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Bands suchen, die passen

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VN-Serie Vorarlberger, über die man spricht. (VN-mir) Ida Dünser sorgt nicht nur als Künstlerbetreuerin für ein attraktives Poolbar-Festival.

Musiker buchen, Künstler betreuen und Vorbereitungen treffen, das sind nur ein paar von Ida Dünsers Aufgaben. Seit 2012 ist sie Teil des Poolbar-Teams. „Der Traumjob bei der Poolbar hat sich durch Zufall ergeben und als Volltreffer entpuppt“, erzählt sie. Damals suchte ihr Kollege Philipp Lampert kurzfristig Verstärkung. „Ich zögerte nicht lange und ergriff die Chance. Beim Jugendtreff Offene Jugendarbeit Dornbirn konnte ich schon Erfahrungen im Bereich Veranstaltungsorganisation sammeln.“ Seit sechs Jahren arbeitet sie auch im Dornbirner Spielboden mit.

 

"Wir möchten auch jungen
lokalen Bands eine Bühne bieten."

Ida Dünser

Bunter Mix
„Mit den Vorbereitungen für das Poolbar-Programm beginnen wir schon im Herbst. Das Programmteam besteht aus Matthias Moosbrugger, Christoph Šelner, Heike Kaufmann, Herwig Bauer und mir. Intensive Beratungen, manchmal auch per Skype, stehen dann auf der Tagesordnung.“ Um außergewöhnliche Bands zu finden, muss man ab und zu ein bisschen graben. „Die Kapazitäten im Alten Hallenbad sind begrenzt. Es ist sehr wichtig, passende Acts zu finden, die auch dem Charakter des Festivals entsprechen“, erklärt sie und ergänzt: „Da ich von vielen Musikrichtungen angetan bin, lasse ich mich gerne auf eine bunte Mischung ein. Wir möchten auch jungen lokalen Bands eine Bühne bieten.“ Die Besucher wissen diesen abwechslungsreichen Mix sehr zu schätzen. „Ein großes und begeistertes Publikum ist unser Ziel.“

 

Wünsche erfüllen
„Bei der Künstlerbetreuung sind wir Ansprechpartner und Allround-Talente. Zu unseren Aufgaben zählen: Essen organisieren, Verspätungen managen, Hotels buchen und vieles mehr.“ Als Künstlerbetreuerin erlebt sie einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag. „Es kommt nur sehr selten vor, dass die gebuchten Musiker Starallüren an den Tag legen. Wobei es ja nicht so ist, dass wir auf einen solchen Fall nicht vorbereitet wären“, resümiert Ida Dünser und fügt hinzu: „Es gibt auch Abende, an denen sich die Musiker nach den Konzerten unter die feiernden Besucher mischen.“

 

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Soziale Ader
Ida Dünser ist nicht nur eine begeisterte Poolbar-Mitarbeiterin, sie engagiert sich auch im sozialen Bereich. „In der Zukunft möchte ich mich verstärkt im Bereich Flüchtlingshilfe einbringen. Viele Ungerechtigkeiten gehören beseitigt. Hilfesuchende brauchen ein breites Unterstützungsangebot.“

Das Festival dauert im Gegensatz zu anderen nicht nur ein paar Tage. „Die Poolbar ist ein ganz besonderer Arbeitsplatz, bei dem man sich mit all seinen Talenten einbringen kann. Wir möchten mehr als nur ein Gastgeber für Konzerte sein. Regionale Gegebenheiten, kulturelle Veranstaltungen und ein buntes Programm sind uns ein großes Anliegen.“

 

Zur Person: Ida Dünser
engagiert sich beim Poolbar-Festival Feldkirch.
Geboren: 4. Dezember 1980
Ausbildung: Großhandelskauffrau, Jugend- und Sozialarbeiterin
Wohnort: Mäder
Hobbys: Musik und Konzerte

Fotos (c) Vorarlberger Nachrichten

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Den „Pool“ voll im Griff

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Foto (c) VN, Bernd Hofmeister

 Vorarlberger über die man spricht: Christoph Selner (29). Produktionsleitung, Ticketing oder Social Media: Christoph Selner hat beim Poolbar-Festival den Überblick.

FELDKIRCH. (VN-tag) Christoph Selner kann sich noch genau an sein erstes Konzert beim Poolbar-Festival erinnern. 13 Jahre ist das nun her. „Damals gaben die Sportfreunde Stiller ein Konzert, und ich war auf Anhieb von diesem Festival und der tollen Atmosphäre angetan“, erinnert sich der 29-Jährige. Heute ist Christoph Selner selbst Teil des beliebten Festivals im Feldkircher Reichenfeld, das jährlich mehr als 20.000 Besucher aus dem gesamten Bodenseeraum anlockt.

Seit neun Jahren ist der Feldkircher beim Poolbar-Festival in verschiedenen Aufgabenfeldern tätig, anfänglich als Bereichsleiter. „Irgendwann hat mich Poolbar-Gründer Herwig Bauer gefragt, ob ich Lust hätte, auch die Geschäftsführung zu unterstützen“, berichtet Selner. Heute ist er als Assistent der Geschäftsleitung neben dem Personal auch für die Sponsoren, die Social-Media-Plattformen, das Ticketing und die Produktionsleitung zuständig. Seit fünf Jahren ist der Musikfan auch fixes Mitglied des Programmteams. Jahr für Jahr bemüht er sich gemeinsam mit dem gesamten Team, hochkarätige Acts und Newcomer in die Montfortstadt zu holen. „Wir schauen ganz genau, was momentan in der Musikszene angesagt ist, oder wo vielleicht irgendwann ein Hype entstehen könnte. Diese musikalische Mischung macht das Poolbar-Festival aus“, erklärt Selner, der sich in diesem Jahr vor allem auf Bands und Künstler wie Bilderbuch, Romano, Quantic oder Nada Surf freut.

Plattform für Ländle-Bands

Doch nicht nur die großen Namen der Musikszene sind es, die die Qualität des Poolbar-Festivals jedes Jahr aufs Neue ausmachen. Auch auf das musikalische Nischenprogramm und die regionale Musikszene im Ländle wird sehr viel Wert gelegt, wie Selner betont: „Wir wollen vor allem auch jungen Vorarlberger Bands, die sonst nicht die Möglichkeit haben, auf großen Bühnen zu stehen, eine Plattform bieten.“
Am 07.07. öffnet das Poolbar-Festival mit der Wiener Band Bilderbuch seine Türen für Tausende Musikliebhaber. Dann steht das Reichenfeld-Areal sechs Wochen lang im Zeichen von guter Musik, Poetry Slam, Kino, Tanz und spannenden Filmreihen. Doch bis dahin gibt es für Christoph Selner noch einiges zu tun. „Eine gewisse Anspannung ist immer da, aber wenn die erste Band auf der Bühne steht und das erste Bier geflossen ist, kann ich mich etwas zurücklehnen und das Festival genießen.“

Zur Person
Christoph Selner
CEO-Assistent bei der Poolbar
Geboren: 11. September 1986
Wohnort: Feldkirch
Ausbildung: Studium der Politik und Soziologie in Innsbruck
Laufbahn: seit 2007 beim Poolbar-Festival tätig, seit Mai Assistent der Geschäftsleitung
Hobbys: Lesen, Musik, Games, Filme

>> Bericht als PDF lesen <<

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„Herausforderung ist das halbe Leben“

 

The Gap–Lisa SchneiderNada Surf haben Anfang März mit „You Know Who You Are“ ihr achtes Album veröffentlicht. Die Haare sind grauer, die Gitarre spielt sich aber noch genauso gut wie früher. Eine Band, die ihren Sound gefunden hat. Anlässlich ihres Wien-Konzerts haben wir Matthew Caws zum Interview gebeten.

