Festival

poolbar-Ticketliteratur 2017
Texte von, über und zu "Zeit".

Das poolbar-Festival bietet auch in diesem Jahr wieder in Form von elektronisch übermittelter, doch zum Ausdrucken bestimmter Kurz-Poesie, literarische Freuden.

Mit jedem gekauften e-Ticket für eine poolbar-Veranstaltung wird eine literarische Miniatur mitgeliefert. Heuer fließt diese Poesie unter dem Motto "Zeit". Passend zum Claim "Good Vibes, Golden Days". Die Texte und/oder Geschichten thematisieren die "Zeit". Deine Zeit, unsere Zeit, deren Zeit. Was auch immer für die AutorInnen relevant ist. Die Texte sind zeichenbeschränkt.

Mit dem Kooperationspartner Literatur Vorarlberg und Inspirationspartner Julius Meinl Kaffee freut sich das poolbar-Festival über die "zeitlose" Poesie. Hier die Auswahl der schönen, starken Texte: TICKETLITERATUR 2017

Inspirationspartner der poolbar-Ticketliteratur ist Julius Meinl Kaffee.

 

http://poolbar.at/system/asset/filename/26361/Ticketliteratur_2017_1104_Seite_19.jpg

Auf jedes e-Ticket wird automatisch ein Stück Poesie generiert.

Ausschreibung, poolbar-Ticketliteratur 2017

poolbar-Ticketliteratur 2017
Texte von, über und zu "Zeit" gesucht!

Das poolbar-Festival wird auch in diesem Jahr wieder in Form von elektronisch übermittelter, doch zum Ausdrucken bestimmter Kurz-Poesie literarische Freuden bieten.

Mit jedem gekauften e-Ticket für eine poolbar-Veranstaltung wird eine literarische Miniatur mitgeliefert. Heuer soll diese Poesie unter dem Motto "Zeit" fließen. Die Texte und/oder Geschichten sollen die "Zeit" thematisieren. Deine Zeit, unsere Zeit, deren Zeit. Was auch immer für die AutorInnen relevant ist. Die Texte sind zeichenbeschränkt.

Mit der Einreichung stimmen die AutorInnen der Verwendung der Texte durch das poolbarFestival (Wien und Feldkirch) auf e-Tickets, im poolbar-Magazin und für die poolbarTicketliteratur-Online-Gallery sowie ggfs. deren Applikation vor Ort als Teil der Gestaltung zu.

Alle AutorInnen, deren Text ausgesucht wurden, werden bei jeder Verwendung namentlich genannt und werden zu einem Abend beim poolbar-Festival inkl. Begrüßungsdrink eingeladen (Termin wird noch bekannt gegeben).

Das poolbar-Festival und der Kooperationspartner Literatur Vorarlberg freuen sich auf alle verschiedenen Arten von Texten an ahoi@poolbar.at.

 

DIE FAKTEN
Einreichfrist: 10. März 2017

Maximale Wörteranzahl pro Ticket-Text: 80 Wörter (wenn es unbedingt mehr sein sollen, wird der Text entsprechend kleiner – das wäre sehr schade).

Text als .doc, .rtf oder .txt. Graphiken: als JPG. 300 dpi. auf ca. A5 quer.

 

Ticket-Literatur 2015 auf e-Tickets

Ticket-Literatur 2016 auf e-Tickets

Ticket-Literatur 2016

GALLERY: Ticketliteratur 2016

Inspirationspartner der poolbar-Ticketliteratur ist Julius Meinl Kaffee.

http://poolbar.at/system/asset/filename/23734/ticketliteratur31.jpg

 

 

Das poolbar-Festival wird auch in diesem Jahr wieder in Form von elektronisch übermittelter, doch zum Ausdrucken bestimmter Kurz-Poesie literarische Freuden bieten.

Mit jedem gekauften e-Ticket für eine poolbar-Veranstaltung wird eine literarische Miniatur mitgeliefert. Heuer soll diese Poesie unter dem Motto "Aufbruch" fließen. Die Texte und/oder Geschichten sollen einen "Aufbruch" thematisieren. Deinen Aufbruch, unseren Aufbruch, deren Aufbruch. Was auch immer für die AutorInnen relevant ist. Die Texte sind zeichenbeschränkt.

