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„Mit der vollen Kompanie“

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Voodoo Jürgens eröffnet am Freitag das Poolbar Festival – W&W sprach mit dem Wiener Barden im „Strizzi-Look“ und verlost 2×2 Tickets.

WANN & WO: Erfolgreiches Jahr für dich – inwiefern hat dich dein Erfolg verändert? Legst du schon divenhafte Star-Allüren an den Tag?

Voodoo Jürgens: In der Regel verändert sich das Umfeld mehr als man selbst. Auf einmal hat man ganz viele Freunde. Diva werde ich erst nach der nächsten Platte.

WANN & WO: Wie viel Wiener Schmäh steckt in einem Tullner? Und wann hat es sich für dich herauskristallisiert, dass du im Wiener Dialekt singen möchtest?

Voodoo Jürgens: Ich hab Wien immer als einen Ort wahrgenommen, wo Leute von überall herkommen. Dieses „Echter Wiener“-Ding geht mir immer ein bissl auf die Nerven. Die Stadt hat eine Aura. Wer lang dort ist, saugt sie auf. Die Idee, im Dialekt zu singen, hat man gleich mal, seine Form zu finden und sich damit wohl zu fühlen, ist da schon schwieriger. Ich hab bis 30 gebraucht, bis ich mir gedacht hab, so geht sich das aus.

WANN & WO: Wie lässt sich das Wiener Lied ins 21. Jahrhundert transportieren?

Voodoo Jürgens: Die Tragödien bleiben die gleichen, die musikalische Untermalung verändert sich mit der Zeit. Andererseits leben wir in einer Zeit, in der wir uns von allen musikalischen Epochen bedienen können. So kommt dann wieder etwas Neues raus.

WANN & WO: Du eröffnest ja das Poolbar Festival. Welche Verbindungen hast du zu Vorarlberg bzw. wie planst du, die Dialektbarriere zu überwinden?

Voodoo Jürgens: Ich hab ja schon mal in Vorarlberg gespielt. Ist also kein Neuland für mich. Der Text wird der Gleiche bleiben, ob Wien, Hamburg oder Vorarlberg. Ich hab bis jetzt immer das Gefühl gehabt, dass ich verstanden werde.

WANN & WO: „Bänkelsänger im Strizzi-Look“, „Austro-Pop-Hype der Stunde“, „Anti-Folk fürs Beisl“ – wie würdest du dich und deinen Stil selbst am ehesten charakterisieren?

Voodoo Jürgens: Mit dem Austro Pop-Begriff kann ich am wenigsten anfangen. Über so etwas mache ich mir aber eher keine Gedanken. Wenn jemand meine Arbeit so zusammenfasst, dass man sich ein Bild machen kann, ist das in Ordnung für mich.

WANN & WO: Du bist ja aktuell auf Tour unterwegs – wie reagieren die „Deitschn“ auf deinen Sound?

Voodoo Jürgens: Ich glaube, wenn man etwas rüber bringt mit Musik, und eine Stimmung erzeuget – dann fällt die Sprachbarriere ein bissl weg. In Deutschland ist es exotisch, was ich da mache und trotzdem kann man Wortfetzen verstehen

WANN & WO: Wie wirst du das Poolbar Festival eröffnen?

Voodoo Jürgens: Ich komm mit der vollen Kompanie, den Rest müsst ihr euch ansehen. Wir freuen uns!

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Ein Club im Wohnzimmer

 

 

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Robert Zanona – VN, Dominik Heinzle

 

 

Feldkirch. (VN-doh) Eigentlich studiert Robert Zanona Architektur in Wien, doch seit Monaten dreht sich beim 26-Jährigen alles nur noch um das Poolbar Festival im Feldkircher Reichenfeld. Was 1994 als reine Workshopreihe begann, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Popkulturfestivals in Österreich. Mit dem Poolbar-Generator kehren Festival-Chef Herwig Bauer und sein Team zu ihren Ursprüngen zurück. Der Reiz der Poolbar liegt nicht zuletzt in der alljährlich neu erfundenen Architektur und der detailreichen Gestaltung der Räumlichkeiten, die dem Festival seine besondere Atmosphäre verleihen. „2015 waren wir selbst noch als Teilnehmer beim Poolbar-Generator in Dornbirn dabei. Die Zusammenarbeit mit dem Team war von Anfang an super – mit der Zeit wurden wir dann auch Teil des Teams und verantwortlich für den Bereich Architektur und Bauten“, erklärt Zanona.

 

Wir haben viel Zeit investiert und freuen uns auf den Festival-Start. – Robert Zanona


Bei der Workshopreihe 2016 und 2017 übernahmen er und Michael Amann die Leitung im Bereich Architektur. Der Poolbar-Generator bietet jungen Talenten die Chance, das Festival im Alten Hallenbad in Feldkirch aktiv mitzugestalten. „Die Aufgabenstellungen reichen von der Außen- und Innenraumgestaltung bis hin zu Möbeldesign“, erklärt Zanona.

Im Fokus standen heuer die Bereiche Architektur, Grafik und Visuals, New Media, Street Art, Licht und Produktdesign und erstmals auch Public Art. Das gemeinsame Motto: die Zeit. Entstanden sind verschiedenste geometrische Elemente, die als Sitzgelegenheit oder Stehtische genutzt werden können. Für die Innengestaltung sei die Herausforderung, eine Wohnzimmeratmosphäre zu schaffen, die bei den Konzerten, aber auch einem Club gerecht wird und zum Tanzen einlädt. Dafür werden Deckenelemente sorgen, die durch eingebaute Leuchtmittel die passende Stimmung erzeugen.