„Always Love“ von Nada Surf ist immer noch eine Hymne – auch, wenn die Silberhochzeit bald ins Haus steht; unglaubliche 20 Jahre sind seit der Veröffentlichung ihres Debüts „High/Low“ mittlerweile vergangen. Mit ihrem aktuellen, achten Album „You Know Who You Are“ spannen sie soundmäßig einen Bogen über die gesamte Bandkarriere.

Mit The Gap sprach Matthew Caws, der Frontmann der Band, kurz vor deren Auftritt im Wiener Wuk über Selbstfindung, das neue Album und über Musik, die man sich am besten beim Staubsaugen und Blumengießen anhört.

 

 

Ihr tourt mittlerweile schon seit einigen Wochen durch Europa – und um die Frage einmal anders zu stellen: Was war das Schlimmste, was bisher passiert ist?

Die Antwort ist für die Fans zwar toll, für das Interview aber total langweilig: Es ist wirklich alles wunderbar gelaufen. Ich habe heute beim Soundcheck einen kleinen Stromschlag abgekommen, aber das war schon wirklich das Schlimmste.

Bei Nada Surf habe ich immer ein bisschen das Gefühl, dass sich euer Studio-Sound und der auf der Bühne sehr unterscheiden. Was sagst du dazu?

Es ist sicher so, dass wir live stärker auftreten, wenn man so will. Lauter. Ich würde aber nicht sagen, dass ich wollen würde, dass die Alben ebenso klingen. Ich glaube, man kennt das: Beim Ausgehen hört man gern andere Musik, als man sie vielleicht zuhause, in Ruhe hört. Die Alben sind sehr behaglich, sehr poppig, ich glaube, auch meistens einfach angenehm zu hören. Auf der Bühne holen wir dann doch noch einmal so richtig raus, was wir unter Rock ’n’ Roll verstehen. Aber wie gesagt: Ich finde eigentlich, dass es ein schönes Kompliment an eine Band wäre, zu sagen: „Hey, deine Musik höre ich gerne, wenn ich Staub sauge.“

Du wärst nicht beleidigt, wenn dir jemand sagt, er hört Nada Surf am liebsten, während er die Blumen gießt?

Absolut nicht. In Ruhe ein Album bzw. die Musik genießen – das ist eigentlich das Schönste.

Denkst du, nach all den Jahren der Studio- und Bühnenerfahrung, dass es überhaupt eine solche Unterteilung gibt – in Studio- und in Livebands?

Im Idealfall ist das ja eine symbiotische Angelegenheit. Die Studioaufnahmen sind die profunde Grundlage fürs Live-Set, natürlich, man kann ja nie einfach nur alles improvisieren. Umgekehrt weiß man, wenn man im Studio steht – nach ein bisschen Erfahrung –, was live funktionieren kann und was nicht. Es ist also ein Austausch, ein Wechselspiel. Wobei ich schon glaube, ohne jetzt dezidiert auf die Schnelle Namen nennen zu können, dass es Bands gibt, die im Studio besser funktionieren als live. Ich hoffe, dass ist bei uns nicht der Fall (lacht).

Ihr habt gerade euer neues Album „You Know Who You Are“ veröffentlicht. Was sind die größten Unterschiede zu den vorigen Releases?

Ich glaube, das Album ist sehr straight geworden. Vor allem ist es – und das ist eigentlich unabsichtlich so passiert – doch ein Album, das einen Bogen spannt. Wir hatten 17 Songs, von denen wir schlussendlich die zehn ausgewählt haben, die aufs Album gekommen sind. Beim Aufnehmen der 17 Songs haben wir uns eigentlich nicht wirklich Gedanken gemacht, wohin der Sound jetzt genau gehen soll – wir haben es einfach passieren lassen. Als wir dann aber ausgesucht haben, welche einzelnen Tracks wirklich auf die LP kommen sollen, haben wir gemerkt, dass wir interessanterweise – vom Sound her – unsere gesamte Karriere mit diesen neuen Stücken abgedeckt haben. Teils klingt das Album wie unser Anfang als Band, dann wieder wie die mittleren Sachen, dann wieder wie die allerneuesten. Das Album ist schon ein bisschen eine Gesamtschau der Karriere geworden – und das freut uns im Endeffekt natürlich sehr.

Hättest du dir eigentlich gedacht, wenn du jetzt auf eine 20-jährige Karriere zurückblickst, dass ihr so lange gemeinsam spielen werdet?

Das hätte ich so direkt nicht gedacht, nein. Es war natürlich schon ein großer Traum.

Du wolltest also immer Rockstar sein?

Ich hatte lange keinen fixen Traum davon, was ich mit meinem Leben machen will. Dass ich unbedingt Musik machen muss, hat sich bei mir ergeben, als ich 16 war. Und auch da war es weniger das Rockstar-Leben an sich, das ich cool gefunden habe. Die Bands, die ich damals mochte, waren eigentlich auch noch ziemlich klein, weshalb mich diese Star-Attitüde ebenso wenig interessiert hat. 

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Die ehrlichste Platte von Prinz Grizzley

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Wann & Wo, Joachim Mangard – Prinz Grizzley alias Chris Comper veröffentlichte seine Country-EP. W&W sprach mit dem Wälder „John Fogerty“.

W&W: Am Freitag hast du deine erste Country-EP „Wide Open Country“ veröffentlicht. Wie ist es dazu gekommen?

Prinz Grizzley: Ich habe endlich die Zeit für die Musik gefunden. Country hat mich immer schon fasziniert, die Platte ist mein bisher persönlichstes Werk.

W&W: Was bedeutet Country für dich?

Prinz Grizzley: Viele verbinden die Musik mit großen, weißen Cowboy-Hüten und Stadion-Touren. In unseren Breiten verbinden viele den Sound mit etwas völlig Anderem, als ich es zum Beispiel inzwischen tue. Ich sehe einfach viele Parallelen zum ursprünglichen Country in den USA. Dort gibt es die Appalachen, bei uns die Bregenzerwälder Berge. Dort die Farmer, bei uns die Bauern. Kleine, ländliche Gebiete. Ich habe das Gefühl, dass Country einfach gut zum „Would“ passt.

 

Fotos: Prinz Grizzley und William Fitzsimmons
am poolbar-Festival 2015

 

W&W: Ist es dein persönlichstes Werk?

Prinz Grizzley: Absolut, ich habe dieses Mal das Gefühl das es meine ehrlichste Platte wird. Das soll aber nicht heißen, das Golden Reef nicht ehrlich war. Die EP spiegelt meine Vorlieben für Folk, Country aber auch härtere Nummern à la Neil Young wider. Im Herbst wird dann das ganze Album erscheinen.

