterklang, Iron and Wine, David Byrne) nimmt den Ausnahmekünstler unter Vertrag und zur Feier das Tages erschien am selben Tag dieser Bekanntmachung das neue Video zum Track „Bloodflows", der im Juni auch auf einer 12" Inch Vinyl-Single auf 4AD veröffentlicht werden wird. Welche weiteren Songs auf der 12" Inch enthalten sein werden, ist noch nicht bekannt, ebenso wenig, wann mit einem Debütalbum zu rechnen sein wird.

Das Video zu "Bloodflows" wurde von dem Südtiroler Fotografen, Künstler und nun auch Filmemacher Christian Pitschl in den bayrischen Alpen zwischen Deutschland und Österreich mit der Münchner Schauspielerin Nadja Langer gefilmt. Die idyllische Berg- und Waldkulisse scheint sich ideal mit SOHNs charakteristischem Sound zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden.

In einer Pressemeldung schreibt 4AD:

"SOHN creates a sound that blends his haunting vocals with a backdrop of analogue drum machines and synths, which makes nods to the past, but always forges forward into the new. Aside from emphasising the soulfulness of his voice, his lyrics expertly play with the phonetics of language, wrapping his sonorous vocals around the gaps between sentences and lending those words more prominence."

Wir gratulieren!

 

Dieser Artikel wurde am 19. April von Anna Hausmann im österreichischen Online-Magazin Press-Play.at veröffentlicht.

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