 

Programm bis 15. August


Nach dem Workshop mit rund 40 Teilnehmern arbeitete der gebürtige Feldkircher gemeinsam mit Michael Amann das Konzept weiter aus, und seit rund zwei Wochen werden die Entwürfe im Alten Hallenbad in Feldkirch aufgebaut. „Das Festival in Feldkirch ist für uns etwas sehr Spezielles, weil es über einen so langen Zeitraum andauert. Dadurch können wir auch jedes Jahr mit großem Aufwand die Architektur neu erfinden“, freut sich Zanona.

 

„Festival genießen“


Noch wird am Aufbau im und um das Alte Hallenbad gearbeitet. Morgen, Freitag, wird zur Eröffnung des Poolbar-Festivals aber alles fertig sein, denn derzeit laufe alles noch nach Plan. Den Auftakt des diesjährigen Festivals macht mit Voodoo Jürgens ein Künstler, der mit pechschwarzem Wiener Humor in der Tradition des Austro-Pop punktet und im vergangenen Jahr die österreichische Musikszene ordentlich aufmischte. Dass das Festival auch dieses Jahr internationale Größen im Programm hat, beweist dann der Headliner des Samstags, Cat Power aus dem Süden der USA. Und auf diesen Auftritt freut sich Zanona besonders. Einen ganz großen Auftritt werden die Indie-Legenden Pixies am ersten August im Montforthaus in Feldkirch liefern.

Für den Architekturstudenten Robert Zanona ist am Freitag die größte Arbeit für das Festival vorbei. Aber auch während der sechs Wochen ist er im Alten Hallenbad tätig und kümmert sich tagsüber um die Haustechnik. Und am Abend bleibt dann Zeit, um die neu geschaffenen Möbel ausgiebig zu testen und die Konzerte zu genießen.

Zur Person
Robert Zanona
Leitet den Poolbar-Generator und setzt das Architektur-Konzept für das Festival um.
Geboren: 21. Dezember 1990
Ausbildung: Studium Architektur an der TU Wien
Wohnort: Feldkirch, Wien

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Bands suchen, die passen

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VN-Serie Vorarlberger, über die man spricht. (VN-mir) Ida Dünser sorgt nicht nur als Künstlerbetreuerin für ein attraktives Poolbar-Festival.

Musiker buchen, Künstler betreuen und Vorbereitungen treffen, das sind nur ein paar von Ida Dünsers Aufgaben. Seit 2012 ist sie Teil des Poolbar-Teams. „Der Traumjob bei der Poolbar hat sich durch Zufall ergeben und als Volltreffer entpuppt“, erzählt sie. Damals suchte ihr Kollege Philipp Lampert kurzfristig Verstärkung. „Ich zögerte nicht lange und ergriff die Chance. Beim Jugendtreff Offene Jugendarbeit Dornbirn konnte ich schon Erfahrungen im Bereich Veranstaltungsorganisation sammeln.“ Seit sechs Jahren arbeitet sie auch im Dornbirner Spielboden mit.

 

"Wir möchten auch jungen
lokalen Bands eine Bühne bieten."

Ida Dünser

Bunter Mix
„Mit den Vorbereitungen für das Poolbar-Programm beginnen wir schon im Herbst. Das Programmteam besteht aus Matthias Moosbrugger, Christoph Šelner, Heike Kaufmann, Herwig Bauer und mir. Intensive Beratungen, manchmal auch per Skype, stehen dann auf der Tagesordnung.“ Um außergewöhnliche Bands zu finden, muss man ab und zu ein bisschen graben. „Die Kapazitäten im Alten Hallenbad sind begrenzt. Es ist sehr wichtig, passende Acts zu finden, die auch dem Charakter des Festivals entsprechen“, erklärt sie und ergänzt: „Da ich von vielen Musikrichtungen angetan bin, lasse ich mich gerne auf eine bunte Mischung ein. Wir möchten auch jungen lokalen Bands eine Bühne bieten.“ Die Besucher wissen diesen abwechslungsreichen Mix sehr zu schätzen. „Ein großes und begeistertes Publikum ist unser Ziel.“

 

Wünsche erfüllen
„Bei der Künstlerbetreuung sind wir Ansprechpartner und Allround-Talente. Zu unseren Aufgaben zählen: Essen organisieren, Verspätungen managen, Hotels buchen und vieles mehr.“ Als Künstlerbetreuerin erlebt sie einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag. „Es kommt nur sehr selten vor, dass die gebuchten Musiker Starallüren an den Tag legen. Wobei es ja nicht so ist, dass wir auf einen solchen Fall nicht vorbereitet wären“, resümiert Ida Dünser und fügt hinzu: „Es gibt auch Abende, an denen sich die Musiker nach den Konzerten unter die feiernden Besucher mischen.“

 

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Soziale Ader
Ida Dünser ist nicht nur eine begeisterte Poolbar-Mitarbeiterin, sie engagiert sich auch im sozialen Bereich. „In der Zukunft möchte ich mich verstärkt im Bereich Flüchtlingshilfe einbringen. Viele Ungerechtigkeiten gehören beseitigt. Hilfesuchende brauchen ein breites Unterstützungsangebot.“

Das Festival dauert im Gegensatz zu anderen nicht nur ein paar Tage. „Die Poolbar ist ein ganz besonderer Arbeitsplatz, bei dem man sich mit all seinen Talenten einbringen kann. Wir möchten mehr als nur ein Gastgeber für Konzerte sein. Regionale Gegebenheiten, kulturelle Veranstaltungen und ein buntes Programm sind uns ein großes Anliegen.“

 

Zur Person: Ida Dünser
engagiert sich beim Poolbar-Festival Feldkirch.
Geboren: 4. Dezember 1980
Ausbildung: Großhandelskauffrau, Jugend- und Sozialarbeiterin
Wohnort: Mäder
Hobbys: Musik und Konzerte

Fotos (c) Vorarlberger Nachrichten

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Den „Pool“ voll im Griff

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Foto (c) VN, Bernd Hofmeister

 Vorarlberger über die man spricht: Christoph Selner (29). Produktionsleitung, Ticketing oder Social Media: Christoph Selner hat beim Poolbar-Festival den Überblick.