W&W: Wie wurde die Platte aufgenommen?

Prinz Grizzley: Durch einen befreundeten Musiker wurde Oliver Varga, der Lebensgefährte und Gitarrist von Christina Stürmer, auf mich aufmerksam. Mit ihm habe ich dann die Platte über den Zeitraum eines Jahres aufgenommen. Besonders stolz bin ich auf die Pedal Steel-Parts von Aaron Goldstein, einem kanadischen Musiker, der weltweit zu den Besten auf diesem Instrument zählt.

W&W: Wie hast du ihn für deine Aufnahmen bekommen?

Prinz Grizzley: Als ich mich für meine Richtung entschieden hatte, richtig urigen Country, kam ich auf diesen Musiker. Zuvor hatte ich mich selbst an der Pedal Steel-Gitarre versucht. Ich habe aber realisiert, dass ich auf diesem Instrument länger als zwei Wochen üben muss, um es sauber auf einer Platte zu spielen. Dann sah ich Goldstein live in Zürich und wusste, dass ich ihn unbedingt auf meiner Platte haben wollte. Ich hab ihn frech angeschrieben, ihm meinen Sound gezeigt und innerhalb weniger Tage kam die Zusage – Frechheit siegt.

 

12_prinz_grizzley_by_matthias_rhomberg_016

 

W&W: Wie wird die Live-Besetzung aussehen?

Prinz Grizzley: Im Idealfall trete ich gemeinsam mit The Beargaroos in einer Band-Formation auf. Ich kann aber auch alleine, im Duo oder zu Dritt auftreten. Am 16. April spiele ich im Saumarkt Feldkirch. Dort kann man sich dann auch live selbst ein Bild machen.

W&W: Wie lautete das erste Feedback für deine Neu-Orientierung?

Prinz Grizzley: Obwohl sich die Musik schon sehr stark in einer Nische ansiedeln lässt, war das Feedback bisher sehr gut. Egal ob es von älteren Bikern, jungen Hipstern oder klassischen Country-Fans kam, die Musik spricht an und ich kann mich mit ihr identifizieren. Weil sie einfach ehrlich ist.

Fotos: Matthias Rhomberg

www.prinzgrizzley.com
Prinz Grizzley on bandcamp
EP-Sale

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Vertrauen ist oft mehr wert, als das große Geld.

http://poolbar.at/system/asset/filename/22338/crop/13_Holzbaupreis_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_058.jpg Festivalgelände 2015 // Foto: Matthias Rhomberg

Ein Interview von baeckstage.ch – Über zwei Jahrzehnte gibt es das poolbar//festival in Feldkirch bereits. Da es nahe der Schweizer Grenze liegt, ist das Festival auch für das junge Schweizer Kulturmagazin Bäckstage interessant. Bäckstage nutzte die Chance und befragten den einen Geschäftsführer Herwig Bauer zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Festivals. Er spricht offen aus dem Nähkästchen und gibt interessante Einblicke.


baeckstage.ch: Als Einstieg würde ich gerne wissen, was für euch das poolbar//festival besonders macht?

Herwig Bauer: Das Zusammenspiel vieler Dinge: Ein vielseitiges und ausgesuchtes Programm zwischen «Nischen und Pop», das auch Kabarett, Literatur, Tanz oder Film berücksichtigt. Die einzigartige Location eines stilvollen, alten Hallenbades – und das mitten in einem Park gleich beim Stadtzentrum. Die liebevolle Gestaltung auf allen Ebenen – von der Grafik über Mode bis hin zur jährlich neuen architektonischen Gestaltung des Geländes.

Und: Das Festival dauert einen Sommer lang und die Leute kommen gezielt zu ihren Lieblingsbands – dementsprechend gut ist die Stimmung und das Verständnis zwischen KünstlerInnen und Publikum. Bei großen Festivals ist das ja oft anders: da stehen 20.000 vor der Bühne, und 15.000 warten hauptsächlich auf die Band danach oder reden über die Band davor. Ah, und das bunt gemischte Publikum aus allen Szenen, allen Ländern, allen Schichten, aller Altersgruppen

 

baeckstage.ch: Das Festival besticht durch ein sehr vielseitiges Programm. Wie entscheidet ihr, was ins Programm aufgenommen wird? Worauf wird der Fokus gelegt?

Herwig Bauer: Große Namen sind uns generell natürlich herzlich willkommen, wenn das, was sie machen, in unseren Augen richtig gut ist. Wir wollen aber v.a. dafür stehen, dass man zum poolbar//festival kommen kann, auch ohne die Bands zu kennen – dass man darauf vertrauen kann, dass man bei uns Großartiges entdecken kann, manchmal auch die Stars von morgen.
In der Programmgruppe wird viel diskutiert, wir sind uns nicht immer einig – und genau diese vielfältigen Interessen einiger Musik-Nerds machen es dann wohl auch aus.

 

baeckstage.ch: Wie wertvoll sind  Kontakte, die über die Jahre entstanden sind, wenn es darum geht, einen Act zu bekommen?

Herwig Bauer: Vertrauen ist oft mehr wert als das große Geld. Letzteres haben wir nicht, daher ist unsere Hauptwährung Vertrauen, dass die Agenturen und Bands über die Jahre zu uns aufgebaut haben. Wir versuchen die Acts technisch, gastronomisch und menschlich hervorragend zu betreuen und ihnen perfekte Rahmenbedingungen und ein enthusiastisches Publikum zu bieten. Wenn das zuverlässig gelingt, schicken die Agenturen ihre besten Pferde zu uns.

DAS GANZE INTERVIEW BEI BÄCKSTAGE.CH ZUM NACHLESEN.

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„Perlen“ der Acts – eine Playlist

Das Line-Up für das Poolbar Festival steht fest. Aloe Blacc komplettiert neben Pusha T, Patrice, Wanda, William Fitzsimmons, Charlie Winston und Kele als letzter Headliner das Lineup.

Elektro Guzzi, HVOB, M185, The Pains of Being Pure at Heart sowie zahlreiche DJs, Filme und Präsentationen vervollständigen außerdem das Programm. Aus diesem Grund fragte Wann & Wo bei Poolbar-Macher Herwig Bauer nach und erkundigte sich nach den „Perlen“ der heurigen Acts.

„Lässigkeit bis zum Exzess

Wir möchten die Playlist hier mit euch teilen. Sie ist ein schöner Mix aus allen Musikrichtungen, ist lässig, ist exzessiv, macht Laune und neugierig auf das kommende poolbar//festival. So vielseitige wie Herwigs aktuelle Playlist ist, wird sich auch das Festival zeigen. Für jeden Geschmack ist was mit dabei – viel Spaß damit. //liebe Grüße aus der Poolbar-Redaktion

Playlist zum Reinhören

Aloe Blacc – Wake me Up // Ja, die Avicii-Version mit den darüber gelegten Beats verkauft sich besser (knapp eine Milliarde Views auf Youtube), aber das Original geht tief unter die Haut, das Video macht betroffen, traurig, wütend – und es motiviert.


  

Kele – Tenderoni // Der Sänger von Bloc Party kommt mit mit seinem Live-Projekt samt Visual-Show auch zu uns in den pool. Bewusst in den pool – denn diese treibenden Beats gehören in einen Club, hier muss getanzt werden.