Mit der Einreichung stimmen die AutorInnen der Verwendung der Texte durch das poolbar-Festival (Wien und Feldkirch) auf e-Tickets, im poolbar-Magazin und für die poolbar-Ticketliteratur-Online-Gallery sowie ggfs. deren Applikation vor Ort als Teil der Gestaltung zu.

Alle AutorInnen, deren Text ausgesucht wurden, werden bei jeder Verwendung namentlich genannt und werden zu einem Abend beim poolbar-Festival incl. Begrüßungsdrink eingeladen (Termin wird noch bekannt gegeben).

Das poolbar-Festival und der Kooperationspartner Literatur Vorarlberg freuen sich auf alle verschiedenen Arten von Texten an ahoi@poolbar.at.

 

DIE FAKTEN

Einreichfrist: 23.März.2016.

Maximale Wörteranzahl pro Ticket-Text: 80 Wörter (wenn es unbedingt mehr sein sollen, wird der Text entsprechend kleiner – das wäre sehr schade).

Text als .doc, .rtf oder .txt.
Graphiken: als JPG. 300 dpi. auf ca. A5 quer.

 

Ticketliteratur 2015 auf e-Tickets

Inspirationspartner der poolbar-Ticketliteratur ist Julius Meinl Kaffee.

 

Ticket-Literatur 2015

Hier geht es zu den Texten der Ticket-Literatur 2015

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poolbar-Ticketliteratur-Wettbewerb 2015: Texte aus, zu und für Parallelwelten  gesucht!

poolbar-Ticketliteratur-Wettbewerb 2015: Texte aus, zu und für Parallelwelten  gesucht!

Das poolbar//festival wird auch in diesem Jahr in Form von elektronisch übermittelter, doch zum Ausdrucken bestimmter Kurz-Poesie wieder literarische Freuden bieten: denn mit jedem gekauften e-Ticket für eine poolbar-Veranstaltung wird eine literarische Miniatur, die 2015 unter dem Motto "Parallelwelt" stehen soll, mitgeliefert werden. Diese gesuchten knappen, weil zeichenbeschränkten Texte oder Gedichte sollen Parallelwelten thematisieren. Welche Welt auch immer für Dich relevant ist - fasse sie in Worte!

Das poolbar-Festival lädt in Kooperation mit Literatur Vorarlberg ein, an die Thematik des poolbar//generators (und damit an Grafik, Architektur und Kunst des poolbar//festivals angelehnt sich in parallele (Pseudo)Realitäten zu denken, literarisch Welten zu verbinden oder auch schriftstellerisch darzustellen, welche Welten sich besser nie begegnen.

Inspirationspartner der poolbar-Ticketliteratur ist Julius Meinl Kaffee.

Wir freuen uns auf alle verschiedenen Arten von Texten an literatur@poolbar.at.

Einreichfrist: 18.4.2015.

Maximale Wörteranzahl pro Ticket-Text: 80 Wörter.
Graphiken: als JPG. 300 dpi. auf ca. A5 quer.

Ticket-Literatur 2013

Hier geht es zu den Illustrationen der Ticket-Literatur 2013!

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Ticket-Literatur 2013: Schick' uns Deine dada-Texte!
 
Auch heuer wird es wieder den poolbar-eigenen Literatur-Kanal geben: Wer sich ein Onlineticket kauft erhält gleichzeitig mit dem Ticket einen literarischen Text. In Kooperation mit Literatur Vorarlberg wollen wir Dich nun dazu einladen, in Anlehnung an die poolbar Architektur Deinen dadaistischen Text beizusteuern.
Deadline für Einreichungen per mail an literatur@poolbar.at ist der 26. April 2013 (pro Ticket-Text max. 80 Wörter / Bilder als JPG mit 300dpi auf ca. A5 quer).