FELDKIRCH. (VN-tag) Christoph Selner kann sich noch genau an sein erstes Konzert beim Poolbar-Festival erinnern. 13 Jahre ist das nun her. „Damals gaben die Sportfreunde Stiller ein Konzert, und ich war auf Anhieb von diesem Festival und der tollen Atmosphäre angetan“, erinnert sich der 29-Jährige. Heute ist Christoph Selner selbst Teil des beliebten Festivals im Feldkircher Reichenfeld, das jährlich mehr als 20.000 Besucher aus dem gesamten Bodenseeraum anlockt.

Seit neun Jahren ist der Feldkircher beim Poolbar-Festival in verschiedenen Aufgabenfeldern tätig, anfänglich als Bereichsleiter. „Irgendwann hat mich Poolbar-Gründer Herwig Bauer gefragt, ob ich Lust hätte, auch die Geschäftsführung zu unterstützen“, berichtet Selner. Heute ist er als Assistent der Geschäftsleitung neben dem Personal auch für die Sponsoren, die Social-Media-Plattformen, das Ticketing und die Produktionsleitung zuständig. Seit fünf Jahren ist der Musikfan auch fixes Mitglied des Programmteams. Jahr für Jahr bemüht er sich gemeinsam mit dem gesamten Team, hochkarätige Acts und Newcomer in die Montfortstadt zu holen. „Wir schauen ganz genau, was momentan in der Musikszene angesagt ist, oder wo vielleicht irgendwann ein Hype entstehen könnte. Diese musikalische Mischung macht das Poolbar-Festival aus“, erklärt Selner, der sich in diesem Jahr vor allem auf Bands und Künstler wie Bilderbuch, Romano, Quantic oder Nada Surf freut.

Plattform für Ländle-Bands

Doch nicht nur die großen Namen der Musikszene sind es, die die Qualität des Poolbar-Festivals jedes Jahr aufs Neue ausmachen. Auch auf das musikalische Nischenprogramm und die regionale Musikszene im Ländle wird sehr viel Wert gelegt, wie Selner betont: „Wir wollen vor allem auch jungen Vorarlberger Bands, die sonst nicht die Möglichkeit haben, auf großen Bühnen zu stehen, eine Plattform bieten.“
Am 07.07. öffnet das Poolbar-Festival mit der Wiener Band Bilderbuch seine Türen für Tausende Musikliebhaber. Dann steht das Reichenfeld-Areal sechs Wochen lang im Zeichen von guter Musik, Poetry Slam, Kino, Tanz und spannenden Filmreihen. Doch bis dahin gibt es für Christoph Selner noch einiges zu tun. „Eine gewisse Anspannung ist immer da, aber wenn die erste Band auf der Bühne steht und das erste Bier geflossen ist, kann ich mich etwas zurücklehnen und das Festival genießen.“

Zur Person
Christoph Selner
CEO-Assistent bei der Poolbar
Geboren: 11. September 1986
Wohnort: Feldkirch
Ausbildung: Studium der Politik und Soziologie in Innsbruck
Laufbahn: seit 2007 beim Poolbar-Festival tätig, seit Mai Assistent der Geschäftsleitung
Hobbys: Lesen, Musik, Games, Filme

>> Bericht als PDF lesen <<

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„Herausforderung ist das halbe Leben“

 

The Gap–Lisa SchneiderNada Surf haben Anfang März mit „You Know Who You Are“ ihr achtes Album veröffentlicht. Die Haare sind grauer, die Gitarre spielt sich aber noch genauso gut wie früher. Eine Band, die ihren Sound gefunden hat. Anlässlich ihres Wien-Konzerts haben wir Matthew Caws zum Interview gebeten.

„Always Love“ von Nada Surf ist immer noch eine Hymne – auch, wenn die Silberhochzeit bald ins Haus steht; unglaubliche 20 Jahre sind seit der Veröffentlichung ihres Debüts „High/Low“ mittlerweile vergangen. Mit ihrem aktuellen, achten Album „You Know Who You Are“ spannen sie soundmäßig einen Bogen über die gesamte Bandkarriere.

Mit The Gap sprach Matthew Caws, der Frontmann der Band, kurz vor deren Auftritt im Wiener Wuk über Selbstfindung, das neue Album und über Musik, die man sich am besten beim Staubsaugen und Blumengießen anhört.

 

 

Ihr tourt mittlerweile schon seit einigen Wochen durch Europa – und um die Frage einmal anders zu stellen: Was war das Schlimmste, was bisher passiert ist?

Die Antwort ist für die Fans zwar toll, für das Interview aber total langweilig: Es ist wirklich alles wunderbar gelaufen. Ich habe heute beim Soundcheck einen kleinen Stromschlag abgekommen, aber das war schon wirklich das Schlimmste.

Bei Nada Surf habe ich immer ein bisschen das Gefühl, dass sich euer Studio-Sound und der auf der Bühne sehr unterscheiden. Was sagst du dazu?

Es ist sicher so, dass wir live stärker auftreten, wenn man so will. Lauter. Ich würde aber nicht sagen, dass ich wollen würde, dass die Alben ebenso klingen. Ich glaube, man kennt das: Beim Ausgehen hört man gern andere Musik, als man sie vielleicht zuhause, in Ruhe hört. Die Alben sind sehr behaglich, sehr poppig, ich glaube, auch meistens einfach angenehm zu hören. Auf der Bühne holen wir dann doch noch einmal so richtig raus, was wir unter Rock ’n’ Roll verstehen. Aber wie gesagt: Ich finde eigentlich, dass es ein schönes Kompliment an eine Band wäre, zu sagen: „Hey, deine Musik höre ich gerne, wenn ich Staub sauge.“

Du wärst nicht beleidigt, wenn dir jemand sagt, er hört Nada Surf am liebsten, während er die Blumen gießt?