Darwin Deez – Radar Detector // So muss Indie: Musikalisch großartig und verspielt, sich selber nicht ernst nehmend und augenzwinkernd grandiose synchron-Moves auf die Bühne choreografieren. Das Darwin Deez poolbar-Konzert wird ein rauschendes Fest.



Etienne de Crécy feat. Madeline Follin – You // Plötzlich ist der Urvater des French House / Frech Touch wieder in den Charts.



Pusha T ft. Tyler, The Creator - Trouble On My Mind // Ich bin definitiv kein HipHopper. Aber wenn sich einer jenseits von BlingBling und Gewalt mit Intelligenz seinen Platz neben den ganz großen US-Rap-Stars wie Pharell Williams oder Kanye West erobert, verdient das Respekt.



Dillon - Thirteen Thirtyfive // Ein wunderschöner Song, um sich mit dem eigenen Weltschmerz hinterm Ofen zu verkriechen. Verträumtes Klavier, im Hintergrund James-Blake-Elekronik und eine zerbrechliche Stimme, die über Liebe, Trauer, Sehnsucht, Vergänglichkeit  singt...mehr als 20 Millionen Views auf Youtube zeigen, dass die Welt nicht nur Party will. Einige Views davon habe ich beigesteuert.

 
Robb – fourbyfour // Ein unglaublich entspannter, zurückgelehnter Sommersong mit souliger Stimme. Passt perfekt ins „Freibad“ beim poolbar//festival: Hier haben wir jeden Samstag um halb Acht Open Air Konzerte bei freiem Eintritt.


Colour Haze – Inside // Hier darf man ausnahmsweise „Kultband“ sagen. Sie führen  - als Eröffnungsact des poolbar//festivals am 10.Juli - das Beste der alten Black Sabbath mit der Schwere von Kyuss zusammen. Stonerrock de Luxe.

 

Gewinnspiel: Tickets für Aloe Blacc und Wanda!

Als besonderen Anreiz verlost WANN & WO jeweils 2x2 Tickets für die Poolbar-Konzerte von Aloe Blacc (22. Juli) und Wanda (16. Juli). Das Konzert der österreichischen Schartstürmer Wanda ist bereits komplett ausverkauft! Wer mitmachen möchte, schreibt einfach eine E-Mail mit dem Wunschkonzert an wannundwo@poolbar.at

Text: WANN & WO, Herwig Bauer, Poolbar Redaktion

 

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poolbar ganz privat

Die Vorarlberger Nachrichten haben Herwig Bauer  - gemeinsam mit Heike Kaufmann ist er Geschäftsführer der poolbar GmbH - zur Geschichte und der aktuellen Entwicklung des Festivals befragt. Er verrät im Interview, wie er den Spagat zwischen Kultur und Wirtschaftlichkeit schafft, wie wichtig Sponsoren sind, und wie das poolbar-Festival immer am Puls der Zeit bleibt.

 

Sie sind vor 21 Jahren mit einer Kursreihe gestartet. Heute ist die Poolbar eine der größten Kulturveranstaltungen im Land. War der Erfolg absehbar?

Bauer: Es steckte damals eigentlich eine egoistische Ambition dahinter. Ich habe mich selbst künstlerisch betätigt und an verschiedenen Kursen teilgenommen. Da habe ich gedacht, so etwas könnte ich selber auch organisieren. Zum Festival hat es sich dann im Laufe der Zeit gewandelt. Bei vielen Dingen haben wir aus dem Bauch heraus agiert und das hat nach wie vor hohe Priorität. Man spürt, dass wir nicht im Auftrag der Gewinnmaximierung arbeiten. Wir machen Dinge, die uns selber auch gefallen.

http://poolbar.at/system/asset/filename/19630/herwig-bauer-poolbar-vn_by_lerch.jpgHerwig Bauer mit einem der neuen poolbar-Möbel. Das Konzept zur Neu-Nutzung der Becher wurde an der HTL Rankweil (Kolleg für Holztechnik und Innenraumgestaltung) von Student Thomas Nagel entwickelt. Fotos: Lerch

 

Inwieweit hat sich das Festival über die Jahre verändert?

Im ersten Jahr gab es eine Abendveranstaltung und in Folge ein Konzert. Da hat sich herausgestellt, dass das mehr Spaß macht als die Workshop-Sache. Wir haben verschiedene Varianten ausprobiert, wie man die Workshops anders gestalten kann und sind dann bei den Wettbewerben gelandet. Denn wir wollten das klassische Schüler-Lehrer-System durchbrechen und stattdessen Leute einladen, mitzugestalten. Diese Wettbewerbe sind nun die Methode, wie man das ursprüngliche Gedankengut der Workshops in eine passendere Variante umwandeln kann.

Bei der Poolbar gibt es einen Architekturwettbewerb, Musik, Kino und einen Ableger in Wien. Verzettelt man sich da nicht?

Eigentlich überhaupt nicht. Dass wir eine ganz große Bandbreite anbieten, war immer das Spezielle an der Poolbar. Wenn man zu uns kommt, wird man programmtechnisch mit viel Unerwartetem konfrontiert und auch beim Ambiente stößt man auf gute Gestaltung.

Verliert man bei der Planung nicht mit den Jahren das Gespür dafür, was ein junges Publikum will?

Wir haben das große Glück, dass wir nicht nur für das junge Publikum interessant sind, sondern auch junge Menschen im Team haben, mit denen wir uns absprechen. Man kann natürlich auch über die Medien selber verfolgen, was gerade angesagt ist, aber es ist immer gut und wichtig, dass man mit den Jungen direkt Kontakt hat und sich austauscht. Wir stimmen uns also mit dem personifizierten Puls der Zeit in Form von jungen Menschen ab.

 

Wie viel Zeit nimmt das Festival in Anspruch?

Jede verfügbare Sekunde. Parallel arbeite ich für einen Verlag in Wien, das ist allerdings eine sehr flexible Geschichte. In Zeiten wie jetzt ist der Anteil am Wien-Job quasi nicht vorhanden. Unterm Strich habe ich aber immer zu wenig Zeit.

Beim Festival treten Stars auf, überhaupt muss ein mehrwöchiges Festival finanziert werden. Welche Rolle spielen dabei Sponsorengelder?

Bauer: 18 Prozent sind öffentliche Förderungen, 32 Prozent Sponsoren, 30 Prozent Gastronomie-Einnahmen und 20 Prozent Ticket-Verkäufe. Wir haben das Glück, dass wir mittlerweile einen großen Namen haben. Wenn österreichweit agierende Unternehmen im Westen etwas suchen, stoßen sie auf uns, wenn es um ein junges Publikum geht. Das macht es leichter, aber dennoch ist es eine Wahnsinns-Arbeit. Denn der Leistung der Sponsoren muss eine zählbare Gegenleistung gegenüberstehen, sonst finden wir niemanden.

Sie sind inzwischen einer der größten Kulturveranstalter Vorarlbergs. Wie gehen Sie persönlich mit der wirtschaftlichen Verantwortung um?