Ticket-Literatur 2012

Rückblick 2012:

In Zusammenarbeit mit der Schriftstellerin Daniela Egger und der IG Literatur erhalten die Print-at-Home-Tickets für das poolbar-Festival mit illustrierten Gedichten und Kurzgeschichten einen zusätzlichen Wert. Junge Autor_innen aus Vorarlberg und Liechtenstein wurden eingeladen, Beiträge zum Thema „Nachbarschaft" beizusteuern. Hier gibt´s die Online-Tickets zu den Veranstaltungen - incl. Ticketliteratur.
Die ausgesuchten Publikationen (von anna baldinger, kadisha belfiore, nina fischer, sarah rinderer, simon deckert, verena schulz, maria kopf und karin ospelt) werden auch per Lesung im Rahmen der polymorphen Liechtensteiniade am 14.August 2012 präsentiert - und auf poolbar.at gibt´s eine Galerie der Illustrationen sowie hier eine Auswahl der Texte...:

Musterticket 2012

Zur Galerie der Illustrationen 2012

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Tic Tac Tic Tac, viele Tic Tacs esse ich. Und immer wenn ich Tic Tacs esse, denke ich an Briefmarken. Und das Briefmarken Tic Tacs sind weil sie gleich viel Kalorien haben. Das ist wirklich so. Irgendwie. Aber wer isst denn Briefmarken? Und wer klebt Tic Tacs auf Briefe und verschickt sie an Weihnachten? Und wer zählt Kalorien während er Tic Tacs isst, oder Briefmarken. Und wer denkt überhaupt an Kalorien oder an Tic Tacs oder an Briefmarken, wenn es andere Sachen zum denken gibt.

Du packst Noten in Silberpapier. Mich packst du nicht ein. Mich packst du aus und schickst mich um 1 Uhr nachts weg. Du faltest Noten aus Glas glatt. Und du holst dir keine Splitter die sich in Finger bohren, weil deine Hände keine Noten zerbrechen. Mich knickst du nur, und fährst die Ecken mit Messern nach. Ich zerbreche und du merkst nichts, denn mich gibt's in Großpackungen. Kadisha Belfiore)

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vom gegenständlichen zum nicht-gegenständlichen. hin zur abstraktion. verlieben wir uns neu. (Anna Baldinger)

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kakao für meine kaputte seele. (Anna Baldinger)

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ich fühlte mich heute in der früh wie ein reptil, dass sich in der sonne nach einer langen winterstarre aufwärmt. ich war seit langem nicht mehr so klar im kopf. (Anna Baldinger)

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wenn ich an dich denke
würde ich am liebsten meinen kopf gegen die weiße wand schlagen und dabei bitterlich zu weinen beginnen. mir ist das alles zu blöd. (Anna Baldinger)

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dein schlafendes gesicht. mein weißes bettlaken. (Anna Baldinger)

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der mann hatte wieder sex. und ich nahm eine tablette mehr am tag. (Anna Baldinger)

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ich bin das mädchen, dass sich für dich die haare abrasiert. damit du mich verlässt. bevor wir an der rosa wolke ersticken. (Anna Baldinger)

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wenn ich mich am abend in mein bett lege wünsche ich mir manchmal ein freund von mir würde in diesem moment neben mir liegen und mich umarmen. einfach nur neben mir liegen und mich umarmen. nicht mehr und nicht weniger. ich müsste ihn nicht mal lieben. es würde schon reichen wenn ich ihn einfach nur mag. gern mag. einen mann den ich gern neben mir, in meiner nähe habe. das hat nichts mit lieben zu tun. ein freund in dessen körper ich mich verkriechen kann. los lassen kann. nur für diesen kurzen moment. bevor ich einschlafe. (Anna Baldinger)

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ich nehme jeden abend, bevor ich schlafen gehe, eine vitamin-tablette. als würde mich das glücklicher machen. (Anna Baldinger)

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nachtspaziergang, durch den, mit wölfen bevölkerten wald mit bruder und eros.
nachtspaziergang.
auf der im dämmrigen licht liegenden weide.
mir kühen und bitteren zwetschken.
mit telefongesprächen und pflanzenkundlichen erklärungen.
mit bruder und eros.
nachtspaziergang. (Anna Baldinger)