Absolut nicht. In Ruhe ein Album bzw. die Musik genießen – das ist eigentlich das Schönste.

Denkst du, nach all den Jahren der Studio- und Bühnenerfahrung, dass es überhaupt eine solche Unterteilung gibt – in Studio- und in Livebands?

Im Idealfall ist das ja eine symbiotische Angelegenheit. Die Studioaufnahmen sind die profunde Grundlage fürs Live-Set, natürlich, man kann ja nie einfach nur alles improvisieren. Umgekehrt weiß man, wenn man im Studio steht – nach ein bisschen Erfahrung –, was live funktionieren kann und was nicht. Es ist also ein Austausch, ein Wechselspiel. Wobei ich schon glaube, ohne jetzt dezidiert auf die Schnelle Namen nennen zu können, dass es Bands gibt, die im Studio besser funktionieren als live. Ich hoffe, dass ist bei uns nicht der Fall (lacht).

Ihr habt gerade euer neues Album „You Know Who You Are“ veröffentlicht. Was sind die größten Unterschiede zu den vorigen Releases?

Ich glaube, das Album ist sehr straight geworden. Vor allem ist es – und das ist eigentlich unabsichtlich so passiert – doch ein Album, das einen Bogen spannt. Wir hatten 17 Songs, von denen wir schlussendlich die zehn ausgewählt haben, die aufs Album gekommen sind. Beim Aufnehmen der 17 Songs haben wir uns eigentlich nicht wirklich Gedanken gemacht, wohin der Sound jetzt genau gehen soll – wir haben es einfach passieren lassen. Als wir dann aber ausgesucht haben, welche einzelnen Tracks wirklich auf die LP kommen sollen, haben wir gemerkt, dass wir interessanterweise – vom Sound her – unsere gesamte Karriere mit diesen neuen Stücken abgedeckt haben. Teils klingt das Album wie unser Anfang als Band, dann wieder wie die mittleren Sachen, dann wieder wie die allerneuesten. Das Album ist schon ein bisschen eine Gesamtschau der Karriere geworden – und das freut uns im Endeffekt natürlich sehr.

Hättest du dir eigentlich gedacht, wenn du jetzt auf eine 20-jährige Karriere zurückblickst, dass ihr so lange gemeinsam spielen werdet?

Das hätte ich so direkt nicht gedacht, nein. Es war natürlich schon ein großer Traum.

Du wolltest also immer Rockstar sein?

Ich hatte lange keinen fixen Traum davon, was ich mit meinem Leben machen will. Dass ich unbedingt Musik machen muss, hat sich bei mir ergeben, als ich 16 war. Und auch da war es weniger das Rockstar-Leben an sich, das ich cool gefunden habe. Die Bands, die ich damals mochte, waren eigentlich auch noch ziemlich klein, weshalb mich diese Star-Attitüde ebenso wenig interessiert hat. 

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Die ehrlichste Platte von Prinz Grizzley

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Wann & Wo, Joachim Mangard – Prinz Grizzley alias Chris Comper veröffentlichte seine Country-EP. W&W sprach mit dem Wälder „John Fogerty“.

W&W: Am Freitag hast du deine erste Country-EP „Wide Open Country“ veröffentlicht. Wie ist es dazu gekommen?

Prinz Grizzley: Ich habe endlich die Zeit für die Musik gefunden. Country hat mich immer schon fasziniert, die Platte ist mein bisher persönlichstes Werk.

W&W: Was bedeutet Country für dich?

Prinz Grizzley: Viele verbinden die Musik mit großen, weißen Cowboy-Hüten und Stadion-Touren. In unseren Breiten verbinden viele den Sound mit etwas völlig Anderem, als ich es zum Beispiel inzwischen tue. Ich sehe einfach viele Parallelen zum ursprünglichen Country in den USA. Dort gibt es die Appalachen, bei uns die Bregenzerwälder Berge. Dort die Farmer, bei uns die Bauern. Kleine, ländliche Gebiete. Ich habe das Gefühl, dass Country einfach gut zum „Would“ passt.

 

Fotos: Prinz Grizzley und William Fitzsimmons
am poolbar-Festival 2015

 

W&W: Ist es dein persönlichstes Werk?

Prinz Grizzley: Absolut, ich habe dieses Mal das Gefühl das es meine ehrlichste Platte wird. Das soll aber nicht heißen, das Golden Reef nicht ehrlich war. Die EP spiegelt meine Vorlieben für Folk, Country aber auch härtere Nummern à la Neil Young wider. Im Herbst wird dann das ganze Album erscheinen.

W&W: Wie wurde die Platte aufgenommen?

Prinz Grizzley: Durch einen befreundeten Musiker wurde Oliver Varga, der Lebensgefährte und Gitarrist von Christina Stürmer, auf mich aufmerksam. Mit ihm habe ich dann die Platte über den Zeitraum eines Jahres aufgenommen. Besonders stolz bin ich auf die Pedal Steel-Parts von Aaron Goldstein, einem kanadischen Musiker, der weltweit zu den Besten auf diesem Instrument zählt.

W&W: Wie hast du ihn für deine Aufnahmen bekommen?