Es ist immer das große Zittern, wenn der Steuerberater Heike und mir die Bilanz übermittelt, und man steht mächtig unter Druck. Momentan sind wir finanziell etwas ins Eck gedrängt, aber der Optimismus war und ist immer Teil unserer Grundeinstellung. Dieser ist nach wie vor ungebrochen und ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind, um uns finanziell auf soliden Füßen zu halten.

http://poolbar.at/system/asset/filename/19631/herwig-bauer-im-gespraech-mit-den-vn.jpgHerwig Bauer im Gespräch mit den VN in der HTL Rankweil. Hier werden gerade die Möbel fürs Festival gefertigt.

 

Müssen Sie künstlerisch Kompromisse eingehen um dem Anspruch an Wirtschaftlichkeit gerecht zu werden?

Definitiv. Es wäre naiv zu glauben, es wäre nicht so. Es gibt viele Dinge, die wir gern hätten, aber die nicht leistbar sind. Gerade heuer haben wir ein Jahr, in dem wir das machen, was wir uns leisten können. Das bedeutet auch, dass wir anstelle von zwei Vorgruppen nur eine haben. Dabei geht es aber nicht nur um die Wirtschaftlichkeit, sondern auch darum, die Belastbarkeit des Teams in Grenzen zu halten. Denn nur wenn das Team mit Freude und Energie bei der Sache ist, funktioniert das Festival. Daher an dieser Stelle ein großes Dankeschön von Heike Kaufmann und mir an alle, die gemeinsam helfen, das Festival umzusetzen.

 

Der vollständige Artikel ist auf der Homepage der Vorarlberger Nachrichten nachzulesen.

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Bilderbuch im Interview

Mit ihrer EP "Feinste Seide" (2013) und den Hits "Plansch" und "Maschin" erobern Bilderbuch auch weiterhin die Massen und nicht zuletzt auch den FM4 Amadeus Award 2014. Bevor wir am 4. Juli mit ihnen gemeinsam die diesjährige poolbar-Eröffnung begehen, erzählt Gitarrist Michael Krammer noch über ihren sensationellen Erfolg und die Hintergründe.

 

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Philipp Heinkel und Franziska Tschinderle von VOLUME.at haben das folgende Interview mit Michael Krammer (Bilderbuch) geführt:

Halleluja: Wird Bilderbuch den Rock wiederbeleben?

Michael Krammer: Was mich persönlich betrifft: Unsere Bandfamilie Bilderbuch belebt immer wieder das Verlangen in mir, etwas Eigenständiges zu schaffen und mich nicht unreflektiert zu wiederholen. Wenn sich durch uns in Zukunft manche Leute der Rockmusik wieder näher fühlen, dann ist das großartig. Wir sehen uns aber nicht als die Botschafter des Rock’n’Roll. Falls aber doch kein anderer den großen Genrekampf übernehmen will und es hart auf hart kommt, ziehen wir uns natürlich gerne Vatis bestickte Lederjacke mit dem AC/DC-Logo über.

"Österreicher machen bessere Popmusik als Deutsche" haben Musikexperten von der Süddeutschen Zeitung nach eurem Song "Maschin" geschrieben. Welche Künstler aus Deutschland haben euren Werdegang geprägt?

Für mich die letzte und einzige deutsche Band in diesem Fragenzusammenhang: Madsen – damals 2005, beim ersten Album. Danach gab es nichts mehr, das ich als wirklich prägend empfinde. Bei Maurice und Peter war es ebenfalls Madsen, auch die Jungs von Anajo aus Augsburg haben bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Seit der EP "Feinste Seide" klingt Bilderbuch anders als davor! Was ist im Sommer 2013 mit euch und eurem Sound passiert?

Diese Entwicklung hat schon Ende 2012 begonnen, als unser früherer Drummer Andreas Födinger ausgestiegen ist. Eine Band ist wie drei Beziehungen auf einmal zu führen. Umso schwieriger, wenn jemand aufhört, an all das zu glauben, was einem selbst im Leben heilig ist. Da beginnt das Grübeln über sein oder nicht sein. Wir haben dann irgendwann gecheckt, dass nicht nur zählt, was man sagt, sondern vor allem, was man tut. Darum haben wir damit angefangen, was wir schon lange machen wollten - frische, feinste Seide. Wir haben den venezianischen Spiegel abgeschraubt, um eine mit Graffiti besprühte Glasplatte einzubauen. Soll heißen: Musikalisch sowie textlich sind viele Elemente vereinfacht und auf den Punkt gebracht worden. Das Album „Die Pest im Piemont “ war 2011 eine Ausgeburt unserer damaligen Künstleregos, aber absolut notwendig, um heute mit einer gehörigen Portion Eier in der Hose das sein zu dürfen, was wir sind.

Hip Hop! Wie viel hat der frische Schlagzeuger Philipp Scheibl zu eurer musikalischen Weiterentwicklung beigetragen?

Er ist zu uns gekommen, als wir halbfertige Ideen hatten – aber keine ausgereiften oder zufriedenstellende Songs. Ohne Philipp „Pille“ Scheibl hätten wir diese Ideen nie auf den Punkt gebracht. Mit ihm kamen Hip Hop, Frauen, Party und Arbeitsmoral. Wir lieben ihn!

Bilderbuch steht auf den Jahresbestenlisten diverser, renommierter Musikmedien ganz oben. Wie wollt ihr 2014 das Ganze toppen?

Alles geht sich aus! Da gibt es noch den ein oder anderen Glückskeks, der von uns noch nicht geöffnet wurde. Im Notfall stellen wir 2014 unsere Lamborghinis auf eBay und nutzen das verdiente Geld, um uns in die "Austria Top 40" einzukaufen.

Anders gefragt: Wann kommt ein neues Album von euch und was steht dieses Jahr ganz weit oben auf eurer To-do-Liste?

Es gibt noch keine Erscheinungstermine für neue Songs - ist auch besser so, da sich der ohnehin schon relativ große Druck dann in Grenzen hält. Wir sehen diese Nachfrage eher als großes Kompliment, dass sich die Leute jetzt, drei Monate nach "Feinster Seide", schon wieder fragen, wann denn da was Neues kommt. Und das steht wohl auch - neben Dingen wie Festivals, Merchandising und unseren Solokonzerten – ganz oben auf der To-do Liste: Songs!

Welche Songs bzw. Künstler stehen in eurer persönlichen Hitparade auf den Spitzenplätzen?

Kendrick Lamar "Bitch, Don't Kill My Vibe", Big Sean "Guap", Drake "Over My Dead Body" oder Solange "Losing You". Deutschsprachige Musik empfinden wir in letzter Zeit leider als Enttäuschung, deshalb spielen auch im Moment hauptsächlich Amerikaner in unserer Hitparade. Das liegt jedoch nicht an der Sprache - es ist leider selten geworden, dass uns etwas total vom Hocker reißt bzw. uns ein Gefühl von Zeitlosigkeit und purer Coolness gibt.

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Keine Frage: Das Interesse an Bilderbuch und euren Personen ist in den vergangenen Monaten wieder enorm gestiegen. Wie schützt ihr euch vor Arschkriechern, Trittbrettfahrern, falschen Freunden und akuter Abhebegefahr?

