FR 10 07

Geöffnet täglich ab 19:00 Uhr, Abendprogramm ab 20:30 Uhr, wenn nicht anders angegeben.

JJ1 & JJ2 Jukebox Soundsystem, Wohnzimmer, 19:00 Uhr
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DJ

Jukeboxes haben eine lange Geschichte. Seit über hundert Jahren faszinieren die Musikmaschinen und stellen Menschen vor die Qual der Wahl. JJ1 & JJ2 graben die Nummern der alten Boxen aus, solche, die damals zu unbekannt waren, um in einer Jukebox gespielt zu werden, oder auch zu aktuelle, die nie die Möglichkeit hatten, überhaupt in einer Jukeboxe miteinander verwoben und gegeneinander ausgespielt zu werden. Da die Musikquelle die klassische Vinyl 7" ist, bedienen sich die JJs eines Vinylschneiders, um die Boxen passend zu bestücken. Sie drehen den Satz „I'm not a jukebox, I'm a DJ" um und verbinden mittels zweier Jukeboxen und dem in ihnen eingebauten Line-Out Ausgang die beiden Boxen mit einem normalen DJ Mixer. Der Begriff des JJ's („Jukebox Jockey") ist somit erfunden. Man stelle sich das exklusive und spektakuläre Setting vor: Mit zwei großen Jukeboxes wird selbstgemachtes Vinyl (Einzelstücke!) verlegt und neu gemischt. Es darf gestaunt, geschmunzelt oder einfach nur zugehört werden.

myspace.com/nlkkultur


 
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Red Bull Music Academy Lecture mit Grandmaster Flash, Pool, 19:00 Uhr
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Lesung

Beim poolbar-Festival öffnet die Red Bull Music Academy heuer erstmals ihre Tore und gewährt den Festival-BesucherInnen am 10. Juli (ab 17 Uhr) in einer Lecture mit DJ-Übervater Grandmaster Flash Einblicke in den Alltag der reisenden Musikhochschule - und v.a. in das Schaffen des Meisters.

Die „große" Red Bull Music Academy steigt dann im Jahr darauf in England:

RED BULL MUSIC ACADEMY: AUF NACH LONDON 2010!

Jungen MusikerInnen, denen die Decke ihres Heimstudios auf den Kopf zu fallen droht, sei gesagt: Es gibt einen Weg aus dem Einsiedlertum. Und der führt geradewegs ins pulsierende London. Wenn die Red Bull Music Academy nächsten Winter dort von 7. Februar bis 12. März ihr Hauptquartier aufschlägt, dann wird vor allem eines zelebriert: der Austausch zwischen MusikerInnen, die sich ganz ihrer Leidenschaft verschrieben haben.

Seit der ersten Edition 1998 in Berlin macht die Red Bull Music Academy alljährlich in Musik-Metropolen auf der ganzen Welt Station. Junge ProduzentInnen, InstrumentalistInnen und DJs/DJanes aus verschiedensten Genres werden eingeladen, gemeinsam mit den Großen ihrer Zunft Soundstudios, Plattenspieler und/oder Esstisch zu teilen. Von Carl Craig über Skream bis zu Tony Allen reichen die erfahrenen Lehrmeister und finden beim poolbar-Festival mit Grandmaster Flash einen weiteren würdigen Hero seines Genres in ihren Reihen. Von der Lecture bis zur Studiosession - die Stars arbeiten mit den jungen MusikerInnen zusammen, stellen sich ihren Fragen und erarbeiten gemeinsam neues Soundmaterial.

Der Weg zur Academy ist dabei kein beschwerlicher: Lediglich ein Mixtape und/oder eine Hand voll selbst produzierter Tracks sowie ein ausgefüllter Fragebogen (Download unter redbullmusicacademy.com) reichen, um sich zu bewerben. Gefragt sind dabei nicht primär perfekte Skills am Drum-Computer oder Plattenspieler, sondern Spontaneität, Offenheit und musikalische Leidenschaft ohne Scheuklappen.

Die Bewerbungsphase für die nächste Edition der Red Bull Music Academy in London läuft noch bis 27. Juli.

Infos zur Bewerbung unter: www.redbullmusicacademy.com
Täglich neue Mixes und Livesets auf: www.redbullmusicacademyradio.com


 
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Grandmaster Flash, Pool, 20:30 Uhr
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Konzert

Don't push me 'cause I am close to the edge..."