Prinz Grizzley: Als ich mich für meine Richtung entschieden hatte, richtig urigen Country, kam ich auf diesen Musiker. Zuvor hatte ich mich selbst an der Pedal Steel-Gitarre versucht. Ich habe aber realisiert, dass ich auf diesem Instrument länger als zwei Wochen üben muss, um es sauber auf einer Platte zu spielen. Dann sah ich Goldstein live in Zürich und wusste, dass ich ihn unbedingt auf meiner Platte haben wollte. Ich hab ihn frech angeschrieben, ihm meinen Sound gezeigt und innerhalb weniger Tage kam die Zusage – Frechheit siegt.

 

12_prinz_grizzley_by_matthias_rhomberg_016

 

W&W: Wie wird die Live-Besetzung aussehen?

Prinz Grizzley: Im Idealfall trete ich gemeinsam mit The Beargaroos in einer Band-Formation auf. Ich kann aber auch alleine, im Duo oder zu Dritt auftreten. Am 16. April spiele ich im Saumarkt Feldkirch. Dort kann man sich dann auch live selbst ein Bild machen.

W&W: Wie lautete das erste Feedback für deine Neu-Orientierung?

Prinz Grizzley: Obwohl sich die Musik schon sehr stark in einer Nische ansiedeln lässt, war das Feedback bisher sehr gut. Egal ob es von älteren Bikern, jungen Hipstern oder klassischen Country-Fans kam, die Musik spricht an und ich kann mich mit ihr identifizieren. Weil sie einfach ehrlich ist.

Fotos: Matthias Rhomberg

www.prinzgrizzley.com
Prinz Grizzley on bandcamp
EP-Sale

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Vertrauen ist oft mehr wert, als das große Geld.

http://poolbar.at/system/asset/filename/22338/crop/13_Holzbaupreis_BY_MATTHIAS_RHOMBERG_058.jpg Festivalgelände 2015 // Foto: Matthias Rhomberg

Ein Interview von baeckstage.ch – Über zwei Jahrzehnte gibt es das poolbar//festival in Feldkirch bereits. Da es nahe der Schweizer Grenze liegt, ist das Festival auch für das junge Schweizer Kulturmagazin Bäckstage interessant. Bäckstage nutzte die Chance und befragten den einen Geschäftsführer Herwig Bauer zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Festivals. Er spricht offen aus dem Nähkästchen und gibt interessante Einblicke.


baeckstage.ch: Als Einstieg würde ich gerne wissen, was für euch das poolbar//festival besonders macht?

Herwig Bauer: Das Zusammenspiel vieler Dinge: Ein vielseitiges und ausgesuchtes Programm zwischen «Nischen und Pop», das auch Kabarett, Literatur, Tanz oder Film berücksichtigt. Die einzigartige Location eines stilvollen, alten Hallenbades – und das mitten in einem Park gleich beim Stadtzentrum. Die liebevolle Gestaltung auf allen Ebenen – von der Grafik über Mode bis hin zur jährlich neuen architektonischen Gestaltung des Geländes.

Und: Das Festival dauert einen Sommer lang und die Leute kommen gezielt zu ihren Lieblingsbands – dementsprechend gut ist die Stimmung und das Verständnis zwischen KünstlerInnen und Publikum. Bei großen Festivals ist das ja oft anders: da stehen 20.000 vor der Bühne, und 15.000 warten hauptsächlich auf die Band danach oder reden über die Band davor. Ah, und das bunt gemischte Publikum aus allen Szenen, allen Ländern, allen Schichten, aller Altersgruppen

 

baeckstage.ch: Das Festival besticht durch ein sehr vielseitiges Programm. Wie entscheidet ihr, was ins Programm aufgenommen wird? Worauf wird der Fokus gelegt?

Herwig Bauer: Große Namen sind uns generell natürlich herzlich willkommen, wenn das, was sie machen, in unseren Augen richtig gut ist. Wir wollen aber v.a. dafür stehen, dass man zum poolbar//festival kommen kann, auch ohne die Bands zu kennen – dass man darauf vertrauen kann, dass man bei uns Großartiges entdecken kann, manchmal auch die Stars von morgen.
In der Programmgruppe wird viel diskutiert, wir sind uns nicht immer einig – und genau diese vielfältigen Interessen einiger Musik-Nerds machen es dann wohl auch aus.

 

baeckstage.ch: Wie wertvoll sind  Kontakte, die über die Jahre entstanden sind, wenn es darum geht, einen Act zu bekommen?

Herwig Bauer: Vertrauen ist oft mehr wert als das große Geld. Letzteres haben wir nicht, daher ist unsere Hauptwährung Vertrauen, dass die Agenturen und Bands über die Jahre zu uns aufgebaut haben. Wir versuchen die Acts technisch, gastronomisch und menschlich hervorragend zu betreuen und ihnen perfekte Rahmenbedingungen und ein enthusiastisches Publikum zu bieten. Wenn das zuverlässig gelingt, schicken die Agenturen ihre besten Pferde zu uns.

DAS GANZE INTERVIEW BEI BÄCKSTAGE.CH ZUM NACHLESEN.

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„Perlen“ der Acts – eine Playlist

Das Line-Up für das Poolbar Festival steht fest. Aloe Blacc komplettiert neben Pusha T, Patrice, Wanda, William Fitzsimmons, Charlie Winston und Kele als letzter Headliner das Lineup.

Elektro Guzzi, HVOB, M185, The Pains of Being Pure at Heart sowie zahlreiche DJs, Filme und Präsentationen vervollständigen außerdem das Programm. Aus diesem Grund fragte Wann & Wo bei Poolbar-Macher Herwig Bauer nach und erkundigte sich nach den „Perlen“ der heurigen Acts.