Wir widmen unser Leben gerade ausschließlich der Band. Dadurch hatten wir in den vergangenen Monaten fast gar keine Zeit für Freunde - schon gar nicht für falsche. Ich habe auch nicht das Gefühl, Angst vor Arschkriechern und Trittbrettfahrern haben zu müssen. Es gibt genügend andere Ärsche, in die sich das Reinkriechen mehr lohnt. Außerdem ein weiterer Vorteil unseres vierer Gespanns: Das Abheben ist nahezu unmöglich, da es immer jemanden geben wird, der dir mitten ins Gesicht sagt, wie lächerlich du dich gerade aufführst.

Angeblich seid ihr die einzigen Musiker neben Kanye West, die Autotune verwenden können, ohne absolut beschissen zu klingen. Kompliment, Fluch oder Segen?

Kompliment! Die Welt wäre ein besserer Ort, gäbe es mehr Autotune – zum Beispiel auf der Zahnbürste, im Fernseher, in den Moon Boots. Autotune - Heals The World, Makes It A Better Place!

Wie ölt Bilderbuch seine "Machin"?

Früher wurde die Maschin ausschließlich mit Spiritus geölt, heute passiert das in Ausnahmefällen auch schon einmal mit einer guten Flasche Wein bei Kerzenschein. Am Ende bleibt es dann aber doch meistens beim Spiritus.

Wo Planschen die Jungs von Bilderbuch im Sommer 2014?

Wir sind sehr privilegiert, im Sommer 2014 auf einigen der großartigsten Festivals spielen zu dürfen, die der deutschsprachige Raum so zu bieten hat – Southside, Hurricane und Melt! Festival beispielsweise. Eigentlich wollten wir uns dafür bis 2020 Zeit nehmen. Umso besser, so können wir uns endlich mit vollster Konzentration und Hingabe unserem eigentlichen und primärsten aller Lebensziele widmen - dem Amadeus Austrian Music Award. Gepriesen sei der Herr!

Amen und bis bald!

 

Am 4. Juli 2014 werden Bilderbuch das diesjährige poolbar-Festival im Alten Hallenbad in Feldkirch eröffnen, Tickets gibt es HIER.

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Anna Calvi: schüchtern & extrovertiert

Anna Calvi erzählt im Interview über ihr aktuelles Album "One Breath", Schüchternheit und wie ihr Edith Piaf beim Singenlernen geholfen hat. Ihr mit Spannung erwartetes Konzert beim poolbar-Festival 2014 findet am 22. Juli im Alten Hallenbad statt.

 

Martin Riedl hat Anna Calvi für thegap.at interviewt:

Brian Eno, Nick Cave... die Riege der Musiker, mit denen die Britin Anna Calvi verkehrt, ist eine sehr exklusive. Es kann nicht zu ihrem Schaden gewesen sein: Nach dem vielseitig bejubelten selbstbetitelten Debütalbum gelingt mit "One Breath" ein eindrucksvolles Follow-Up.

Zwischen wüstem Telecaster und Streicherbetten tönt die selbstbewusste Flamenco-Rampensau Calvi; Ironie freilich ist es, dass sie beim Skype-Interview dann zu schüchtern ist, das Video anzumachen.

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The Gap: Ein signifikanter Punkt, den ich ansprechen will, ist: Du hast erst relativ spät überhaupt mit dem Singen angefangen. Was hat dich so lange davon abgehalten?

Anna Calvi: Ich war ein wenig schüchtern, deshalb hatte ich es sein lassen. Später habe ich dann realisiert, dass das albern ist. Wenn du Songs schreibst, dann solltest du die auch singen. Also habe ich sehr hart daran gearbeitet, bis ich das Gefühl hatte dass ich mich verbessere und auch selbst zufriedener damit bin.

Wieviel musstest du da üben?

Mehrere Stunden jeden Tag. Etwa vier oder fünf Stunden.

Nur du und deine Gitarre?

Ich habe die Musik von Sängerinnen und Sängern angehört, die mir gefielen, etwa Edith Piaf oder Elvis, und dabei versucht herauszufinden, wie die zu ihrem Sound kommen.

Aber du hast nie Gesangsstunden genommen?

Nein.

Wenn man so will hat dir also Edith Piaf das Singen beigebracht?

Eigentlich schon.

Wenn du dich für eines entscheiden müsstest: Was magst du lieber - Gitarre spielen oder singen?

Ich denke, dass das inzwischen eher das Singen ist, weil ich mich als Sängerin sehr wohl fühle. Es ist eine schwierige Entscheidung, weil ich beides sehr gerne habe. Singen ist noch etwas neuer für mich, es ist eher noch so wie die Anfänge einer Beziehung – einer Beziehung mit meiner eigenen Stimme.

Warst du immer schon die musikalische Nonkonformistin, die du jetzt bist? Emo und/oder Punkphasen als Kind? Welche Musik hat dich dort hingebracht, wo du heute stehst?

Meine Eltern hatten eine große Plattensammlung, weshalb ich viel von ihrer Musik angehört habe. Als Teenager hatte ich eine Phase, in der mir Grunge gut gefiel, wahrscheinlich weil das zu der Zeit gerade aktuell war. Klassische Musik hat mir aber auch gefallen.

Zum Beispiel?

Débussy und Ravel waren die ersten beiden Komponisten, mit denen ich mich beschäftigt habe. Dann fing ich auch an, auch minimalistische Komponisten zu hören, wie zum Beispiel Steve Reich oder Philip Glass.

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Brian Eno spielt eine entscheidende Rolle in deiner Karriere. Wie ist das passiert? Es ist ja nun nicht gerade so, dass man ihn einfach in einer Bar trifft, um ihm dort über die eigene Musik zu erzählen...

Stimmt. Der Besitzer eines Veranstaltungsorts war ein Freund von ihm. Er erzählte Brian von mir, und ich gab ihm dann meine EP, die ihm sehr gefiel. Er hat mich dann sehr dazu ermutigt, das zu tun.

Wie funktioniert das Songwriting bei dir? Musst du für dich allein sein, oder brauchst du Leute um dich herum?

Ich bin gern allein, wenn ich schreibe, und brauche einen Raum, wo mich keiner hören kann. Wenn die Songs fertig sind gehe ich damit zu meiner Band. Sehr oft ist das dann schon komplett arrangiert, es kommt aber auch vor, dass wir zusammen an den Arrangements arbeiten.

Das Tour-Lineup von Anna Calvi ist sehr klein. Außer dir sind das nur Daniel Maiden-Wood und Mally Harpaz. Never change a winning team? Oder hast du dir auch schon mal überlegt, etwa ein Orchester mit auf die Bühne zu setzen?

(lacht) Es funktioniert sehr gut mit diesen Musikern, und es ist auch gut eine Band zu haben, anstatt Session-Musiker anrufen zu müssen. Ich genieße es, mit den beiden zu arbeiten.

Du hast also noch nie darüber nachgedacht, auch auf der Bühne noch mehrere Musiker dabeizuhaben? Oder ist es so wie es jetzt ist genau richtig?

Bei diesem Album werde ich vielleicht einen Keyboarder mit auf der Bühne haben, aber ich will es eigentlich klein halten. Ich mag es, der Musik Raum zu geben. Je mehr man anfüllt, desto weniger bleibt einem dann letztendlich übrig.

