Poolbar Blog

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Nachgefragt bei Juliette Lewis0

Dieses Mal zwar nicht vom poolbar-Team interviewt, weil die gute Dame seit wasweißichwievielen Wochen schon tourt und ihre Eindrücke auf Facebook hinterlässt. Dafür gleich zwei Mal, als kleine Videos verpackt und zahnfrisch vom Isle of Wight Festival 2010.

Juliette Lewis am 8. Juli beim poolbar-Festival!

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Flogging Molly im Interview1

Am 13. Juli werden Flogging Molly gemeinsam mit Igel Vs. Shark die Herzen der Fans irishen Folk-Punks höher schlagen lassen und die Halle zum Beben bringen. Das Wann&Wo hat die Herren aus LA vorab zum Interview und zu ihrem aktuellen Album "Live at the Greek Theatre", ihren Einflüssen und dem bevorstehenden Konzert befragt.http://poolbar.at/system/asset/filename/2565/FloggingMolly_ww160610.jpg

Und hier als PDF zum Herunterladen.
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Vollgas eines Riesen0

von Klaus Buchholz und Stefan Niederwieser

Skero schafft, was man HipHop in Österreich nicht mehr zugetraut hat: die Top Ten. "Kabinenparty" kombiniert Run DMC-inspirierten Miami Bass mit Vollgas-Lyrics. Skero hat uns einige Einzeiler zu seinem überraschenden Sommerhit durchgeschickt.

„Kabinenparty" ist seit dem Charts-Einstieg auf Platz 57 zwei Monate später auf Platz 9 der österreichischen Singlecharts geklettert. Skero trägt Hip Hop offenbar in die Mitte seiner Gesellschaft. Aber ist es nicht ernüchternd, nach so vielen Jahren mit Texta an der Rampe, erst 2010 einen derartigen Charts-Erfolg zu landen? Besser jetzt als nie.

Was macht „Kabinenparty" richtig, was andere Singles von Texta bisher falsch gemacht haben?

Ich weiß nicht, da sind verschiedene Faktoren zusammen gekommen. Ohne dem Video in dieser Qualität, hätte die Nummer sicher nicht so funktioniert, da sehr viele Leute Musik mittlerweile nur mehr auf Youtube konsumieren. Auch die Facebook Seiten, die sich gebildet haben... das war reines Glück. Die Nummer wurde echt von den Hörern selbst gepuscht. Es ist halt anscheinend ein sehr brauchbarer Partytrack. Ich habe bei dem Album alle meine Erfahrungen und Leidenschaften reingesteckt und versucht ein breites Spektrum zu bieten.

Braucht es mehr solche eingängigen Singles und Sommerhits wie „Kabinenparty" um österreichischen Hip Hop breitenwirksam zu etablieren?

Es braucht Künstler mit guten Ideen und Durchhaltevermögen, die nicht nur gute Musik machen, sondern sich auch um Promotion und Booking kümmern. Aber die Medien sind sicher ein bischen hellhöriger geworden und werden die Szene mehr beobachten.

Von welchen österreichischen Hip Hop-Interpreten könnte derartige Hits zu erwarten sein? Wieder von Skero?

Wos waas I? Ich werde sicher nicht krampfhaft versuchen, einen Nachfolgehit zu produzieren.

Könnte „Fußboi" der nächste und passende Chart-Erfolg zur Fußball-WM werden? Wäre das ohne eine vergleichbare Facebook-Kampagne mit über 40.000 Fans wie bei „Kabinenparty" überhaupt denkbar?

Zur Zeit ist alles möglich.

Und bist du jetzt der logische Amadeus-Gewinner in der Kategorie Hip Hop?

Aso?

Angeblich war „Fuß vom Gas" auch in Übersee ein kleiner Hit und kam gerade rechtzeitig zu einem Revival des Fahrrads. Hast du davon etwas mitbekommen?

Ja, das Video wurde auch beim Wiener Bike Film-Festival gezeigt. Ich weiß aber nicht, ob das dann auch in Amerika gelaufen ist. Da gab es ein Revival des Fahrrads in Amiland? Aber erst nach meiner Nummer oder?

Bei einem anderen österreichischen Musikwunder - der Nino aus Wien - warst du ebenfalls vertreten. Was macht Skero den ganzen Tag, dass er so ein Gespür für die goldenen Themen entwickelt hat?

Musik hören, mit guten Freunden plaudern. Und in der Früh a Müsli essen.