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die prinzessin vermisst.
die gaderobe haftet nicht.
immer noch. (Anna Baldinger)

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betrachten sie sich als verheiratet mit den tabletten.
ich wollte aber doch nie heiraten. (Anna Baldinger)

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und ich weiß dass ich dich dann vermissen werde. das ist schön. (Anna Baldinger)

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kein. keiner. kein. nichts von dir.
habe vergessen nicht an dich zu denken. (Anna Baldinger)

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er sah sie den gang entlang gehen. er vermisste sie. (Anna Baldinger)

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say goodnight and go
was ist richtig und was falsch
wo ist oben und wo ist unten
wie lang ist das
wie kurz ist dies
wohin bist du gegangen
warum all diese fragen
wo ist das fragezeichen
woher kommst du
wie schmeckst du
warum siehst du weg
wo sind deine gedanken
wie ist es (das) dort
warum ist der himmel rot
und das wasser blau
wieso suchen alle nach dem sinn
do you belong to
what you're hanging on to
what is wrong with you
are you lost in the state of anxiety
alles ist genug
genug ist alles
alles ist nicht genug
mehr als alles reicht nicht
die augen
sehen was sie sehen
radier sie weg
die optische täuschung
die äußere hülle
die ausdrucksfähigkeit der charakterzüge
die vielleicht gefälschte ausdrucksfähigkeit deiner gene
dancing with myself
und du starrst mich an
sagst kein wort
und ich bekomme angst
erwidere kurz deinen blick
schau wieder weg
psycho!
was will der
warum schaut der so
und redet nicht wirklich viel
weg von mir
this is fucked up
bullshit
just great bullshit
skip divided
YOU ARE A FOOL (Anna Baldinger)

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und selbst die zeit wusste nicht wie sie verweilen sollte
wie lange sie noch dauern würde
zeit und sonst nichts
schräg war sie die zeit
unverhofft
zwingt uns zu warten
nachzudenken
zu vegessen

schon viel zu nah
schon viel zu weit
innen windest du dich wie ein wurm
nicht mehr weg zu denken
einfach hier
plötzlich
du wolltest
ich muss dir in die augen sehen
kein
ein schritt
blinzeln
weg
auseinander 

schau in den spiegel
und erkenn mich nicht wieder
bin verwirrt, mache schwarze spuren auf den weißen boden
meine handabdrücke an den wänden
der wahnsinn auf der decke
haare zerrupft auf dem kamin
brennen lichterloh 

bin naiv
bin leichtgläubig
leicht zu haben
schwer zu überzeugen
undurchsichtig
halbleer
gleichzeitig
halbvoll
wenn du mich fragen würdest
wer ich bin
was ich fühl
würde ich nicht wissen was sagen
angst, verwirrung
keine lust
unlust nach zu denken
über richtig & falsch
deine umarmung erdrückt mich
deine witze sind zum heulen
dein gesicht eine einzige billige fratze
die ich nicht mehr länger ertragen kann (Anna Baldinger)

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Irgendwie haben Zitronen mehr Zucker als Erdbeeren. Irgendwie ist das Risiko sich einen Computervirus einzufangen auf Pornosaiten dreimal so hoch. Und irgendiw sehen Hunde gelb-blau. Irgendiwe besteht der Mensch aus 10 Quadrilliarden Atomen. Irgendwie gibt es eine mathematische Gleichung für Verkehrsstaus und irgendwie ist die Panophobie die Angst vor allem.

Ich hätte gern einen Teller Worte. Damit ich sie knabbern kann, wenn ich keine mehr weiß.
Ich hätte gerne eine Wortzange, damit ich mit die Wörter rausziehen kann, wenn sie mir im Mund stecken bleiben.
Ich hätte gern Wortzucker, den ich über die ganzen scheißbitteren Zahlen streuen kann.