Verstehe ich das richtig: Du meinst dass man vieles auslassen sollte, sodass die Dinge, die man stehenlässt, stärker wirken?

Dann ist es einfacher, Dynamiken zu erzeugen. So kannst du eine Leere erzeugen, die expressiv und explosiv wirkt. Das ist einfacher, wenn man plötzlich aufhört und stillhält.

Ich habe gelesen, dass dir Ehrlichkeit bei den Auftritten besonders wichtig ist, Ehrlichkeit dem Publikum gegenüber. Wie könntest du überhaupt unehrlich zu deinem Publikum sein?

Wenn du die Dinge aus den falschen Gründen tust. Wenn du Musik machst, weil du glaubst dass es das ist, was die Leute hören wollen, obwohl es nicht wirklich dein Ding ist.

Die extrovertierte Bühnenpersönlichkeit Anna Calvi mit ihren androgynen Flamenco-Kostümen steht in starkem Kontrast zu der sanft-schüchternen Stimme, mit der du mir jetzt begegnest. Wie erklärst du diese Ambivalenz anderen Menschen?

Wenn ich auf der Bühne stehe und Musik mache, kann ich eine stärkere und furchtlosere Seite von mir zeigen.

Als du mit dem Singen angefangen hast, wusstest du da schon, dass du eine so extrovertierte Person sein kannst?

Das ist sehr natürlich, ich fühle mich eigentlich recht entspannt in dem Zustand, und dann fühle ich mich auch stark. Ich hatte auch noch nie Bühnenangst, habe das nie als furchteinflößend empfunden. Je mehr ich [aufgetreten bin], desto selbstbewusster habe ich mich gefühlt.

 

Am 22. Juli 2014 wird Anna Calvi beim poolbar-Festival im Alten Hallenbad in Feldkirch live auftreten, Tickets gibt es HIER.

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Gerard: EMO-Rapper mit DIY-Attitüde

Seinen eigenen Weg geht der aus Oberösterreich stammende und in Wien lebende Rapper Gerard, vormals Gerard MC. Nach einigen Mixtapes und zwei Eigenbau-Alben sowie Gastauftritten bei Prinz Pi oder Chakuza hat Gerard letzten September sein neues Album "Blausicht" veröffentlicht und sich damit (vor allem!) in Deutschland schon einen Namen gemacht.

Was ihm wichtig ist und warum er nach langen Verhandlungen lieber auf "Do it yourself" setzt, als sich einer großen Plattenfirma anzuvertrauen, hat Gerard im mica-Interview verraten.

 

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Du bist mir bereits vor Jahren immer wieder mal mit Veröffentlichungen aufgefallen. Wie lange bist du jetzt schon dabei?
Ich habe mit 14, 15 zu rappen begonnen und seitdem auch immer wieder was rausgebracht: 2003 das erste Mixtape, 2007 das erste Album. Da war ich 18. Vor zwei Jahren habe ich mein Studium abgeschlossen, jetzt konzentriere ich mich ganz auf meine Musik.

Was hast du studiert?
Gerard: Jus. Ich weiß also, was in einem Vertrag drinsteht. Beruflich habe ich aber fürs erste keine Pläne in die Richtung. Vielleicht beschäftige ich mich später einmal mit Urheberrecht oder Medienrecht. Aber jetzt möchte ich einmal ausschließlich Musik machen.

Wie wurde aus Gerald Hoffmann Gerard MC?
Gerard: Der Name ist entstanden, weil sich Gerard bei meinen ersten Freestyles auf ziemlich viel gereimt hat: "Alles klar / Gerard / Der Star / Ich bin da." (Lacht) So hat sich das eingebürgert. Bis zuletzt habe ich mich Gerard MC genannt. Den Zusatz MC habe ich jetzt gestrichen. In gewisser Weise ist das neue Album mein eigentliches Debütalbum. Es ist das erste mit Vertrieb, Management, Videos und so weiter. Da wollte ich auch einen neuen Namen haben. Gerard MC fand ich nicht mehr zur Musik passend. Der klang nach klassischem HipHop der Boombap-Ära, aber damit hat das neue Album nicht mehr viel zu tun. Als ich anfing, war das total in, da gab es Leute wie MC René oder Ferris MC.


Wie bist du zum Rappen gekommen und was waren deine ersten Vorbilder?

Gerard: Curse war damals eine große Inspiration. Witzigerweise ist er jetzt ein Gerard-Fan. "Von Innen nach Außen" war ein richtiges Pubertätsalbum von mir. Das war die Zeit von Napster. Da konnte man sich plötzlich alles ganz schnell ziehen – und das habe ich auch gemacht.

Du kommst aus Thalheim bei Wels. Gab es damals in Wels eine HipHop-Szene, oder bist du oft nach Linz gefahren?
Gerard: Ehrlich gesagt war ich die ganze Zeit in meinen Kinderzimmer in Thalheim. Da hat sich alles abgespielt. Ich war nur auf ein paar Jams in Linz, aber ohne Auto war es mit 15, 16 schwierig, überhaupt zu Veranstaltungen hinzukommen. Ich habe meine Fühler übers Internet ausgestreckt. Über die Kommunikationsplattform ICQ lernte ich mit der Zeit ein paar Wiener Produzenten kennen und habe ab und zu ein Wochenende in Wien verbracht.

Du lebst seit einigen Jahren in Wien, bist aber auch hier nicht wahnsinnig präsent. Woran liegt das?
Gerard: Das stimmt. Ich habe mich nie einer bestimmten Szene zugehörig gefühlt. Mir ist es immer einfach darum gegangen, mir Menschen zu suchen, mit denen ich coole Musik machen kann. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und was Auftritte betrifft, ist der Plan, mich nur in sehr durchdachtem Rahmen zu präsentieren. Nach dem Motto: Klasse statt Masse. Ich will echt nicht auf jedem Dorf-Jam auftreten.



Erzähl mal über dein aktuelles Album "Blausicht". Ich habe über Facebook die Entstehung ein wenig verfolgt. Du hast doch sehr lang daran rumgebastelt.
Gerard: Ja, aber ich habe nicht die ganze Zeit daran gearbeitet. Der Abschluss meines Studiums fiel auch in die Zeit rein und ich habe zwischendurch ein Kollabo-Album mit einem Schweizer Rapper gemacht. Es sind schon ständig Texte und Skizzen entstanden. Aber wirklich konstant zu arbeiten begonnen habe ich erst vor zweieinhalb Jahren. Ich musste erst noch das musikalische Umfeld finden, das meine Sound-Vorstellungen umsetzen kann. Und ich habe auch lange in Deutschland nach dem richtigen wirtschaftlichen Umfeld gesucht und mit Plattenfirmen gesprochen. Das Problem ist halt, dass man anfangs keine Ahnung von dem Ganzen hat, sich mit einer Unterschrift aber gleich einmal für vier, fünf Jahre binden würde. Das zu überlegen, hat seine Zeit gebraucht.

Im Endeffekt hast du bei keinem Major unterschrieben, sondern machst es selbst.