War der Auftritt von Duck Squad beim „Am Strom" eine einmalige Sache oder ist da etwas in Planung?

Das war eine einmalige Sache. Das Album ist ja von 1994. Der Auftritt war eine Idee vom Kamp, hat aber Spaß gemacht. Milo und Cutex haben sich auch gefreut, vielleicht stellen wir das Album noch als Download raus.


Das Interview erschien auf thegap.at.

Skero gemeinsam mit DJ Phekt am 29. Juli im Rahmen des FM4-Wochenendes beim poolbar-Festival!

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Crystal Fighters im Interview0

poolbar mit Pratersauna hieß das Schwesterprojekt des poolbar-Festivals in Wien, das den Osten Österreichs fünf Tage lang mit feiner Musik und Kultur von Nischen bis Pop versorgte. Unter anderem mit dabei die Crystal Fighters, die Magazinautorin Claudia Merz zum Interview bat:

Crystal Figthers - warum die eigentlich fünfköpfige Band im Moment nur zu dritt unterwegs ist, wieso sie sich nach einer Oper benannt haben und um was es sich bei einem Txalaparta handelt, gibt es hier zu lesen.

Die Entstehung der Band
Sebastian: Gilbert und ich kennen uns schon, seit wir klein sind. Vor drei Jahren hat Gilbert mir Graham vorgestellt und wir haben begonnen, darüber nachzudenken, gemeinsam Musik zu machen.
Gilbert: Dann haben wir Laura und Mimi kennen gelernt. Als Lauras baskischer Großvater starb, hinterließ er ein Skript für eine Oper, die wir aufgegriffen haben und als unsere Inspirationsquelle herangezogen haben. Wir haben begonnen, uns mit der baskischen Kultur und Musik auseinander zusetzen, durch Laura haben wir sozusagen eine neue Welt kennen gelernt.

Im Moment seid ihr aber nur zu dritt unterwegs, wo sind denn die beiden weiblichen Bandmitglieder, Laura und Mimi?
Gilbert: Auf unserem Album, das im September veröffentlicht wird, sind die Mädels dabei. Unsere Liveshows haben sich aber in eine Richtung entwickelt, die besser zu dritt funktioniert. Wir haben jetzt mehr Punkelemente, spielen viele späte Gigs in kleinen Clubs und haben deswegen gemeinsam beschlossen, dass es im Moment so besser passt.
Graham: Wir haben aber vor, die Mädels wieder mehr zu involvieren und im Sommer, wenn wir größere Shows spielen, auch wieder auf die Bühne mitzunehmen.

Crystal Fighters und die Oper
Gilbert: Die Oper war der Startpunkt, von dem aus wir begonnen haben, uns mit der baskischen Kultur, Musik und ihren Instrumenten zu beschäftigen. Dieses Wissen haben wir mit unseren individuellen musikalischen Ideen und Einflüssen vermengt und so hat sich unser eigener Stil entwickelt. Es ist eine Kombination aus Altem und Neuem. Wir spielen baskische Instrumente wie das Txalaparta, ein Schlaginstrument aus Holz, das die meisten Leute wahrscheinlich vorher noch nie gesehen haben.
Sebastian: Am Anfang haben wir Teile der Oper auch tatsächlich aufgeführt.Wir sind Fans von abstrakter Kunst und auch wenn unsere Konzerte vielleicht wie dance punk shows wirken, hängt das doch alles mit der Oper zusammen und stellt immer einen Teil davon dar.
Graham: Es ist ein Prozess, der sich stetig entwickelt und wir sind ein Teil davon.
Sebastian: Aber wenn das Album raus kommt, wird euch das alles klar sein und ihr werdet denken, oh yeah! (lacht)

Wie wichtig ist es für eine neue Band, ihrem Sound eine gewisse Einzigartigkeit zu verleihen?
Gilbert: Wir wollten einfach Musik machen und sind dabei zufällig auf die baskische Kultur gestoßen. Als neue Band sollte man nicht krampfhaft versuchen, irgendeinen „neuen" Sound zu entwickeln.
Graham: Einzigartig zu sein, ist wichtig, aber es muss nicht zwingend bedeuten, sich irgendetwas Verrücktes zu überlegen. Man muss überzeugt sein, von dem, was man tut. Wenn du sick fucking blues spielen möchtest, dann tu es, spiel es laut und auf deine eigene Art, dann werden die Leute das honorieren.