„Lässigkeit bis zum Exzess

Wir möchten die Playlist hier mit euch teilen. Sie ist ein schöner Mix aus allen Musikrichtungen, ist lässig, ist exzessiv, macht Laune und neugierig auf das kommende poolbar//festival. So vielseitige wie Herwigs aktuelle Playlist ist, wird sich auch das Festival zeigen. Für jeden Geschmack ist was mit dabei – viel Spaß damit. //liebe Grüße aus der Poolbar-Redaktion

Playlist zum Reinhören

Aloe Blacc – Wake me Up // Ja, die Avicii-Version mit den darüber gelegten Beats verkauft sich besser (knapp eine Milliarde Views auf Youtube), aber das Original geht tief unter die Haut, das Video macht betroffen, traurig, wütend – und es motiviert.


  

Kele – Tenderoni // Der Sänger von Bloc Party kommt mit mit seinem Live-Projekt samt Visual-Show auch zu uns in den pool. Bewusst in den pool – denn diese treibenden Beats gehören in einen Club, hier muss getanzt werden.



Darwin Deez – Radar Detector // So muss Indie: Musikalisch großartig und verspielt, sich selber nicht ernst nehmend und augenzwinkernd grandiose synchron-Moves auf die Bühne choreografieren. Das Darwin Deez poolbar-Konzert wird ein rauschendes Fest.



Etienne de Crécy feat. Madeline Follin – You // Plötzlich ist der Urvater des French House / Frech Touch wieder in den Charts.



Pusha T ft. Tyler, The Creator - Trouble On My Mind // Ich bin definitiv kein HipHopper. Aber wenn sich einer jenseits von BlingBling und Gewalt mit Intelligenz seinen Platz neben den ganz großen US-Rap-Stars wie Pharell Williams oder Kanye West erobert, verdient das Respekt.



Dillon - Thirteen Thirtyfive // Ein wunderschöner Song, um sich mit dem eigenen Weltschmerz hinterm Ofen zu verkriechen. Verträumtes Klavier, im Hintergrund James-Blake-Elekronik und eine zerbrechliche Stimme, die über Liebe, Trauer, Sehnsucht, Vergänglichkeit  singt...mehr als 20 Millionen Views auf Youtube zeigen, dass die Welt nicht nur Party will. Einige Views davon habe ich beigesteuert.

 
Robb – fourbyfour // Ein unglaublich entspannter, zurückgelehnter Sommersong mit souliger Stimme. Passt perfekt ins „Freibad“ beim poolbar//festival: Hier haben wir jeden Samstag um halb Acht Open Air Konzerte bei freiem Eintritt.


Colour Haze – Inside // Hier darf man ausnahmsweise „Kultband“ sagen. Sie führen  - als Eröffnungsact des poolbar//festivals am 10.Juli - das Beste der alten Black Sabbath mit der Schwere von Kyuss zusammen. Stonerrock de Luxe.

 

Gewinnspiel: Tickets für Aloe Blacc und Wanda!

Als besonderen Anreiz verlost WANN & WO jeweils 2x2 Tickets für die Poolbar-Konzerte von Aloe Blacc (22. Juli) und Wanda (16. Juli). Das Konzert der österreichischen Schartstürmer Wanda ist bereits komplett ausverkauft! Wer mitmachen möchte, schreibt einfach eine E-Mail mit dem Wunschkonzert an wannundwo@poolbar.at

Text: WANN & WO, Herwig Bauer, Poolbar Redaktion

 

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poolbar ganz privat

Die Vorarlberger Nachrichten haben Herwig Bauer  - gemeinsam mit Heike Kaufmann ist er Geschäftsführer der poolbar GmbH - zur Geschichte und der aktuellen Entwicklung des Festivals befragt. Er verrät im Interview, wie er den Spagat zwischen Kultur und Wirtschaftlichkeit schafft, wie wichtig Sponsoren sind, und wie das poolbar-Festival immer am Puls der Zeit bleibt.

 

Sie sind vor 21 Jahren mit einer Kursreihe gestartet. Heute ist die Poolbar eine der größten Kulturveranstaltungen im Land. War der Erfolg absehbar?

Bauer: Es steckte damals eigentlich eine egoistische Ambition dahinter. Ich habe mich selbst künstlerisch betätigt und an verschiedenen Kursen teilgenommen. Da habe ich gedacht, so etwas könnte ich selber auch organisieren. Zum Festival hat es sich dann im Laufe der Zeit gewandelt. Bei vielen Dingen haben wir aus dem Bauch heraus agiert und das hat nach wie vor hohe Priorität. Man spürt, dass wir nicht im Auftrag der Gewinnmaximierung arbeiten. Wir machen Dinge, die uns selber auch gefallen.

http://poolbar.at/system/asset/filename/19630/herwig-bauer-poolbar-vn_by_lerch.jpgHerwig Bauer mit einem der neuen poolbar-Möbel. Das Konzept zur Neu-Nutzung der Becher wurde an der HTL Rankweil (Kolleg für Holztechnik und Innenraumgestaltung) von Student Thomas Nagel entwickelt. Fotos: Lerch

 

Inwieweit hat sich das Festival über die Jahre verändert?

Im ersten Jahr gab es eine Abendveranstaltung und in Folge ein Konzert. Da hat sich herausgestellt, dass das mehr Spaß macht als die Workshop-Sache. Wir haben verschiedene Varianten ausprobiert, wie man die Workshops anders gestalten kann und sind dann bei den Wettbewerben gelandet. Denn wir wollten das klassische Schüler-Lehrer-System durchbrechen und stattdessen Leute einladen, mitzugestalten. Diese Wettbewerbe sind nun die Methode, wie man das ursprüngliche Gedankengut der Workshops in eine passendere Variante umwandeln kann.

Bei der Poolbar gibt es einen Architekturwettbewerb, Musik, Kino und einen Ableger in Wien. Verzettelt man sich da nicht?