Gerard: Wir sind zu dritt: mein Management in Deutschland, das aus zwei Leuten besteht, und ich. Wir gehen alle mit dem gleichen finanziellen Aufwand rein. Vertrieb ist Groove Attack. Die machen zum Beispiel auch Cro oder haben früher Aggro Berlin gemacht. Die haben Erfahrung, was Indie-Themen betrifft, die auf Größeres angelegt sind. Ich glaube, das ist die beste Lösung. Ich wollte das, was ich mir für "Blausicht" vorgestellt habe, einfach komplett durchsetzen. Das wäre bei einem Major nicht möglich gewesen. Die greifen sich schon auf den Kopf, wenn du ihnen erzählst, dass die erste Single ein Jahr vor dem Album rauskommen soll. Es schaut momentan so aus, als würde der Plan, es selber durchzuziehen, gut aufgehen. Es ist noch immer ein bisschen naiv zu glauben, dass es funktioniert, aber ich habe ein gutes Gefühl.

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Dein in Berlin lebender Kollege Chakuza ist bei Four Music unter Vertrag. Wäre das nichts für dich gewesen?
Gerard: Mit denen war ich auch im Gespräch. Aber im Endeffekt hat es nicht gepasst. Bei der Arbeit mit einer Plattenfirma geht es meines Erachtens darum, dass du als Künstler eine Handvoll Leute dort hast, die verstehen, was du macht, und entsprechend motiviert sind. Da habe ich dort einfach niemand gefunden. Ein Problem bei den Majors ist auch, dass die Ansprechpartner oft wechseln. Bei einer anderen Firma habe ich den Typen kennengelernt, der auch Cro unter Vertrag genommen hat. Kurz vor Vertragsunterzeichnung hat er gesagt, dass er kündigen wird. Mit seiner Nachfolgerin habe ich überhaupt keine Gesprächsbasis gefunden. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie die nächsten Jahre für mich verlaufen wären, wenn ich vorher schon unterschrieben gehabt hätte.

Sagen wir, ich bin ein Plattenfirmenmensch. Erkläre mir in ein paar Sätzen, was "Blausicht" besonders macht.
Gerard: Okay. Thematisch geht es um die Generation Maybe, aber nicht aus dem Blickwinkel, dass diese Generation überfordert ist und nicht weiß, was sie aus ihren Möglichkeiten machen soll. Ich wollte etwas Optimistisches machen. So quasi: Geil, dass wir aussuchen können, was wir wollen. Man muss eben eine Sache für sich finden, die man mit Leidenschaft durchzieht. Das Album ist in der Hinsicht auch sehr persönlich. Als ich mein Studium beendet habe, war ich auch an so einem Punkt. Ich habe immer schon Musik gemacht, aber es war nie absehbar, davon leben zu können. Die Frage: Was machst du mit dem Rest deines Lebens? Am besten kann ich nun mal Musik. Darum habe ich alles auf eine Karte gesetzt. Nicht von ungefähr sind so viele mantramäßige Motivationssongs entstanden: Zweifel ausblenden und einfach machen.
Von der Musik her ist das Album extrem futuristisch, mit UK-Anleihen und einer Nähe zu Dorian Concept. Es arbeiten im HipHop gerade viele Leute mit Gitarren und anderen Instrumenten, das wollte ich gar nicht. Leute wie Hudson Mohawke, der jetzt Sachen für Kanye West macht, sind Vorbilder von mir. Der war vor sieben Jahren schon als DJ in Wien und ich habe mir gedacht: Wow, irgendwann wird so HipHop-Musik klingen.
Wichtig ist mir auch noch, dass das Ganze ein Gesamtkonzept ist. Durch Twitter, Instagram und Youtube-Sessions habe ich die Leute am Wachsen des Album teilhaben lassen. Und dann geht es noch um tausend Kleinigkeiten. Zum Beispiel habe ich das Album bei Patrick Pulsinger analog mischen lassen und nicht bei Casper im Studio, wo wir aufgenommen haben. Mir geht es generell um Eigenständigkeit. Manchmal klingt die Snare vielleicht zu laut, aber das ist Absicht. (Pause) So, und das erkläre bitte einmal einem A&R. (Lacht)



Du hast Casper angesprochen. Ihr steht beide für das, was man Emo-Rap nennt. Du warst immer schon so unterwegs, hast nie den Harten rausgekehrt.
Gerard: Höchstens am ersten Album findet man noch eine HipHop-Attitude, wo ich ein bisschen auf dicke Hose mache. Aber auch da sind schon gefühlvolle Songs drauf. Ich war nie der krasse Battle-Rapper und habe mich nie verstellt, sondern bin einfach meinem Gefühl gefolgt.

Du hast vorhin von "ein paar Wienern" gesprochen. Wer mischt außer dir noch mit?
Gerard: Die meisten Produktionen stammen von NVIE Motho, einem meiner besten Freunde. 80 Prozent des Albums hat er produziert. Aufgenommen haben wir in Berlin bei Stickle im Studio, den ich noch aus Linz kenne. Ich gebe zwar überall den Ton an, aber ich hole mir von allen Seiten Input. Darum sage ich oft "wir". Ich will keine HipHop-Tracks machen, sondern Songs mit einem richtigen Konzept. Oft sitze ich an den letzten zwei Zeilen einer Strophe zwei Tage lang. Die sind extrem wichtig, hat Mike Skinner einmal gesagt, weil sie einem Song das gewisse Etwas geben können.

Mike Skinner alias The Streets ist ein großes Vorbild von dir.
Gerard: Ja, vor allem von der Erzählweise her. Wie er vom Kleinen aufs Große schließt und Alltagssituationen beschreibt, aber auch viel übers Leben sagt, ist sehr inspirierend.



Macht es für dich einen Unterschied, ob man deine Musik HipHop oder Pop nennt?
Gerard: Nein. Wenn ich genug verkaufe, kann man ruhig auch Pop dazu sagen. Mit dem Wort habe ich kein Problem. Auf Facebook laufe ich unter "Unknown Genre". Bei den Interviews fragen Leute oft danach, wie man das nennen soll. Mir sind Begriffe komplett unwichtig.

Du hast immer noch eine leichte oberösterreichische Färbung in deiner Sprache. Hört man das in Deutschland?
Gerard: Die hören das schon raus. Ich habe mir aber nie über meine Sprachfärbung Gedanken gemacht, ich mache das rein nach Gefühl. Eine einzige Stelle am Album war problematisch, da habe ich mich dem deutschen Markt angepasst. Im letzten Song kommt "das Monat" vor, die Deutschen sagen aber "der Monat". In dem Fall habe ich lieber nachgegeben. Sonst denken 90 Prozent der Leute, die das hören, ich bin grammatikalisch ein Trottel.


Weitere Videos von Gerard gibt es auf seinem offiziellen Youtube-Channel: HIER

Das vollständige Interview mit Gerard kann im mica-Musikmagazin nachgelesen werden: HIER

 

Gerard wird am 10. Mai 2014 im Rahmen von poolbar mit Pratersauna in der Wiener Pratersauna spielen.

 

poolbar mit Pratersauna
8. - 10. Mai 2014
Pratersauna, Waldsteingartenstraße 135, 1020 Wien

LIVE: Hercules & Love Affair, Guy Gerber, Gerard
 
Mehr Infos rund um poolbar mit pratersauna finden sich ständig aktualisierend HIER!
 
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