Im Moment scheint es ja sehr angesagt zu sein, das Wort „crystal" in den Bandnamen einzubauen (man denkt an Crystal Castles, Crystal Stilts, Crystal Antlers...), wie steht ihr dazu?
Gilbert: Das ist eher ein unglücklicher Zufall. Bei unserem Bandnamen handelt sich um den Titel der Oper und der existierte schon vor den ganzen „crystal-Bands". Als wir begonnen haben, uns damit zu beschäftigen und Musik zu machen, hatten wir nicht gewusst, wohin uns das führen würde. Ein Album aufzunehmen, heute in Wien zu spielen und mit diesen anderen Bands verglichen zu werden, hatten wir nicht vorausgesehen.
Graham: Wir haben Musik gemacht, weil wir dazu inspiriert wurden, wir haben nicht viel darüber nachgedacht, sondern wollten einfach Musik um die Oper herum machen. Wir haben uns überlegt, ob wir entweder unserer Sache treu bleiben oder wegen der anderen Bands unseren Namen ändern sollten, aber dann dachten Fuck it!, wir bleiben dabei.

Das Album
Gilbert: Das Album ist fast fertig und kommt hoffentlich Ende des Sommers raus. Es wird Star of love heißen und wir freuen uns schon sehr darauf. In den Liedern verbinden sich viele verschiedene Stile miteinander, die sich nicht unter einem Genre zusammenfassen lassen, aber ich bin gespannt, was die Leute dazu sagen und ob sie versuchen werden, uns in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Ich hoffe, wir können die Leute überraschen und berühren.

Eure erste Single heißt "Xtactic truth", was ist denn die "xtatic truth"?
Sebastian: Es geht um eine Wahrheit, die nicht im wissenschaftlichen Sinn wahr ist, sich aber so anfühlt.
Graham: Es ist eine künstliche Realität, von der die Menschen glauben, sie sei echt, aber in Wirklichkeit ist sie es nicht. Aber dadurch, dass es jeder glaubt, könnte sie auch wieder real sein.

Habt ihr vor, auch mit anderen baskischen Künstlern zusammenzuarbeiten?
Gilbert: Ja, Delorean sind eine klasse Band, mit der wir auch schon einmal in Texas gespielt haben. Wir würden gerne mal etwas mit ihnen zusammen machen, aber im Moment konzentrieren wir uns zuerst auf unser Album, aber danach haben wir Zeit.
Wir sind auch schon zwei Mal im Baskenland aufgetreten, was wunderbar war, vielleicht verstehen die Leute dort unsere Musik noch ein wenig besser als anderswo.

abschließende Worte
Alle: Austria, we love you!! (lachen)

 

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André Pilz im Interview über "Man Down"0

Interview von Markus Stegmayr

Das erste, das immer wieder auffällt, ist, dass das Wort „authentisch" sehr oft fällt, wenn über Ihre Texte, vor allem über „Man Down" gesprochen und geschrieben wird. Wie wichtig ist es Ihnen selbst, dass Ihre Texte authentisch sind, vom „Leben erzählen"?

Ich denke einfach, dass ich jemand bin, der sehr aus dem Bauch heraus erzählt. Und über Milieus, über die ich Bescheid weiß. Ich könnte nie eine Yuppiegeschichte erzählen [...] Ich möchte, dass die Geschichten „echt" sind, auch wenn sie Fiktion sind. Eine Geschichte am Reißbrett frei erfinden - das liegt mir nicht, ich glaube, das werde ich nie können.

Bei der Lektüre Ihres neuen Buches „Man Down" ist mir immer wieder ein Zitat von Frank Kafka eingefallen: „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns". Würden Sie Ihren Texten eine solche mögliche Wirkung zuschreiben bzw. wie würden Sie dieses Zitat in Zusammenhang mit ihren Texten bringen?

Eigentlich überlege ich mir beim Schreiben nicht, was der Text für eine Wirkung auf den Leser hat. Ich schreibe - zuallererst - nur für mich. Ich habe aber ziemlich bald mitbekommen, dass meine Texte Leute aufwühlen [...] und das ist doch was Tolles. Dinge in Frage zu stellen, Menschen zum Nachdenken zu bringen, dafür zu sorgen, dass ein Buch, auch wenn es ausgelesen ist, noch weiter in den Köpfen ist. Schlimmer wäre es, wenn meine Bücher/Texte die Menschen kalt lassen. Ich liebe ja Bücher, die genau das sind - eine Axt für das gefrorene Meer in mir. Also - diese manchmal so hochgepriesenen stinklangweiligen, sprachlich großartigen Bücher lassen mich sehr oft sehr, sehr kalt. Und ich leg sie auch schnell beiseite.