Als ich dich noch mochte, hab ich dir vertraut, ich dachte das KANN NICHT GESPIELT SEIN sein, du schenkst mir nur reinen Wein ein. Doch der Wein war Gift für mich. Er war abgelaufen und hat sich in roten Fäden auf Straßen verlaufen.

Äpfel und Bananen sagen nie was. Die sind tot von den Pestiziden oder wollen ihre Meinung nicht sagen. Äpfel und Bananen sind alle gleich. Äpfel und Bananen sind wie die meisten Menschen. Mit- dem- Strom- Schwimmer, Zustimmer. Äpfel und Bananen sind Menschen und Menschen sind Äpfel und Bananen. Sie sind Durchschnitt.

 

Er drückt mir einen Kuss wie Rinde auf die Wange. Bis dann, sagt er. Bis dann? Bis dann sagt niemand der liebt. Bis dann ist nicht bis bald. Bis dann ist eckig, ungewiss. Bis dann gibt's nicht, wenn man kein "dann" vereinbart hat. David macht seine Tür zu. Die ist Türkis. Türkise Türen erinnern mich an Italien. Zwar sind italienische Türen nicht Türkis, aber sie sollten es sein. Er macht Türen in allen Farben zu. Seit wann ist das so. Ich weine, weil David italienische Türen schließt.  (Kadisha Belfiore)

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VOGEL TAU
ein flügelaufschlag wie
ein augenaufschlag ist das
mit rot, orange und glühend fast
in der gelassenheit
wenn sonne auf- und/oder untergeht
das ist die zeit, den regen abzuschütteln
in einem orbit, der sich um
bedeutung dreht
den rücken durchgestreckt, die flügel eins
mit ihrem zweck, mit dem geruch
von nassem hund in frischem gras
und tau in allen mündern (Simon Deckert)

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DER SCHWAN

An Silvester vor drei Jahren waren mein Bruder und ich mit ein paar Freunden
in Dublin. Weil die Busse ins Stadtzentrum völlig überfüllt waren, entschieden
wir uns, zu Fuss zu gehen. Unterwegs kamen wir an einem kleinen Park vorbei,
in dessen Mitte ein Teich lag, mit ein paar Enten und einem violetten Schwan,
der einen goldenen Damenhut trug.
Schau dir mal den Schwan an, sagte ich zu meinem Bruder.
Was ist mit dem, fragte er und spähte in das Dunkel über dem Wasser.
Der Schwan bemerkte uns.
Was gibt es da zu glotzen, ihr Spanner, krächzte er. Habt ihr nichts besseres
zu tun?
Hast du gehört, rief ich, jetzt hat er gesprochen!
Mein Bruder sah mich an.
Wach auf, du Depp, sagte er. Du hast gar keinen Bruder. (Simon Deckert)

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DIE ERWÄHLUNG ZUM PROPHETEN

Elias und Gott sitzen auf Stühlen und beobachten einander. Der Raum ist ein
Ballsaal mit hohen Wänden, der voller Leute ist, aber die einzigen beiden,
die einander ansehen, sind Elias und Gott. Wenn Elias eine Bewegung
macht, ahmt ihn Gott sofort nach: wenn Elias den Rücken durchstreckt,
streckt Gott den Rücken durch; wenn Elias sich am Handgelenk kratzt,
kratzt Gott sich am Handgelenk. So schnell und genau ist Gott dabei,
dass Elias sich nach einer Weile nicht mehr sicher ist, ob Gott ihn nachahmt,
oder er Gott. (Simon Deckert)

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MIKOS VATER
Als Mikos Vater aus der Entzugsklinik zurückgekommen ist, haben die Leute
überhaupt erst angefangen zu reden. Der Bernhard kann den Geruch von
feuchten Jeans nach dem Regen nicht mehr unterscheiden von seiner
Erinnerung an den Geruch von Bier, hat die Frau des Besitzers vom Gasthaus
zum Hirschen einmal gesagt (bei der letzten Runde, mit dem Geschirrtuch
über der Schulter), und damit im Dorf praktisch ein Sprichwort geprägt. (Simon Deckert)

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Wie geht's dir eigentlich?

