SA 18 07
Geöffnet täglich ab 19:00 Uhr, Abendprogramm ab 20:30 Uhr, wenn nicht anders angegeben.
Calexico‐Protegé Depedro, bürgerlich Jairo Zavala, hat die Wüstenrocker nicht umsonst so schwer beeindruckt, dass sie seine Karriere fördern. Sein fabelhafter Sound ist eine feine und virtuose Mischung aus spanischer und mexikanischer Folklore, Weltmusik, afrikanischen Klängen, Rumba, Reggae, Blues und Salsa.
Myspace: www.myspace.com/myspacedepedro
Homepage: www.depedro.net
Würde es in der Musik ein Pendant zum Cinemascope-Format des Kinos geben, Calexico hätten es erfunden und zur Perfektion gebracht. In unendlich weiten und ausufernden Klangbildern zeichnen die Herrschaften aus Tucson, Arizona, ihre Landschaften auf, um sie präzise auf eine instrumentale Nahaufnahme zu verdichten. Das 2008 vorgelegte, bedachte und präzis ruhige Album „Carried To Dust" lässt nachhaltige Klangbilder zurück und liefert die Stimmung gleich mit. Ein Blick in die Welt durch Instrumente und Gesang: wie im großartigen Kino - nur um eine Nuance gemütlicher.
Mehr unter www.casadecalexico.com und www.myspace.com/casadecalexico.
Vorsicht - begrenzte Besucherkapazität im pool. Wer PTM sehen will, möge sich nach Calexico bitte gleich in den pool begeben und ein Plätzchen sichern.
Ein Chamäleon mit entwaffnender Gefräßigkeit
Ja, Portugal ist der Name eines Landes. Und nein, sie sind alle noch nicht dort gewesen. Und ihre Platten kauft man dort auch nicht. Aber „The Man" zeigt doch, dass es sich in diesem speziellen Fall bei „Portugal" um Personen handelt, und außerdem: Portugal klingt schön.
Das ist wahr. Portugal.The Man klingt schön. Weniger als Name; vielmehr als musikalisch bildreiches und lautmalerisches Werk klingt es und bleibt in einem klingen, noch lange, nachdem man es gehört hat. Intellektuell ansprechend, emotional mitreißend, durch den freien Fall des Seins tragend - die Stimme von John Gourley.
Das Ausmaß wahrer Reife nicht verbalisieren
Man könnte von luftigen Beatles-Balladen und glückseligen Vintage-Melodien schreiben. Von Postcore im Pelzmantel des Soul. Von Progressive Rock im Retro-Rhythm. Aber dann sind da noch die Glockenspiel-Patterns, die Schunkelpassagen, die HipHop-Bässe. Und schließlich die klassischen Gitarrenriffs und -chords, die gerne auch akustisch in tröstend-melancholische Sphären entschweben. „Wir wollten sehr schwere Aufzeichnungen immer ganz ausreifen lassen. Nun haben wir das geschafft."
In schöngeistigen Tischgebeten
Am Ende ihres Reifungsprozesses steht „Censored Colors". Blasphemisch und sanft, gleichermaßen bekannt und neu. Eine Hommage an „Abbey Road", ohne danach klingen zu wollen. „Censored Colors" ist ein hoffnungsvoll eigenständiges Album, trotz des deutlichen Hier-und-Jetzt-Skeptizismus. „‚Abbey Road' ist der Grund, warum ich Musik mache. Gleichzeitig sind diese Konzeptalben, wie auch ‚The Wall' oder ‚Dark Side Of The Moon', ein Grund, mit Musik aufzuhören. Weil du an solche Werke nie rankommen wirst", meint John Gourley. Aber er hört nicht auf. Er lebt in der Kunst - was auch an seinen bemerkenswerten Artworks für die Band ersichtlich ist.
Sondern die Grenzen armseliger Realitäten sprengen
Portugal.The Man ist nach und nach entstanden. Nach der Auflösung ihrer Hardcore-Punk-Band gründen John Gourley und Zach Carothers 2004 eine Band in Alaska. Sie leben von Gelegenheitsjobs, die ihr Musikschaffen nur knapp finanzieren. In voller Besetzung mit Jason Sechrist und Ryan Neighbors erscheint schließlich 2006 das Debütalbum von Portugal.The Man. Bereits das zweite Album wendet sich gänzlich ab von Hardcore-Punk und gelangt über Electronic-Umwege zum inspirierenden Sixties Rock.
Und kreative Gefräßigkeit wird zu gefräßiger Kreativität
Seither gibt es ein Album pro Jahr, zu jedem Album eine Tour; mindestens eine - und die nicht als Pflichterfüllung, sondern als Höhepunkt ihrer musikalischen Obsession. „Wir sind alle mehr oder weniger obdachlos, wir machen Platten, um auf Tour gehen zu können. Am liebsten würden wir live produzieren - wir schreiben Songs oft erst beim Singen und ändern sie von einer Probe zur nächsten wieder komplett. Außerdem folgen wir keiner bestimmten Musikrichtung. Ich glaube nicht, dass es eine Schublade gibt, in die wir passen. Wir sind ein Chamäleon."
Weil Stagnation nicht existiert
Portugal.The Man stellen an sich selbst den Anspruch, keine Stufe, keinen einzigen Schritt ihres kreativen Prozesses zu wiederholen und immer genau das zu machen, was sie wollen. In erster Linie heißt das nicht das, was ein Produzent wollen könnte, und außerdem etwas Neues. „Wir versuchen immer, Dinge zu machen, dir wir davor nie gemacht haben. Für Stagnation haben wir keinen Platz." Ein Konzept, das wohl noch so manche Überraschung birgt - und zwar in erfreulicher Qualität. Verheißungsvoll.
(Lena Hopp)
Portugal.The Man zu Gast in Deutschland:
Anhören: www.myspace.com/portugaltheman und www.portugaltheman.net.
Vorsicht - begrenzte Besucherkapazität im pool. Wer PTM sehen will, möge sich nach Calexico bitte gleich in den pool begeben und ein Plätzchen sichern.
Eintritt EUR 26,00 (VVK, zzgl. VVK-Gebühren) / EUR 27,00 (Abendkassa). Der Preis inkludiert das gesamte Programm dieses Abends










