MI 08 07
Geöffnet täglich ab 19:00 Uhr, Abendprogramm ab 20:30 Uhr, wenn nicht anders angegeben.

Wien erfährt dieser Tage ein klein wenig verspätet die Blütezeit einer jungen, für jegliche Experimente offenen KünstlerInnengeneration. Neben den qualitätssicheren Labels Sea You und Fettkakao lässt uns nun auch Beatismurder aufhören und versorgt uns mit sehr ungewöhnlichen, aufregenden Klangerzeugnissen im Popgewand. Die Wiener Labelkinder Liger verstehen es, das Klagelied über Verlust, sexuelle Irritationen und Entfremdung in eine dermaßen intensiv vorgetragene Form zu verpacken, dass jegliche Vergleiche mit GenrekollegInnen obsolet erscheinen. Genauso scheint die einhergehend dargebotene Dekonstruktion herkömmlicher Popformate äußerst schmackhafte Früchte zu tragen. Mit ihrem aktuellen Longplayer „Crash Symbols" haben Liger ein intensives Zeugnis einer aufstrebenden und vor allem auch kreativen Wiener Nische abgelegt.
www.myspace.com/postfolk
(phil)
Die hohe Kunst intelligenter Rockmusik
Instrumente zertrümmernd und zwei Schlagzeuge gleichzeitig bespielend machten Trail of Dead Anfang dieses Jahrtausends auf sich aufmerksam. Die Jungs aus Texas spielen zwischen dem Gestern und Morgen der aktuellen Rockmusik, fernab der Zwänge kommerzieller Musikindustrie.
Um ihre künstlerische Freiheit in Zukunft zu schützen, gründeten Trail of Dead vor kurzem ihr eigenes Label „Richter Scale Records" und stockten auf sechs fixe Bandmitglieder auf. Das neue Album „The Century Of Self" wurde heuer im Februar veröffentlicht - das Musikmagazin Visions spricht von „in Songs geformten Melodie-Orgasmen". Trail of Dead erfinden sich auch nach fünfzehn Jahren Bandgeschichte immer wieder neu, ihr Freiheitsdrang ist sagenhaft. Sie sind immer noch innovativ und wachsen, verbreiten konstant intelligente Rockmusik und bleiben dabei aber stets bodenständig und die netten texanischen Jungs von nebenan. Wie du und ich, nur verrückter.
Live zelebrieren sie das Zusammenspiel von Konstruktion und Dekonstruktion in exzessiv dynamischen Auftritten, die vor Spontaneität und Lebensfreude nur so strotzen. Die einzigartige Vielfalt ihrer Musik lässt sich dadurch erklären, dass die Gründer Conrad Keely und Jason Reece Multi-Instrumentalisten sind und der experimentellen Musikphilosophie verfallen scheinen. Von deren Können überzeugt man sich am besten aktiv moshend auf ihrem Konzert.
(Stefan G. Meier)
Mehr zu hören unter www.myspace.com/trailofdead und www.trailofdead.com.