Australien. Das Land unserer Träume wo immer die Sonne scheint und niemand Sorgen hat. Da würden wir doch alle gern leben! Würden wir ... ?

Australier gelten als äußerst gastfreundliche Menschen. Hilfsbereit, lächelnd und ständig nach dem persönlichen Befinden fragend. »How are you?« ist aber einfach nur die australische Art, jemanden zu begrüßen und hat wenig mit Freundlichkeit zu tun. Denn im Grunde will eigentlich keiner wissen, wie es einem wirklich geht, ist ja eh alles »no worries« hier. Konflikte vermeiden, den gut gepflegten Anschein an Harmonie bewahren und bloß keine offene Kritik ausüben - das können sie hier gut! Und wenn man doch mal was zu sagen hat, dann wird dies am besten in eine gute Portion sarkastischen Humor verpackt.

Immigrant sein ist also nicht immer leicht - selbst wenn man das Glück hat, im tollsten Land der Welt zu leben! Manchmal ist es einfach anstrengend, nicht sich selbst sein zu können, sich anpassen zu müssen. In Australien soll man alles auf die leichte Schulter nehmen und mit einem Lächeln weg stecken. Und genau das machen die Leute auch. Wen wundert's also, dass Australien in der letzten Studie des OECD zur glücklichsten Nation der Welt gekürt wurde?

Glücklich sein hin oder her. Gegrüßt sei mir da die geliebte Heimat in der Ferne, wo ich nur ich selbst sein muss und auf die Frage, wie es mir geht, auch mal ehrlich »echt beschissen heute« antworten kann.(Nina Fischer)

Mehr über kulturelle Differenzen: ww.australien-no-worries.blogspot.com.au

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Verkehrte Welt

Lebt man eine Weile in Australien, dann merkt man bald, dass hier alles ein bisschen anders ist als daheim. Wenn nicht sogar genau verkehrt rum. Türschlösser zum Beispiel schließen in die falsche Richtung. Die Autos fahren auf der linken Seite. Scheibenwischer und Blinker sind vertauscht. Ja sogar das Klowasser dreht sich in die andere Richtung, wenn man die Spülung betätigt!

Des weiteren sieht man den Mond hier angeblich spiegelverkehrt und Norden ist Süden und Süden eigentlich Norden. Der Norden ist also warm und der Süden kalt. Im Winter ist Sommer und im Sommer ist Winter. Auf der Rolltreppe muss man links stehen und rechts gehen. Den Ehering trägt man an der linken Hand. Bei der Adresse wird die Hausnummer vor der Straße angegeben, die Postleitzahl kommt jedoch nach dem Wohnort. Die Regler der Herdplatten sind gegen den Uhrzeigersinn angeordnet und im Kühlschrank sind die geräumigen Gefrierfächer oben und der Kühlbereich unten. Schön praktisch auch, damit man sich jedes Mal bücken muss, wenn man mal schnell zur Milch will. Die europäischen Kühlschränke hingegen werden »upside down fridges«, also wortwörtlich »auf den Kopf gestellte Kühlschränke« genannt.

Bei so viel Verkehrtheit komme ich mir manchmal schon ganz verkehrt vor. Vor allem wenn ich plötzlich versuche, den Drehverschluss einer Flasche Wasser in die falsche Richtung herum zu öffnen oder statt dem Blinker wieder mal den Scheibenwischer einschalte. Was für eine verkehrte Welt! (Nina Fischer)