Sie arbeiten ja in ihrem Text „Man Down" mit Alltagssprache. Wie gehen Sie mit dieser um? Glauben Sie, dass diese möglichst ungeschönt und ungeschminkt in Ihre Bücher Einzug halten soll? Oder ist diese Sprache nur Ausgangsmaterial, sozusagen ein literarischer Kunstgriff?

Ich habe mich nie bemüht, krampfhaft einen „Straßenslang" reinzudrücken. Das ist die Sprache, wie sie die Leute z.B. bei uns im Stadion sprechen, wie sie sie in der U-Bahn z.T. sprechen. Es wundert mich ja immer, wenn mir Leute hin und wieder vorwerfen, ich würde da übertreiben. Das kommt sehr oft von denen, die seit 20 Jahren mit ihrem BMW durch München fahren und gar nicht mehr wissen, wie eine U-Bahn von innen aussieht. Also - so wie Shane, Kai usw., so sprechen viele junge Männer in dem Land.

Ich würde nicht sagen, dass sie übertreiben. Meine Frage war darauf gerichtet, ob es funktionieren kann, wenn Menschen in Büchern wie die Menschen auf der Straße sprechen - oder ob es da noch eine „Formung" braucht, einen gewissen Umgang mit „Sprachmaterial"?

Ja, ich denke, die Dialoge sind natürlich zugespitzt. Ich klau diese Dialoge nicht, wenn man das 1:1 schreiben würde, was so manche Leute reden, dann würde das wohl kaum einer mehr lesen wollen - jedenfalls nicht über viele Seiten.

Wie würden Sie das Stilmittel der Zuspitzung beschreiben? Wie gehen sie da literarisch (in etwa) vor?

Naja, ich arbeite schon sehr gezielt an Dialogen. Ich schreibe z.B. eine Szene mit Dialogen, die passen so gut wie nicht. Der erste Entwurf passt so gut wie nie. Da muss man schon noch mal drübergehen, versuchen, das Optimale herauszuholen. Ich liebe gute Dialoge. Bukowski oder ganz aktuell Corcac McCarthy und auch Denis Johnson, also ganz einfache Dialoge, die aber messerscharf sind. Auch witzig sind. Ich denke im wirklichen Leben gibt es nur wenige Menschen, die so witzig sind, wie die Personen in den Büchern dann oft sind. Ich kenne ein paar, aber auf einen fallen wohl 50, die man nicht zitieren könnte.

Eine besonders eindrucksvolle Passage habe ich auf S. 176. in „Man Down" gefunden: „Ich sehne einen Krieg herbei. Einen gerechten. Einen, für den es wert ist zu sterben." Würden Sie im Lichte dieses Zitats Ihrem Text eine „reinigende", kathartische Wirkung zuschreiben. Ist es ein Buch, das vielleicht gar einen „gerechten Krieg" anzetteln will, indem es den LeserInnen die Ungerechtigkeiten vorführt?

In erster Linie glaube ich, haben meine Romane alle - in erster Linie - eine reinigende Wirkung auf mich. Das war jedes Mal so. es ist wie ein Boxkampf gegen einen bösen, zähen Gegner, aber am Ende gehe ich aus dem Ring als Sieger [...] z.B. bei Bataillon: es gingt um Zwangsprostitution, ich habe von dem Thema erfahren, habe intensiv recherchiert, bin - drastisch ausgedrückt - in eine Unterwelt gestiegen, wo unfassbares Leid herrscht, das hat mich sehr beschäftigt, sehr bedrückt, aber als der Roman im Kasten war, fühlte ich mich frei. Leider, leider glaube ich nicht mehr daran, dass man die Welt verbessern kann. Ist ein Missstand behoben, gibt es einen neuen. Als ich noch sehr jung war, glaubte ich an den Kampf für das Gute, für die Gerechtigkeit. Jetzt mache ich mir da keine Illusionen mehr. [...] Ich schreibe die Bücher, die Geschichten, die ich schreiben muss, weil ich auch gar keinen anderen Job machen kann, aber ich habe mich davon verabschiedet, dass es großen Einfluss könnte. Es ist aber ein toller Nebeneffekt, wenn jemand z.B. „Bataillon" liest und sich über das Thema Gedanken macht.

André Pilz liest am 12. August beim poolbar-Festival aus seinem Roman "Man Down".
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