Eigentlich überhaupt nicht. Dass wir eine ganz große Bandbreite anbieten, war immer das Spezielle an der Poolbar. Wenn man zu uns kommt, wird man programmtechnisch mit viel Unerwartetem konfrontiert und auch beim Ambiente stößt man auf gute Gestaltung.

Verliert man bei der Planung nicht mit den Jahren das Gespür dafür, was ein junges Publikum will?

Wir haben das große Glück, dass wir nicht nur für das junge Publikum interessant sind, sondern auch junge Menschen im Team haben, mit denen wir uns absprechen. Man kann natürlich auch über die Medien selber verfolgen, was gerade angesagt ist, aber es ist immer gut und wichtig, dass man mit den Jungen direkt Kontakt hat und sich austauscht. Wir stimmen uns also mit dem personifizierten Puls der Zeit in Form von jungen Menschen ab.

 

Wie viel Zeit nimmt das Festival in Anspruch?

Jede verfügbare Sekunde. Parallel arbeite ich für einen Verlag in Wien, das ist allerdings eine sehr flexible Geschichte. In Zeiten wie jetzt ist der Anteil am Wien-Job quasi nicht vorhanden. Unterm Strich habe ich aber immer zu wenig Zeit.

Beim Festival treten Stars auf, überhaupt muss ein mehrwöchiges Festival finanziert werden. Welche Rolle spielen dabei Sponsorengelder?

Bauer: 18 Prozent sind öffentliche Förderungen, 32 Prozent Sponsoren, 30 Prozent Gastronomie-Einnahmen und 20 Prozent Ticket-Verkäufe. Wir haben das Glück, dass wir mittlerweile einen großen Namen haben. Wenn österreichweit agierende Unternehmen im Westen etwas suchen, stoßen sie auf uns, wenn es um ein junges Publikum geht. Das macht es leichter, aber dennoch ist es eine Wahnsinns-Arbeit. Denn der Leistung der Sponsoren muss eine zählbare Gegenleistung gegenüberstehen, sonst finden wir niemanden.

Sie sind inzwischen einer der größten Kulturveranstalter Vorarlbergs. Wie gehen Sie persönlich mit der wirtschaftlichen Verantwortung um?

Es ist immer das große Zittern, wenn der Steuerberater Heike und mir die Bilanz übermittelt, und man steht mächtig unter Druck. Momentan sind wir finanziell etwas ins Eck gedrängt, aber der Optimismus war und ist immer Teil unserer Grundeinstellung. Dieser ist nach wie vor ungebrochen und ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind, um uns finanziell auf soliden Füßen zu halten.

http://poolbar.at/system/asset/filename/19631/herwig-bauer-im-gespraech-mit-den-vn.jpgHerwig Bauer im Gespräch mit den VN in der HTL Rankweil. Hier werden gerade die Möbel fürs Festival gefertigt.

 

Müssen Sie künstlerisch Kompromisse eingehen um dem Anspruch an Wirtschaftlichkeit gerecht zu werden?

Definitiv. Es wäre naiv zu glauben, es wäre nicht so. Es gibt viele Dinge, die wir gern hätten, aber die nicht leistbar sind. Gerade heuer haben wir ein Jahr, in dem wir das machen, was wir uns leisten können. Das bedeutet auch, dass wir anstelle von zwei Vorgruppen nur eine haben. Dabei geht es aber nicht nur um die Wirtschaftlichkeit, sondern auch darum, die Belastbarkeit des Teams in Grenzen zu halten. Denn nur wenn das Team mit Freude und Energie bei der Sache ist, funktioniert das Festival. Daher an dieser Stelle ein großes Dankeschön von Heike Kaufmann und mir an alle, die gemeinsam helfen, das Festival umzusetzen.

 

Der vollständige Artikel ist auf der Homepage der Vorarlberger Nachrichten nachzulesen.

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Bilderbuch im Interview

Mit ihrer EP "Feinste Seide" (2013) und den Hits "Plansch" und "Maschin" erobern Bilderbuch auch weiterhin die Massen und nicht zuletzt auch den FM4 Amadeus Award 2014. Bevor wir am 4. Juli mit ihnen gemeinsam die diesjährige poolbar-Eröffnung begehen, erzählt Gitarrist Michael Krammer noch über ihren sensationellen Erfolg und die Hintergründe.

 

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Philipp Heinkel und Franziska Tschinderle von VOLUME.at haben das folgende Interview mit Michael Krammer (Bilderbuch) geführt:

Halleluja: Wird Bilderbuch den Rock wiederbeleben?

Michael Krammer: Was mich persönlich betrifft: Unsere Bandfamilie Bilderbuch belebt immer wieder das Verlangen in mir, etwas Eigenständiges zu schaffen und mich nicht unreflektiert zu wiederholen. Wenn sich durch uns in Zukunft manche Leute der Rockmusik wieder näher fühlen, dann ist das großartig. Wir sehen uns aber nicht als die Botschafter des Rock’n’Roll. Falls aber doch kein anderer den großen Genrekampf übernehmen will und es hart auf hart kommt, ziehen wir uns natürlich gerne Vatis bestickte Lederjacke mit dem AC/DC-Logo über.

"Österreicher machen bessere Popmusik als Deutsche" haben Musikexperten von der Süddeutschen Zeitung nach eurem Song "Maschin" geschrieben. Welche Künstler aus Deutschland haben euren Werdegang geprägt?

Für mich die letzte und einzige deutsche Band in diesem Fragenzusammenhang: Madsen – damals 2005, beim ersten Album. Danach gab es nichts mehr, das ich als wirklich prägend empfinde. Bei Maurice und Peter war es ebenfalls Madsen, auch die Jungs von Anajo aus Augsburg haben bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Seit der EP "Feinste Seide" klingt Bilderbuch anders als davor! Was ist im Sommer 2013 mit euch und eurem Sound passiert?