Als Joseph Saddler in den 70er Jahren verbotenerweise mit den Vinyl Platten seines Vaters hantierte, ahnte noch niemand, dass er dreißig Jahre später als einer der Gründerväter des HipHop in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen werden würde.

„Der Scientist of the Mix" wuchs in der South Bronx auf und studierte dereinst Elektrotechnik. Sein musikalischer Werdegang begann mit selbst zusammengebastelten Soundsystemen, die der Technik-Freak für Block Parties in seiner Nachbarschaft verwendete. Er spielte seine LPs nicht einfach ab, sondern experimentierte mit dem Plattenspieler als Instrument, auf dem die Platten markiert, zerkratzt und rückwärts abgespielt wurden. Zu diesen neuen Techniken des Scratchens und Mixens kamen MCs dazu, die zu den entstehenden Beats rappten. Ab 1976 war Grandmaster mit seiner Band Grandmaster Flash And The Furious Five unterwegs. Fünf Jahre später kam der eigentliche Durchbruch:

Von der ersten „Message" zur Ikone

„The Message" wurde zu ihrem größten Hit und einem der wichtigsten Songs des Genres HipHop. Der Grundstein des Oldschool Rap war mit diesen Worten gelegt: „Don't push me cause I am close to the edge / I am trying not to lose my head / it's like a jungle sometimes it makes me wonder / how I keep from going under." Danke für diese Zeilen! Sie waren noch recht langsam gerappt, leicht zum Mitsingen. Auf YouTube ein Live Auftritt von 1983 - fantastisch die Outfits der Furious Five: gekleidet in Lack- und Leder-Leggings, Glitzer-Perücken und kurze Jäckchen gibt es discomäßige Tanzeinlagen. Ein aus heutiger Sicht ziemlich queeres Männer/mode/ideal, das sich zu hundert Prozent vom Mainstream HipHop der Jetztzeit abhebt. Nach dem Erfolg des Albums „The Message" war die Band weiterhin aktiv, doch die Zusammensetzung wechselte, bis Ende der 80er Jahre alle Mitglieder getrennte Wege einschlugen. Grandmaster Flash kämpfte lange Zeit mit Drogenproblemen, war in Rechtsstreitigkeiten verwickelt und dennoch permanent auf Tour.

Grüner Tee statt Drogen"

Mittlerweile hat der Vater von sechs Kindern sein wildes Leben hinter sich gelassen. 2008 erschien seine Autobiographie „The Adventures Of Grandmaster Flash - My Life In Beats", in der nicht nur sein Leben, sondern auch die HipHop-Historie erzählt wird. 2009 erschien das erste Mal nach zwanzig Jahren wieder ein Studioalbum mit eigenen Tracks. Auf „The Bridge" arbeitete Flash mit u.a. mit Busta Rhymes, Q-Tip, Krs One oder Snoop Dogg. Er zelebriert seine wöchentliche Radio Show „The Flash Mash", und inzwischen spielen Drogen keine Rolle mehr, dafür aber reichlich Grüner Tee.

Grandmaster Flash ist heute eine Ikone der Popkultur, seine enorm wichtige Bedeutung auch für die technische Seite des DJing ist kaum zu unterschätzen. Ob er das Scratchen, Samplen und Mixen nun tatsächlich erfunden hat oder nicht - sein Interesse am Musik Flow hat geholfen, diese Techniken berühmt zu machen. Freuen dürfen wir uns also auf einen virtuosen DJ, der durch seine akrobatischen Shows, in denen er Platten hinter seinem Rücken oder sogar mit den Füßen abspielte, berühmt wurde. Gut zu wissen: Flash ist kein HipHop-Dogmatiker - und das war er auch nie. Er ist ein Partygarant und wirft auch gerne mal so was wie Nirvana ins Rennen, wenn die Stimmung wieder mal am Siedepunkt ist. „Say Oh Yeah!"

grandmasterflash.com
myspace.com/grandmasterflashandthefuriousfive

(Katharina Meißnitzer)









Mehr unter www.grandmasterflash.com.
Eintritt EUR 15,00 (VVK, zzgl. VVK-Gebühren) / EUR 16,00 (Abendkassa). Der Preis inkludiert das gesamte Programm dieses Abends

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