Mehr über kulturelle Differenzen:
www.australien-no-worries.blogspot.com.au

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Sprache brechen

Sprache ist brechbar. Sprache ist formbar. Sprache ist erfindbar.
Ich kann Sprache brechen. Kann losziehen mit einem Vorschlaghammer im Gepäck. Kann damit Schriftzüge zerbrechen und Aufschriften einschlagen. Wörter, die mir nicht gefallen,
Buchstaben, die missbraucht werden, Sätze deren Aussage nichts aussagt - alles verschwindet
unter meinem Hammer. Schlage darauf ein, bis die Worte , Buhsabe sich auflösen, Sätze mehr sind. Ich breche die Sprache.
Ich kann Sprache formen. Kann sie dehnen, stauchen und verrücken. Kann Buchstaben einfügen
und wegnehmen, an Worten ziehen, zerren, bis sie nicht mehr sind was sie waren. Kann Buchstabensuppe erfrieren und pürieren. Kann Backofen und Tiefkühltruhe gleichzeitig
verwenden. Kann Worte, Sätze, Buchstaben hineinstecken, bis sie zerfließen und erstarren.
Forme sie bis Wroet sich a:nolern, Sätze vor Kälte zerbr, BvUeCrHmSiTsAcBhEeNn sich.
Ich forme die Sprache.
Ich kann Sprache erfinden. Neue Wörter kreieren, Buchstaben zusammenfügen, die sich nicht kennen, Sätze bilden, die weder Sinn noch Lust machen. Kann alles aufnehmen was ich höre
und die Kassette rückwärts abspielen lassen. Um Wörter zu hören die neu negnilk, Buchstaben zu sehen, die es so nicht gibt, Sätze zu schrenken, die Minschten lömen. Ich erfinde die Sprache.
Ich will Sprache verbreiten. Will losziehen und Schriftzüge an Wände sprayen, laut Texte
vorlesen, Buchstaben und Wörter verschenken um Menschen zu ermutigen Sätze zu bilden.
Sätze die Sprache verbreiten.
Denn Sprache ist gratis. Sprache ist für Alle. Sprache ist Kunst. (Maria Kopf)

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BARNACHBARNACHBARNACH

NACH BAR GELD
VOR BAR NACHT
NACKT BAR FUSS
FASS BAR FEST
FAST BAR BIER

(Barrack Obama, in der Höhe)
BAR BAR T A R T

POOL B ART
(Karin Ospelt)

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wir machen unsere lichter an
die lichternebeldecke wickelt uns ein
und vielleicht
wird großgeschrieben heute
aus rauch

ein blinzeln später nur
noch körper
luftgrau tanzend
sich auflösend in blitzlichtern

szenenbilder
ich blättere durch das daumenkino
lauwarmes bier
spült uns ins licht

und wir werden zu
abstrakten formen
oder drehen wir uns
auf einem blinkenden kinderkarrussell
im dunkeln
(Sarah Rinderer)

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anagramme
Ach, F. S.! Nachtbar.
Sarah-F.-Nacht B.C.
CCA S-Bahnfahrt
Farb n Tscha Cha
Ach, n Fat-Barsch
Schnarch Abt A. F.
Nahrhaft: C-Cabs
Fas CC-BH hart an.
ANT-Arschfach
(Sarah Rinderer)

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Leben, sage ich.


Leben, sage ich.
Sinnlos, sagst du.

Himmel?, frage ich.
Hölle, antwortest du.

Ich denke nicht, ich fühle nicht, ich wage nicht, ich lache nicht.
Leben ist sinnlos, hat keinen Zweck.

Das meinst du?
Leben ist denken, ist fühlen, ist wagen, ist lachen, ist Leben eben.
Leben macht Sinn.

Ich weiß nicht.
Wie willst du mir beweisen, was es heißt, zu leben? Blumen sterben, Bäume sterben, Tiere sterben, Menschen sterben. Irgendwann.

Leben heißt lieben.
Vor und nach dem Tod heißt es Leben. Blumen leben, Bäume leben, Tiere leben, Menschen leben. Lange.

Ich kenne die Menschen... Depressionen, Krankheiten, Wutanfälle, Stimmungsschwankungen, Unzufriedenheit, schlechte Laune.

Ich kenne die Menschen... auch.
Glück, Zufriedenheit, Erfolg, Lachen, Freude...
Zusammen mit Familie und Freunden.
Menschen leben, um glücklich zu sein, sage ich.
Aus Pessimisten können Optimisten werden, sage ich.

Echt?, fragst du.

Leben, sage ich.
Sinnlos, sagst du. (Verena Schulz)

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