Diese Entwicklung hat schon Ende 2012 begonnen, als unser früherer Drummer Andreas Födinger ausgestiegen ist. Eine Band ist wie drei Beziehungen auf einmal zu führen. Umso schwieriger, wenn jemand aufhört, an all das zu glauben, was einem selbst im Leben heilig ist. Da beginnt das Grübeln über sein oder nicht sein. Wir haben dann irgendwann gecheckt, dass nicht nur zählt, was man sagt, sondern vor allem, was man tut. Darum haben wir damit angefangen, was wir schon lange machen wollten - frische, feinste Seide. Wir haben den venezianischen Spiegel abgeschraubt, um eine mit Graffiti besprühte Glasplatte einzubauen. Soll heißen: Musikalisch sowie textlich sind viele Elemente vereinfacht und auf den Punkt gebracht worden. Das Album „Die Pest im Piemont “ war 2011 eine Ausgeburt unserer damaligen Künstleregos, aber absolut notwendig, um heute mit einer gehörigen Portion Eier in der Hose das sein zu dürfen, was wir sind.

Hip Hop! Wie viel hat der frische Schlagzeuger Philipp Scheibl zu eurer musikalischen Weiterentwicklung beigetragen?

Er ist zu uns gekommen, als wir halbfertige Ideen hatten – aber keine ausgereiften oder zufriedenstellende Songs. Ohne Philipp „Pille“ Scheibl hätten wir diese Ideen nie auf den Punkt gebracht. Mit ihm kamen Hip Hop, Frauen, Party und Arbeitsmoral. Wir lieben ihn!

Bilderbuch steht auf den Jahresbestenlisten diverser, renommierter Musikmedien ganz oben. Wie wollt ihr 2014 das Ganze toppen?

Alles geht sich aus! Da gibt es noch den ein oder anderen Glückskeks, der von uns noch nicht geöffnet wurde. Im Notfall stellen wir 2014 unsere Lamborghinis auf eBay und nutzen das verdiente Geld, um uns in die "Austria Top 40" einzukaufen.

Anders gefragt: Wann kommt ein neues Album von euch und was steht dieses Jahr ganz weit oben auf eurer To-do-Liste?

Es gibt noch keine Erscheinungstermine für neue Songs - ist auch besser so, da sich der ohnehin schon relativ große Druck dann in Grenzen hält. Wir sehen diese Nachfrage eher als großes Kompliment, dass sich die Leute jetzt, drei Monate nach "Feinster Seide", schon wieder fragen, wann denn da was Neues kommt. Und das steht wohl auch - neben Dingen wie Festivals, Merchandising und unseren Solokonzerten – ganz oben auf der To-do Liste: Songs!

Welche Songs bzw. Künstler stehen in eurer persönlichen Hitparade auf den Spitzenplätzen?

Kendrick Lamar "Bitch, Don't Kill My Vibe", Big Sean "Guap", Drake "Over My Dead Body" oder Solange "Losing You". Deutschsprachige Musik empfinden wir in letzter Zeit leider als Enttäuschung, deshalb spielen auch im Moment hauptsächlich Amerikaner in unserer Hitparade. Das liegt jedoch nicht an der Sprache - es ist leider selten geworden, dass uns etwas total vom Hocker reißt bzw. uns ein Gefühl von Zeitlosigkeit und purer Coolness gibt.

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Keine Frage: Das Interesse an Bilderbuch und euren Personen ist in den vergangenen Monaten wieder enorm gestiegen. Wie schützt ihr euch vor Arschkriechern, Trittbrettfahrern, falschen Freunden und akuter Abhebegefahr?

Wir widmen unser Leben gerade ausschließlich der Band. Dadurch hatten wir in den vergangenen Monaten fast gar keine Zeit für Freunde - schon gar nicht für falsche. Ich habe auch nicht das Gefühl, Angst vor Arschkriechern und Trittbrettfahrern haben zu müssen. Es gibt genügend andere Ärsche, in die sich das Reinkriechen mehr lohnt. Außerdem ein weiterer Vorteil unseres vierer Gespanns: Das Abheben ist nahezu unmöglich, da es immer jemanden geben wird, der dir mitten ins Gesicht sagt, wie lächerlich du dich gerade aufführst.

Angeblich seid ihr die einzigen Musiker neben Kanye West, die Autotune verwenden können, ohne absolut beschissen zu klingen. Kompliment, Fluch oder Segen?

Kompliment! Die Welt wäre ein besserer Ort, gäbe es mehr Autotune – zum Beispiel auf der Zahnbürste, im Fernseher, in den Moon Boots. Autotune - Heals The World, Makes It A Better Place!

Wie ölt Bilderbuch seine "Machin"?

Früher wurde die Maschin ausschließlich mit Spiritus geölt, heute passiert das in Ausnahmefällen auch schon einmal mit einer guten Flasche Wein bei Kerzenschein. Am Ende bleibt es dann aber doch meistens beim Spiritus.

Wo Planschen die Jungs von Bilderbuch im Sommer 2014?

Wir sind sehr privilegiert, im Sommer 2014 auf einigen der großartigsten Festivals spielen zu dürfen, die der deutschsprachige Raum so zu bieten hat – Southside, Hurricane und Melt! Festival beispielsweise. Eigentlich wollten wir uns dafür bis 2020 Zeit nehmen. Umso besser, so können wir uns endlich mit vollster Konzentration und Hingabe unserem eigentlichen und primärsten aller Lebensziele widmen - dem Amadeus Austrian Music Award. Gepriesen sei der Herr!

Amen und bis bald!

 

Am 4. Juli 2014 werden Bilderbuch das diesjährige poolbar-Festival im Alten Hallenbad in Feldkirch eröffnen, Tickets gibt es HIER.

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